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New York, eine Reise allein mit CI

Nun hatte ich mich doch entschieden, diese Reise zu meiner Tochter allein anzutreten, so wie es mein Mann vorgeschlagen hatte.

Bei dieser Screening-Formalität im Flughafen zeigt man generell Verständnis, ich zeige auf das sichtbare Attribut meiner Behinderung, das CI, und ernte ein O.K., warten Sie, eine Frau tastet mich ab, alles o.k., bis nach Philadelphia.  2 Stunden Zeit für das „Umsteigen“ vielleicht kann ich etwas von dieser Stadt sehen oder fotografieren? Die Lautsprechanlage verkündet etwas, aber ich verstehe es nicht, wie immer.

Steht ja dort auf den Bildschirmen illustriert, sogar in französisch untertitelt, alles klar. Vorsichtshalber frage ich noch mal eine unterwegs befindliche Beamtin: wo geht es nach Newark weiter? Ja, hier lang also, klar. Sie trägt eine Uniform, also muss das stimmen (meine ich). Endlose Menschen-Schlangen, von einer Ecke zum nächsten Winkel. Langsam geht's weiter, neben mir ein junger Mann aus Russland will nach L.A., wir unterhalten uns auf englisch, denn wie immer klappt das Hören jetzt so gut, auch in ungewohntem Englisch, „was, wir müssen unsere Koffer holen?“ staune ich – und ärgere mich, denn wieder hab ich nichts verstanden was über Lautsprecher kam... „aber das wurde doch im Flugzeug angekündigt!“ „Ooch nee, hab ich nicht gehört, eigentlich verstanden, wissen Sie, ich habe da so ein Ding am Ohr, weil ich nichts höre...“ (also stimmte das ja gar nicht, was die Dame in Uniform sagte!) „ach so!... zuerst den Koffer holen, und wie geht’s dann weiter?“ Wenn ich das gleich gewusst (gehört) hätte, wäre ich nun schon viel weiter, hätte mir eine Menge Umwege erspart! Beim nächsten Schalter ausgecheckt, ein Mann mit grimmiger Mine sagt was, ich verstehe nicht richtig was er in seinem Glaskasten sagt, aber unbekümmert (oder leichtsinnig - nein, eilig wegen der verlorenen Zeit!) geht's weiter, Gepäck aufgeben, anschließend wieder baggage claim, wieder screening, gate nach Newark, uff, noch mal gut gegangen! Doch noch 45 Minuten Zeit, gut, ich setz' mich und guck zu, viele Leute, die Dame am Desk sagt was ins Mikrofon - aber was sagte sie, so angestrengt ich auch lausche, kann es einfach nicht verstehen, also, bloß kein Risiko, es könnte ja wichtig sein, ich geh mal hin, excuse me please, ich höre nicht, können Sie mir sagen was... die junge Dame guckt, will meinen Boarding pass sehen, versteht nicht, verkündet mir, dass ich ein Ticket 2. class habe - was ich ja eigentlich wusste, gate dort, auch nichts Neues. Meine Frage allerdings hatte sie nicht verstanden - oder einfach nicht richtig eingeordnet. Im Flieger unterhalte ich mich mit meinem Nachbarn – freue mich immer, dass es so gut klappt, mit dem Hören im Störgeräusch und trotz Müdigkeit, auch auf englisch. Einfach toll, dieses CI. Ich riskiere sogar einen Scherz, der auch gut ankommt, wir lachen, herrlich, wenn man diese Unsicherheit ablegen kann, wenigstens zeitweise. 

Newark. Landung pünktlich, Koffer unerwartet schnell in der Hand, wo bleibt nur die Tochter? Rolltreppe hoch... nichts, runter, auch nichts. Trouble shooting, ein Schalter mit einem netten Herrn gibt Auskunft.“ Er reicht mir freundlich sein Telefon: rufen Sie doch Ihre Tochter an!“ „Ach, ich hab da ein Problem, sehen sie“  und ich zeige mein CI und gleich bietet er an: „geben Sie mir die Nummer Ihrer Tochter, ich werde sie für sie anrufen“ und tat's für mich – wie lieb !  

Kleine Bemerkung meiner Tochter, Lehrerin: ach, das ist ja schrecklich ermüdend, dieses Nicht-Hören, und Dein ganzes Leben schon! Ich erinnere mich wie damals meine kleine Familie unisono lachend losbrüllte : Ah, die Mama hat wieder einen Scherz gemacht!!! Und das immer, wenn ich gut zu hören glaubte. 

 

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Heimreise, via Charlotte, NC, La Guardia Airport,  T° um und über 100° F.  Generelle Höllenhitze. Einchecken, was kann jetzt noch schief gehen? Mit den vorschriftsgemäßen 2 Std. Vorsprung sitze ich vor dem Schalter als eine der Ersten und warte. Ich beobachte wie die Schalterbeamtin eine Durchsage macht, (was hat sie bloß gesagt?..) einige Leute gehen mit ihrem Handgepäck an den Schalter, öffnen Letzteres, ich gehe auch hin, man kann ja nie wissen, nee, alles o.k., na, umso besser... ich setze mich wieder in die Nähe, wie dumm, dass ich immer nicht verstehen kann was da über die Lautsprecher geht, also ich passe gut auf, allerdings gehe ich zwei Mal hin, nicht ohne jeweils meinen Spruch vorzutragen: „wissen Sie, ich kann diese Lautsprechanlagen nicht verstehen, deshalb usw..“  Dann kommen da noch andere Ansagen, ich verstehe sie wieder nicht und gehe hin, „was wurde da eben gesagt…No?“ na gut, dann gehe ich wieder und setze mich in die vorderste Reihe, die wissen ja Bescheid... bei erneuten Ansagen höre ich Fetzen heraus wie Frankfort, Germany, eine Nummer... und schließlich dürfen wir alle rein, bei der Stewardess erkundige ich mich sicherheitshalber, alles o.k. und sehe plötzlich das blanke Entsetzen im Gesicht der Stewardess: „warum haben Sie sich denn nicht gemeldet, Sie wurden als einzige Passagierin zum Ausland gerufen, gesucht, Ihre Handtasche musste noch einmal durchsucht werden, ...“ auch sie versteht nicht, hat ja keine Zeit, konnte ja gar nichts erklären, dass ich sie zwar verstehe, aber nicht die Ansagen über Lautsprecher.  Das war es also, als sie immer wieder bei den Reisenden etwas oder jemand suchten, sie sahen mich doch dort sitzen, zwei mal hatte ich darauf hingewiesen, dass ich nicht höre! Wortlos, schicksalsergeben, reiche ich meine Tasche, wenn die anderen das nicht verstanden haben..

Leider ist mein Platz mittig, weder am Fenster noch am Gang, dann aber stelle ich fest, zwischen zwei sehr sehr netten jungen Leuten. Nachdem ich auf mein Instrument hinter dem rechten Ohr deute, wundert sich die junge Dame, die mir sehr aufmerksam zuhört, über mein hervorragendes Hören und gibt mir folgenden Tipp: „sagen Sie immer gleich, dass Sie taub, deaf! sind, nicht einfach schwerhörig, das kapieren die sonst nie!“ und ich fahre fort, mich angeregt mit meinen beiden Nachbarn zu unterhalten, „was, sie hören aber wirklich sehr gut, das ist ja erstaunlich, really, wonderful!“ bis ich dann doch, ob der vielen Emotionen, ermüde.

Endlich, endlich startet nun das Flugzeug um abzuheben, werde ich rechtzeitig in Charlotte, NC, ankommen und meinen Flieger nach Frankfurt bekommen? Das Flugzeug startet aber denkste - leider! stoppt nach wiederholten  Runden auf dem Flughafen, so an die 20 Mal, die Witterungs-Umstände sind zu riskant. In Charlotte angekommen, ist mein Flieger nach FfM weg!

Trouble shooting. Eine farbige junge Dame winkt mir freundlich zu und ich hole tief Luft, wie soll ich das nur alles erklären, zu allem Übel habe ich nun keinen einzigen Dollar übrig. Ganz ruhig und sachlich behandelt die Dame, nachdem ich sie mit einem ganzen Schwall an Nöten überschütte, meine Probleme eins nach dem anderen. „Bitte reden Sie langsam, laut und deutlich, ich bin taub“ Sie nimmt Rücksicht. Dann meinen Mann benachrichtigen (Nummer?), und sie reichte mir den Hörer, (Ach bitte, geht es noch etwas lauter?) dann „bitte noch lauter, so laut wie möglich“ und sie kommt meiner offensichtlich ungewöhnlichen Bitte nach, als der arme Mann, um 4 Uhr morgens, schlaftrunken, von meiner Verspätung erfährt, vernehme ich ganz leise einen traurigen Seufzer.

Ein Voucher: „Embassy Suite“. Ein  netter  Busfahrer zeigt mir, wo die Shuttles von der Embassy Suite halten. Es ist spät nachts, nieselt, ich reihe mich, hoffnungsvoll, in die Wartenden ein. Da kommen  Shuttles namens Hilton, Marriott etc. aber kein Embassy Suite. Ein freundlicher Shuttlefahrer versteht mein Dilemma, nachdem er mir sein Handy reicht und ich ihm mein Problem schildere, sagt auch er, unglaublich verständnisvoll,„o.k.,ich rufe ihn für Sie an, stellen Sie sich dahin, dort kommt er immer vorbei“. Der Bus mit Aufschrift E. S. kommt... und fährt vorbei, trotz nun gelichteter Reihen; ich verzweifele im Maße meiner Vereinsamung, denn  mein Rufen und Winken wurde wieder nicht gesehen, er fährt einfach vorbei. Der nette farbige Shuttlefahrer fragt wieder so nett, „immer noch nichts? O.k. ich rufe ihn noch mal an. Warten Sie dort!“ Und der Shuttle E. S. kommt und wieder - prompt vorbei, ich renne hinterher, gestikulierte wild, bis um die Ecke. Und zum dritten Mal hat der liebe Farbige ein Erbarmen, telefoniert nochmal, doch als ich ihn nun endlich wieder sehe, den Shuttle E.S., springe ich auf die Straße und versperre ihm den Weg, worüber der Mann sehr ungehalten ist. Nach einer unendlichen Fahrt leuchtet wie ein Wunder vor dem Eingang eines Übernachtungspalastes  die Aufschrift „Embassy Suite. 12 Uhr pm., Mitternacht, und ich komme in den Genuss von traumhaftem Luxus. Im Foyer stattlichen Ausmaßes produziert jedoch ein Wasserfall inmitten enormer Pflanzen ein gewaltiges Getöse und übermüdet und zermürbt bemühe ich mich erfolglos, die Empfangsdame zu verstehen. Wegen  meinem Bärenhunger kann ich nicht viel schlafen. Die Tageszeitung von diesem 1. Juli 2012 auf meiner Türschwelle trägt die Schlagzeile: „Historische, nie erreichte Höchstwerte bis weit über 100° F in etlichen US-Bundes­staaten“(auch in North Carolina).

Am Morgen heißt es: nur nichts riskieren, gleich mit dem Shuttle zum Flughafen, auch wenn die Abfahrt am späten Nachmittag „gescheduled“ ist. Man soll ja nie zweimal denselben Fehler machen – also sofort zur Dame am Schalter mein Hörproblem erklären und sage gleich, dass ich taub bin, gehörlos. No Problem! Wenn das gate öffnet, kommen Sie gleich zu mir. So werde ich als Erste in das Flugzeug geleitet, die gesamte Crew nimmt mich in Empfang, jeder stellt sich vor, und das, bis ich meinen Platz in der Economy Class einnehme. Eine VIP!!!

Es ist schön, dank dieses Wunders der Technik und der Medizin zu hören, im Gegenteil wäre es etwas Leichtes, als Ergänzungsmaßnahme in sämtlichen öffentlichen Einrichtungen eine Induktionsschleife einzurichten. Erfreulich waren die vielen verständnisvollen Menschen, die so freundlich ihr Telefon für mich einsetzten, das ist eine wundervolle Reiseerinnerung.

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Mein Weg zum Cl und meine Erfahrungen danach

Ich wurde normal hörend geboren. Nach mehreren Hörstürzen wurde mein Gehör immer schlechter. Außerdem litt ich an Tinnitus, der mich Tag und Nacht verfolgte. Sechs Jahre kam ich mit Hörgeräten zurecht. Am 28.08.2010 erwachte ich morgens und in meinem Kopf rauschte es, als stünde ich unter einem Wasserfall. Mir war übel und schwindelig. Das Schlimmste dabei war -  ich hörte nichts mehr. Alles klang dumpf – wie durch Watte und sehr  weit weg. Nach erfolgloser medikamentöser Therapie (Tabletten, Infusionen, Verordnung neuer Power Hörgeräte) durch meinen HNO-Arzt bekam ich im März 2011 von diesem endlich (nach langer sinnloser eigener Behandlung) eine Überweisung zur Universitätsklinik Frankfurt am Main - HNO-Poliklinik.

Dann der Schock, die Diagnose lautete: „An Taubheit grenzende Schwerhörigkeit", hier hilft nur noch ein Cochlea-Implantat und das bds.Ich hatte wohl schon etwas darüber gehört und gelesen, aber richtig informiert war ich nicht. Also wollte ich erst einmal Bedenkzeit. Die Reaktion meines Hörgeräteakustikers brachte mich auch nicht weiter. Er meinte, damit wäre das Hören sehr blechern, die Worte schwierig zu  verstehen, unnatürlich eben. Das OP-Risiko sollte hierbei auch bedacht werden. Er riet sozusagen von der OP ab. Dann bekam ich eine Einladung der Uniklinik zur Infoveranstaltung über das Cochlea-Implantat. Vor Ort bestand die Möglichkeit mit Cl-Trägern zu sprechen und über deren Erfahrungen mit dem Implantat. Nach diesen neuen positiven Erkenntnissen entschloss ich mich zur OP. Nach Abschluss aller Voruntersuchungen bekam ich dann einen OP-Termin. Zuerst sollte das schlechtere Ohr operiert werden. Ich hatte höllisch Angst davor, jedoch verlieren konnte ich ja nichts, höchstens gewinnen, und an die Risiken dachte ich lieber nicht.

Die OP erfolgte am 19.07.2011. Sie verlief super. Keinerlei Beschwerden und Nebenwirkungen. Nach vier Wochen erfolgte die Erstanpassung des Sprachprozessors. Oh, siehe da oder besser höre, ich konnte wieder hören –nicht nur das–  ich verstand was gesprochen wurde, wenn auch nicht alles, aber doch viel, viel mehr als zuvor. Nach der dritten Anpassung war es noch besser. Allerdings klang wirklich alles sehr blechern, robotermäßig eben. Es sprach ET. Mit der Zeit wurde der Höreindruck jedoch zusehends besser. Ich nahm das Miauen meines Katers wieder wahr, hörte die Uhr ticken, die Vögel zwitschern, den Wind rauschen und das Prasseln des Regens. Sogar während der Autofahrt konnte ich mich unterhalten. Vorbei war die Zeit der Stille, die Zeit, in der ich mit meinen Kindern bloß noch durch Emails, SMS oder bewaffnet mit Block und Kuli kommunizieren konnte. Endlich konnten wir wieder reden. Nur meine Enkelkinder verstand ich nicht. Sie hörten sich an wie das Krächzen eines Raben. Ein fünfwöchiges intensives Hörtraining in der Kaiserberg–Klinik, Bad Nauheim, brachte dann einen weiteren Hörerfolg. Mittlerweile verstehe ich auch meine 6-jährige Enkelin und meinen fast zweijährigen Enkel.

Der Tinnitus auf dem implantierten Ohr hat sich ebenfalls gebessert, nur auf der nicht operierten Seite nervt er noch. Ebenso ist das Hören von Musik und dem Fernseher, das Telefonieren und die Gespräche in den Büroräumen mit meinen Kolleginnen und Kollegen noch nicht optimal, wobei ich anmerken muss, dass sich die Kollegen-/innen auch keine Mühe geben deutlich zu sprechen und Blickkontakt aufzunehmen.

Anzumerken ist ferner, daß ich in der Zeit meiner Schwerhörigkeit –oder besser gesagt– fast Taubheit im Betrieb als „dumm und behindert“ hingestellt und vom Kollegenkreis  ausgeschlossen wurde. Hier greift das Urteil „Brillenträger sind gebildet, Gehörlose sind behindert". Das ist zum Teil auch heute noch der Fall. Die Begrüßung nach meinem Wiedereinstieg in das Arbeitsleben war: „Hören sie jetzt endlich wieder besser?“. Ich stehe weiterhin außen vor und werde mit einem mitleidigen Lächeln bedacht. Dumm und behindert werde ich wohl in deren Augen bleiben, doch damit kann ich mittlerweile leben.

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Wohin geht die Reise mit dem CI

Gaaanz weit weg in eine andere Welt… Das Ci ist mein neuer Gefährte seit April 2011.

Zu meiner Person: mein Name: Brigitte Stöppler, stark schwerhörig seit 30 Jahren, beidseitig. War und bin (nun noch einseitig) immer mit Hörgeräten versorgt, immer zufrieden, da nie aufgegeben und immer super Lösungen gefunden mit allen technischen Hilfsmitteln, die zur Verfügung standen. Nur irgendwann reicht eben auch das nicht mehr und das Manko konnte nicht mehr ausgeglichen werden. Und der Körper machte die ganzen Herausforderungen nicht mehr mit, er streikte an allen Ecken!

Im Dezember 2010 hatte ich einen Termin bei Prof. Stöver in der Uni Klinik zur Erstberatung wegen Ci. Ergebnis: na wenn das kein Fall für ein Ci ist, wer dann, aber das hatte ich schon 3-4 Jahre vorher gehört, als mal wieder das Gehör absackte, nun ja.

Das Procedere war mir durch intensive Rechereche schon ziemlich klar, ABER so viele Fragen bezüglich des eigenen Empfindens und des daraus resultierenden Verhaltens im Alltag, das hat mich sehr umgetrieben. Zumal ich ein etwas ungewöhnliches Familienleben führe.

Meine Standorte sind in Deutschland und in Asien, wo ich dann auch immer für mehrere Monate bin. Werde ich dort die Sprache verstehen, den Lärm bewältigen etc? Die Fragen für das persönliche Empfinden konnte mir Frau Kratz vom CIV Hessen bestens beantworten und somit einige Sorgen beiseiteschieben.

Das andere mußte ich mit mir selbst ausmachen und dann Entscheidungen fällen: ich bin rasch entschlossen und wenn es paßt, dann soll es auch losgehen. Am 03.03.2011 wurde operiert, am 11.04. der Prozessor eingestellt. Und ich war überrascht, wie gut das vonstatten ging. Die weiteren Lernfortschritte machte ich in Friedberg, im CIC, wo ich immer noch mit Freude hingehe, ein so tolles Team, das paßt .

War auch noch zur Reha in Bad Nauheim, wo es auch um eine Gesamtversorgung abseits des Alltags geht, was nicht zu verachten ist. Hier ist ebenfalls eine sehr gute Beratung. Nun wollte ich das nach 5 Monaten mit recht guten Ergebnissen genau wissen. Ich wollte zum ersten Mal mit Ci nach Asien fliegen. Machte mich schlau wegen Abläufen am Flughafen und im Flugzeug.

Bestellte mir bei der Fa Cochlear genügend Filter, einen Leihprozessor, eine Ersatzspule, ein Ersatz Audiokabel etc. Denn Erfahrungen mit den Hörgerätem in den letzen Jahren hatten gezeigt, dass es Sinn macht, solche Dinge im Marschgepäck zu haben, um nicht bei „Not“ ausfliegen zu müssen (was mir auch schon passiert ist). Also dann, in Frankfurt am XRay fragte ich, ob ich seitlich durchgehen könne, wegen des Implantates. Kein Problem, wurde dann „gründlich“ durchgecheckt, sogar Schuh und Strümpfe mußte ich ausziehen. Mein Gepäck lief durch, mich ließ man sitzen ohne Fußbekleidung!

Der Mensch am Ende des Bandes wartete ganz entnervt, wem denn die beiden Teile gehörten, denn er wollte nochmal etwas nachgucken. Als ich dann etwas nachdrücklicher wurde wegen der Schuhe, kamen die dann auch zurück. Der Sicherheitsbeamte wollte alles genau sehen  in meiner Bordtasche, sieht schon kurios aus auf dem Screen, so viele Kabel und Zubehör in der Tasche (nehme meine ganzen Ci und Hg Zubehörsachen grundsätzlich in die Bordtasche), am Ende meinte er, eine Metallstange zu sehen: es war der Bügel meiner Sonnenbrille ….. Nach 40 Min war das geschafft… Dann lief alles wie immer.

Im Flugzeug beim Start und Landen nahm ich den Prozessor ab, wie geraten, es war alles gut. Der Umstieg in DOHA war problemlos, dort konnte ich am XRay seitlich vorbei, man schaute mich kurz an, winkte mich durch, kein Nachfragen, kein Abtasten, dort geht ALLES durch.

Endlich angekommen in Saigon, ging der Power Test dann im Alltag richtig los. Es ist heftig in solchen asiatischen Metropolen, was da auf das Ci Ohr einströmt. Habe mir schon das Lärmprogramm und  im Gespräch mit einem Partner das Focus-Programm eingestellt, es war im Verstehen gut, auch in der fremden Sprache. Wirklich prima.

Aber die Belastung für den Hörnerv ist nicht zu unterschätzen. Das war heftig für mich und man sollte wohl etwas vorsichtiger dosieren!!! Heißt viel mehr Pausen einlegen (mir kamen meine selbst verordneten Pausen schon viel vor, aber scheinbar nicht genug).

Als ich dann auf dem Rückflug war, wollte der Beamte in Saigon am Flughafen meinen Ersatzprozessor sehr genau begutachten und hatte kein Verständnis, dass ich ihn NICHT durch das X Ray gejagt haben wollte. Da mußte ich härtere Maßnahmen ergreifen!

Trotz vorbereitem Hinweiskärtchen mit bildlicher Darstellung, er verstand das einfach nicht, wie auch. Heißt in Zukunft, ich mach mir mein Hinweiskärtchen zusätzlich in deutscher und englischer Sprache noch in asiatischen Sprachen, sonst könnte das irgendwann schief laufen. Man muß eben für alle mitdenken, das bin ich in Asien eh gewohnt.

Also Resumee: geht alles, nur etwas Vorbereitung und Zeit mitbringen und ruhig Blut. Was noch auffallend war: nach 2 Wochen mußte ich jeweils die Filter wechseln: hohe Luftverschmutzung und Luftfeuchtigkeit.

Nun muß ich erstmal verschnaufen, nochmal andere Einstellungen probieren und dann geht’s wieder los.

Also keine Panik alles kein Problem

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Mein Weg zum CI (A. Bektas)

Zunächst einmal, muss ich mich für meine Grammatik Fehler entschuldigen, ich finde bis heute noch die deutsche Grammatik grauenhaft. Mag das nicht einmal lernen. Dadurch, dass ich viel lese könnte ich mir praktisch die deutsche Grammatik merken, aber mich interessiert nur die Geschichte in dem Roman. smileyVielleicht lerne ich das irgendwann mal, wenn ich mit meinem CI wieder ganz doll hören kann. Danke.

Über mich

Ich bin 40 Jahre jung, verheiratet und habe 2 Kinder im Alter von 15 und 18 Jahren. Einen ganz besonderen DANK möchte ich zunächst auch an meinen Eltern ausrichten. Danke für eure Geduld, Unterstützung und ganz besonders eure Liebe.

Meine Vorgeschichte

In meinem 5. Lebensjahr erkrankte ich schwer an Masern. Von da an hörte ich immer schlechter. In meinem 8. Lebensjahr, da besuchte ich schon die 2. Klasse der Grundschule, merkte meine Lehrerin, dass ich vom Lippen ablese. Sie hatte den Verdacht, dass ich schlecht höre und sprach meinen Eltern an. Ab diesem Zeitpunkt ging alles schnell. HNO Arzt, Hörgeräte Akustiker usw. Zunächst bekam ich nur ein HdO Gerät. Später dann zwei HdO Geräte. Ich konnte wieder gut hören, das war sehr schön und unvergesslich für mich. Und das Beste war, dass ich ganz normale Schulen besucht habe. So habe ich wenigstens keine Sprach Probleme. Sicher hatte ich manchmal Schwierigkeiten, aber ich hatte auch viel Unterstützung durch Lehrer, Freunde und später Hilfsmittel. Bis es nicht mehr ging.

Meine Entscheidung

In den letzten Jahren merkte ich dass ich auch mit Hörgeräten zunehmend schlechter hörte. Ich habe kaum noch was verstanden. Mir blieb nicht anders übrig als vom Lippen abzulesen, was nicht immer möglich war. Zum Beispiel beim telefonieren. Ich war manchmal auf Hilfe angewiesen. Da ich meine Lebensqualität und meine berufliche Zukunft verbessern wollte, entschied ich mich für ein CI Operation in Universitätsklinik HNO in Tübingen. Die Klinik ist nur 40 km von mir entfernt. Nach einem Termin mit zahlreichen Untersuchungen, Beratungen und Vorbereitungen in HNO Klinik Tübingen bekam ich meine OP Termin vom Professor Pfister, der mich auch operieren sollte. Entschieden wurde auf mein rechtes Ohr, weil ich dort noch schlechter hörte und auf CI von MED-EL, OPUS 2.

Die Operation

Am 09. Juli 2009 um 8:00 Uhr kam ich in die Klinik an. In der Station waren alle sehr nett, ich fühlte mich wohl. Angst vor der OP hatte ich keine, denn ich vertraute dem Professor Pfister vollkommen. Ca. um 12:00 Uhr holten sie mich für die OP ab. Ich fand es überhaupt gut, dass ich ein Tag zuvor nicht in der Klinik übernachten musste, sonst wäre ich womöglich nervös geworden und hätte bestimmt nicht schlafen können, die ich von meinem früheren Operationen kenne. Ist halt bei jedem Menschen anders.

Als ich in Aufwachraum das erste Mal meine Augen öffnete, berührte ich mein operiertes Ohr um zu wissen, ob alles vorbei war smiley. Als ich den dicken Verband am Kopf fühlte, war ich erleichtert. Noch mehr erleichtert war ich aber als ich keine Schmerzen spürte, was ich eigentlich auch erwartet habe. Schließlich bekommt man Schmerzmittel in die Infusionsbeutel gespritzt smiley.

Ca. 17:00 Uhr war ich dann in meinem Zimmer. Irgendwann kam der nette Professor Pfister um nach meinem Befinden zu fragen. Mir ging es gut. Ich war natürlich nur sehr müde. Als die Krankenschwester mich zum WC begleitet hatte, war ich froh keine Schwindel zu spüren. Nur wenn ich mich nach vorne gebeugt hatte, spürte ich etwas Schwindel, aber es war erträglich. Am spät abends spürte ich dann Kopfschmerzen, die nicht schlimm waren aber unangenehm. Ich bekam ein Schmerzmittel von der Nachtschwester. Ich konnte in der Nacht relativ gut schlafen.

Am nächsten Morgen dem 10. Juli 2009bekam ich den Verband an meinem Kopf ab. Ich weiß  nicht, wie lange der Verband am Kopf/Ohr sonst dran bleiben musste, aber ich wollte es weg haben. Es war alles in Ordnung. Ich fühlte mich schon viel besser. Ich bin sogar zum Röntgenabteilung, die in andere aber in der Nähe befindliche Klinik Gebäude, gelaufen. Ohne Probleme. Man kann selbst entscheiden, ob man mit Klinik, Taxi oder zu Fuß dorthin gehen möchte. Die Röntgen Untersuchung ergab, dass meine CI gut sitzt. Ich durfte sogar meine CI Röntgenbild sehen (Danke Professor Pfister smiley).

Am 11. Juli 2009 durfte ich die Klinik verlassen. Am 4. Tag nach der OP bekam ich Tinnitus am CI Ohr, der nach eine Woche wieder verschwand.

Erstanpassung

Am 12. August 2009 hatte ich meine Erstanpassung beim Akustikermeisterin Frau Correnz von Erdmannsdorf in der HNO Klinik Tübingen. Ich war gespannt und sehr neugierig. Als sie die Spule für Kontrolle an meinem Kopf gesetzt hatte, hörte ich ein Signal, dass mich überrascht hat, aber ich habe mich gefreut überhaupt etwas gehört zu haben. Über das Technische möchte ich hier nicht berichten, weil man so oft darüber berichtet hat. Einmal lesen reicht finde ich, eins muss ich aber sagen: Frau von Erdmannsdorf ist eine sehr geduldige Person, was ich sehr wichtig finde.

Als ich meine Sprachprozessor nach Einstellung zum ersten Mal getragen habe hörte ich erstmal nur Töne, ähnlich wie Morse Zeichen. Was aber normal war, schließlich muss das Gehör/Gehirn sich daran gewöhnen. Es störte mich überhaupt nicht, weil ich wusste, dass alles nur noch besser sein würde. Ich bin ein geduldiger Mensch, anschließend gab es ein Gespräch mit dem Professor Pfister. Er sagte, dass er sehr sehr zufrieden ist. Für meinen nicht so schlimmen aber noch vorhandenen Schwindel hat er mir einen Übungsbogen mitgegeben, den ich fleißig üben musste.

Am Abend zu Hause merkte ich, dass ich Geräusche wahr genommen habe, aber mit einem anderen Klang. So eintönig, so ungewöhnlich. Jeden Tag lauschte ich neugierig mit meinem CI. Jeder 5. bis 7 Tag wechselte ich das vorprogrammierte Programm mit der dazu gehörigen Fernbedienung. Die Fernbedienung finde ich praktisch. Mit jedem Programm hörte ich anders, ob besser oder schlechter konnte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht sagen.

Irgendwann, ich weiß es nicht ganz genau wann, bekam ich wieder Tinnitus am CI Ohr. 24 Stunden lang ununterbrochen. Es hat genervt aber durch meine Recherche und durch meine Frage und Antwort in der DCIG-Forum wusste ich, dass es wieder weg gehen würde und hatte es akzeptiert (Danke Renate und Sandra, ihr habt mir Mut gemacht). Ich wusste aber auch, dass das bei jedem Menschen anders sein kann.

Mein Weg zum Logopäden und mein Hörtraining

21 Tage nach der Erstanpassung konnte ich endlich mit der Hörtraining anfangen. Zunächst möchte ich mein besondere Weg zum Logopäden erzählen. In der Uniklinik Tübingen hat Frau Correnz von Erdmannsdorf mir eine CI erfahrene Logopäde für Hörtraining in Böblingen empfohlen. Da ich nicht so weit fahren wollte, fragte ich sie ob ich mir einen anderen CI erfahrenen Logopäden aussuchen darf. Sie war damit einverstanden und hat sogar in ein paar anderen Logopädie Praxen, die in meine nähe befindliche Orte angerufen. Sie waren zur der Zeit nicht erreichbar (Mittagszeit). Jedenfalls wollte ich zunächst die in meinem Ort befindlichen Logopäden aufsuchen, um zu fragen ob sie Hörtraining für CI Patienten geben. Ich ging in die Praxis von Markus Leupolz. Dort traf ich Tabea Weinkauf, ein Mitarbeiterin vom Herr Leupolz. Herr Leupolz war zu der Zeit im Urlaub. Frau Weinkauf war sehr nett und hat mir geholfen mich richtig zu entscheiden, in dem ich auf Herr Leupolz wartete und ihn fragte, ob er mir trotz CI unerfahrener Hörtraining geben kann. Danke Frau Weinkauf.

Herr Leupolz kam aus dem Urlaub zurück und schon hatten wir ein Gespräch. Er war genau wie Frau Weinkauf sehr zuvorkommend und versprach mir mit meinem Audiologin Kontakt aufzunehmen, um die Verfahren für Hörtraining für CI Patienten zu erfahren und mir dann Bescheid geben. Gesagt getan. Ich war sehr glücklich, als Herr Leupolz mir mitgeteilt hatte, dass er mir Hörtraining geben würde. Ich bedanke mich auch beim Herr Leupolz für seine Akzeptanz und Bemühungen. Glauben Sie mir das ist nicht selbstverständlich. Einige Praxen wollten mich sofort zu anderen schicken. Herr Leupolz hat nicht nur seine Hilfsbereitschaft bewiesen sondern auch ein Stück Mut. DANKE.

Mein erster Tag mit Hörtraining verlief sehr gut. Ich musste mir zwei hintereinander folgenden Geräusche anhören und Herr Leupolz sagen ob es gleich oder nicht gleich ist. Das war spannend und hat Spaß gemacht aber zum Schluss wurde ich müde durch Konzentration. Das war aber normal. Also, es hat doch super geklappt mit meinem Logopäden. Ich war/bin sehr zufrieden mit ihm.

In anderen Erfahrungsberichten liest man sehr wenig über den Ablauf von Hörtraining mit Logopäden. Ich werde es hier ganz kurz und möglichst verständlich schildern. Ich hatte vorher keine Vorstellung von diesem Hörtraining. Ein Hörtraining wird u. a. mit dem PC Programm Audiolog 3 gemacht.

Zuerst übt man mit Geräuschen in verschieden Bereichen wie im Haus, draußen, Tiere, Musikinstrumente: Nehme ich Geräusche wahr? Sind die Geräusche gleich oder nicht gleich? Lang, kurz? Laut, leise? Was ist das für ein Geräusch? Kann ich das zuordnen? Ich war sehr glücklich, als ich die verschiedenen Geräusche unterscheiden konnte. Aber zuordnen konnte ich zu der Zeit noch nicht. Aber es war trotzdem ein guter Fortschritt. Später übt man mit Selbstlaute, Silben, Wörter und zum Schluss mit Kurzgeschichten. Ich hoffe das war verständlich genug.

Meine Fortschritte und weitere Anpassungen

Ein paar Tage vor der zweiten Anpassung am 22.09.2009 habe ich wieder mal meinen mp3 Player an meinem CI angeschlossen. Ich wusste welche Lieder drauf waren, aber ich wusste nicht mehr die Reihenfolge. Beim Abspielen wusste ich plötzlich welches Lied gerade spielt!! Auch wenn sich die Musik nicht so toll anhört wie vorher. Aber ich glaube fest daran, dass ich das irgendwann mal wieder ganz normal hören werde.

Bei meiner zweiten Anpassung haben wir auch über den Reha Antrag gesprochen. Der Antrag für Reha wurde gestellt. Entschieden haben wir uns für die Klinik in Bad Nauheim. Nach ein paar Monaten wird es soweit sein.

Nach der neuen Einstellung der CI merkte ich, dass sich alles wieder anders anhört. Es war angenehm lauter und klarer. Jedenfalls besser als vorher. Die Sprache klang auch anders. Das gesprochene und gesungene hörte sich wie Mickey Mouse Stimme an. Aber es störte mich nicht. Das interessante war, dass ich Türen und Boden quietschen hörte, was ich vorher nicht konnte. Ich war sehr zufrieden, auch wenn ich die Sprache noch nicht verstehen konnte. Aber es ist ein paarmal durchaus vorgekommen, dass ich ohne von den Lippen abzulesen ein paar Wörter verstanden habe. Meine Audiologin war auch sehr zufrieden mit meinen Fortschritten.

Mein Tinnitus war zu der Zeit noch da, aber etwas war anders. Die Töne hatten sich geändert. Es war leiser geworden und manchmal hatte ich den Eindruck, dass ich kein Tinnitus habe. Ich machte mir nicht mehr all zuviel Gedanken darüber. In der Zwischenzeit ließ ich meine Hörgeräte zum größten Teil aus. Nur, wenn ich Musik hörte und mich fremde Leute ansprachen ließ ich es an. Sonst hörte ich nur mit CI. Mit lippenablesen klappte es recht gut.

Am 21.10.2009hatte ich meine 3. Anpassung und erste Hörtests. Die Hörtests wurde ohne Kopfhörer gemacht. Ich saß in einem Raum mit riesengroßen Boxen. Ich sollte Zahlen (mehrsilbig) nachsagen.


Fakten:

Hören nur mit CI, leise zu 40 % verstanden

Hören nur mit CI, laut zu 60 % verstanden

Hören mit CI und Hörgerät zusammen, 70% verstanden


Für den Anfang sehr gute Ergebnisse. Mein Audiologin und Ärzte sind sehr zufrieden. Weitere Fortschritte sind, dass ich jetzt einsilbige Wörter besser verstehen kann. Noch nicht 100% aber vor der CI Operation war das Einsilberverstehen gleich 0%. Die Mickey Mouse Stimmen wurden weniger. Jetzt brauche ich Feinabstimmung und intensives Training, dafür habe ich den REHA Antrag gestellt und warte auf eine Antwort von der Rentenversicherung. Noch etwas Wichtiges für diejenigen, die erst nach der CI Operation Tinnitus auf dem operierten Ohr bekommen haben: Jetzt nach der 3. Anpassung habe ich fast kein Tinnitus mehr. Wenn dann nur noch selten, sehr leise und nur von kurzer Dauer (ca. 1 Minute). Also nicht die Hoffnung verlieren!

 
Meine Reha

Vom 11.02.2010 bis 18.03.2010 (5 Wochen) hatte ich zur Reha in der Kaiserbergklinik in Bad Nauheim. Zunächst einmal: Ich musste mein Hörgerät ganz ablegen, was mir nicht leicht gefallen war.
Ich hatte jeden Tag Hörtraining. Einzeln (bei Frau Bumann, Frau Schwarz und Frau Karger), mit der Gruppe (ca. 9 Personen mit Frau Bumann), manchmal auch mit einer kleinen Hörgruppe (4 Personen). Manchmal gab es aber auch Kommunikationstraining mit Frau Zeh. Es wurde einmal in der Woche CI-Einstellung gemacht. Nach jeder CI Einstellung habe ich das Hören getestet. Man konnte seine CI Einstellung nach Bedarf machen lassen, aber das  habe ich nicht nötig gehabt. Kurz gesagt, eine Klasse CI Versorgung. Die Klinik insgesamt mit ihren Anwendungen, Essen und Mitarbeiter fand ich sehr gut.

 

 

Fazit Aufnahme Entlassung
Vokaltest 75% 100%
Konsonantentest 75% 100%
Zahlen 65 dB 1oo% 100%
Zahlen 80 dB 100% 100%
Einsilber 65 dB 60% 70%
Einsilber 80 dB 55% 90%
HSM Ruhe 40% 90%
HSM S/R 15 dB 30% 45%
Speechtracking mit Absehen 37/min 37/min
Speechtracking ohne Absehen 32/min 32/min

Ganz tolle Ergebnisse finde ich. Nicht nur das, ich hatte auch andere gute Erfahrungen gemacht. Ich habe den pfeifenden Wind gehört (musste nachfragen was das ist), den ich vorher nicht kannte! Ich wusste zum Beispiel nicht, dass auch im Winter die Vögel singen und es überhaupt so viele Vogelstimmen gibt!!! Und das alles habe ich bei geschlossenem Fenster gehört. Ich bin so glücklich darüber. Was mir noch möglich geworden ist, dass ich unfreiwillig Gespräche von Tischnachbarn hören kann. Vielleicht sollte ich mal mit Absicht lauschen, nur so als Hörtraining (lach)!!! Und das wichtigste: ich kann jetzt telefonieren!

Hier einen ganz besonderen Dank an ganz besonders kompetente Menschen: Frau Bumann, Frau Schwarz und Frau Karger. Frau Bumann mit ihrer extrovertierten Art, Frau Schwarz mit ihrer netten, sympatischen Art und Frau Karger mit ihrem ansteckenden Lächeln. Danke für Ihre Geduld smiley...

In der letzten Woche bevor ich entlassen wurde, durfte ich mein Hörgerät wieder tragen. Als ich mein Hörgerät eingeschaltet habe, hatte ich es gleich schon wieder raus genommen. Es klang alles so furchtbar mit dem Hörgerät. Dr. Rehbein hat mir erklärt warum das Tragen des Hörgeräts wichtig ist. Damit das Gehör zu arbeiten hat smiley...Mittlerweile hatte ich mich daran gewöhnt und es störte mich nicht mehr. Mein Tinnitus kam mit jeder neuen Einstellung, aber er legte sich wieder.

Schlusswort

Ich kann jetzt gut hören, aber ich will besser hören, mit einem zweiten CI! Mein Entschluss steht fest. Demnächst werde ich einen Antrag stellen.

Nachtrag

Nun habe ich auch meine 2. CI OP erfolgreich hinter mir und genieße die Vorteile des Stereohörens. Vorteile sind zum Beispiel: Richtungshören, besseres Verstehen der Gesprächspartner bei Störgeräuschen, nicht hindrehen des Kopfes zum Gesprächspartner. Die CIs haben mein Leben zum Positiven verändert. Ich bin froh die richtige Entscheidung getroffen zu haben und kann das CI empfehlen.

 Vielen Dank für's lesen....

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