Mein Weg zum Cochlea Implantat
Von Claudia

Alles fing an 2012, da war ich 45 Jahre alt und hörte plötzlich so viel schlechter, dass ich meine ersten Hörgeräte auf beiden Seiten bekam. Immer mit demselben Problem, helle Töne hörte ich immer schlechter, tiefe Töne fast noch komplett.
Bei der letzten Untersuchung 2024 für neue Hörgeräte kam dann heraus, was ich immer befürchtet hatte. Das neue Hörgerät auf dem rechten Ohr schaffte es nicht mehr. Die Differenz zwischen „nicht gut hören“ und „viel zu laut“, waren bei mir nur noch 10 dB.
Im Februar und April 2025 hatte ich meine Termine im Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz, dort wurde festgestellt, dass ich mit dem rechten Ohr Sprache bei 65 dB gar nicht mehr höre und mit einem neuen Hörgerät auch nicht ausgleichen kann.
Somit war die Indikation für ein Cochlea Implantat gestellt. Der Antrag wurde direkt vom BwzK gestellt und am 13.08.2025, also genau vor einem Jahr, hatte ich meine Operation.
Alles verlief glatt, zwei Tage Kopfverband, kein Schwindel, kaum Schmerzen. Mittwochs war die OP und freitags kam der Verband ab und das CI wurde aktiviert.
Zum Testen hatte ich einen Rondo 3 von Med El, den ich auch jetzt noch habe. Da ich Brillenträgerin bin, ist das ein bisschen einfacher.
Das Erste, was ich hörte, waren Zahlen, aber alles noch sehr metallisch, ein bisschen die Mischung aus Raumschiff Orion und Mickey Maus 😊.
Die ersten drei Monate hatte ich alle zwei bis drei Wochen Termine in der HNO-Ambulanz, für Hörtests, Ärzte, Einstellungen und Audiologin. Danach nur noch alle 4 bis 6 Wochen.
Ich merkte immer, wenn ich einen Schritt nach vorne machte. Vier Wochen nach der OP war ich auf einem 70 Geburtstag, da konnte ich den Gesprächen schon besser folgen.
Im Oktober war ich mit meinem Mann bei Bülent Ceylan, auch das hat echt gut geklappt. Für mich habe ich festgestellt, dass immer, wenn ich das Ohr richtig belaste, es danach ein Stück besser hört.
Vögel, ich wusste gar nicht, dass wir so viele Vögel in der direkten Umgebung haben und auch sonst, was ein Wahnsinn von dem Hören jetzt.
Das, was ich einfach weiß ist, dass man extreme Geduld haben muss und immer dran bleiben muss mit hören lernen. Ich habe mich ganz oft hingesetzt und mit der Redi App und der Schallquelle geübt. Auch Hörbücher bzw. streamen von Instagram helfen so viel weiter.
Mein größtes Erlebnis: Ich war im Juli bei Wincent Weiss und ich habe doch tatsächlich so gut wie alles verstanden, was er zwischendurch erzählt hat, und das hat mir schon seit Jahren gefehlt.
Nach einem Jahr bin ich soooo froh, dass ich es gemacht habe, es liegt immer noch ein Weg vor mir, aber das CI-Ohr hat das Ohr mit dem Hörgerät inzwischen überholt. Ohne das CI verstehe ich kaum was, ich teste es immer mal und nehme das CI ab und stelle dann fest: „Oha, da fehlt aber viel 😊“.
Claudia
August 2026