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Mit dem Cochlea Implantat noch ganz am Anfang

Von Anke

Ich bin Anke und 62 Jahre alt.

Es fing alles relativ harmlos an. Ich war in leitender Position in meinem Traumjob. Hatte vier Mitarbeitende und jede Menge Stress. Zwei meiner Mitarbeitenden verließen die Abteilung, weil sie mit meinem kollegialen Führungsstil nicht zurecht kamen. Ein harter Schlag. Nun waren wir nur noch zu zweit, die Menge an Aufgaben blieb.

Am 1. Mai 2022 bekam ich plötzlich rechts einen pulssynchronen Tinnitus und links ein Surren. Das war schlimm.

Ich ging dann für 7 Wochen in eine Fachklinik. Als ich merkte, dass man mir dort nicht helfen kann, fiel ich in eine schwere Depression und ging in die örtliche Psychiatrie. Dort bekam ich Psychopharmaka und innerhalb kürzester Zeit war der Tinnitus weg und es ging mir gut. Ich war richtig glücklich. Mein Hörtest hatte 100 Prozent auf beiden Ohren ergeben.

Dann machte ich einen großen Fehler und ging zurück in den Stressjob und reduzierte gleichzeitig die Psychopharmaka. Die Depression kam zurück und blieb zwei Jahre. Viele Klinikaufenthalte und zig Tabletten später ging es mir im November 2024 endlich wieder gut.

Bis ich am 12.12.2024 morgens aufwachte und rechts schlecht hörte. Ich ging sofort zum Ohrenarzt, der einen Mini-Hörsturz diagnostizierte und mir Cortison verschrieb. Das nützte nichts und im Januar war ich mittelgradig schwerhörig mit Hörgerät.

Acht Monate lang kämpfte ich mit dem Klang des Hörgeräts und meiner Depression. Dann im September 2025 ertaubte ich rechts vollständig. Was für ein Schock. Den habe ich bis heute nicht überwunden.

Ich kämpfte dann für ein Cochlea Implantat (CI). Das dauerte fast nochmal ein Jahr bis zur Operation.

Die OP war nicht schlimm und ich hatte außer Schwindel keine Nebenwirkungen. Die Erstanpassung zwei Wochen später war gut. Ich verstand Sprache und Musik klang fast wie Musik.

Leider blieb das nicht so. Nach der nächsten Anpassung verstand ich kaum etwas und Musik ist für mich nicht mehr zu identifizieren, Geräusche ebenfalls nicht.

Die nächsten Anpassungen haben keine Verbesserung gebracht und das tägliche Üben leider auch nicht. Dadurch hält sich die Depression hartnäckig. In vier Wochen trete ich eine Reha an und hoffe, dass mir das helfen wird.

Von Anke
August 2026