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Erstanpassung des Auria-Prozessors

(Vorbemerkung: Den Bericht habe ich eine Woche nach der Erstanpassung geschrieben. Solche unmittelbaren und spontanen Eindrücke können jedoch keine langfristige Entwicklung aufzeigen. Da jedoch einerseits eine erste Rückmeldung bezüglich des neuen Auria-Prozessor gewünscht war, andrerseits gerade den ersten Tagen mit dem CI ein besonderes Interesse gilt, ist dieser Bericht hier jetzt doch schon zu lesen. Die Aufnahme späterer Entwicklungen ist nicht ausgeschlossen).
 
Der Bitte um einen Erstanpassungsbericht komme ich gerne nach. Da ich selbst Berichte am interessantesten fand, wenn sie viel subjektives Erleben wiederspiegelten, versuche ich möglichst ohne innere Zensur zu schreiben. Vorab muss ich daher jedoch ein paar Sätze zu meiner Hör- und Lebensbiographie verlieren. Erst vor diesem Hintergrund kann dann die Erstanpassung beurteilt werden. Beispielsweise erklärt sich so, warum ich manchen Höreindrücken besondere Aufmerksamkeit widme, obwohl ich genau weiß, dass die Erwartung vielleicht utopisch ist, nur kann halt auch die gründlichste Vorinformation Hoffnungen, Ängste etc. nicht gänzlich aus der Welt schaffen.
 
Die Hörbiographie
 
Meine Hörprobleme begannen zunächst vor 14 Jahren zunächst mit Tinnitus, wahrscheinlich in Folge eines unbemerkten Hörsturzes. Da ich Musik studierte, galt meine ganze Aufmerksamkeit der Überwindung des Tinnitus. Der Hochtonverlust blieb weitgehend unbeachtet. Einige Jahre später kam es immer wieder zu rezidivierenden Hörstürzen. Vor sechs Jahren bekam ich dann die ersten Hörgeräte. Die Hoffnungen auf eine Stagnation erwiesen sich als falsch, erst sehr spät wurde meine Hörschädigung als progrediente Innenohrschwerhörigkeit diagnostiziert, auch ich brauchte einige Zeit mir das einzugestehen. 
Zum Zeitpunkt der CI-OP verfügte ich zwar im Tieftonbereich über ganz ordentliche Hörreste (250 Hz – 50 dB) oberhalb 1000 Hz war jedoch keine Reaktion mehr messbar. Zudem kam, dass ich seit einem Jahr mit meinen starken Claro-Geräten nicht mehr zurecht kam, ich benutzte lieber die alten schwachen Digifocus um wenigstens die Vokale sauber zu hören. Nachdem ich weitere neue Power-Geräte ergebnislos getestet hatte, entschied ich mich zur Implantation, auch weil fast jeder weitere Hörtest wieder schlechtere Ergebnisse ergab. Ich war auch in der Phase vor der OP trotz beruflicher Umstellung mit dem Hören sehr gefordert (auch überfordert), mit meinen Hörresten und Absehen konnte ich ruhigen Zweiergesprächen folgen, sogar mit Kopfhörer noch etwas telefonieren, alles andere ging eigentlich nicht mehr. 
 
Auch in meiner früheren Lebensweise war ich sehr am Hören orientiert. In Verbindung mit meinem Musikstudium war für mich das Ohr der wichtigste Sinn. Trotz hochgradiger Hörschädigung hatte ich noch praktisch bis vor ein bis zwei Jahren musikalische Auftritte. Ich schreibe dies nicht, um pathetisch zu werden oder irgendwelche Klischees zu bedienen, sondern weil ich glaube, dass dies mit zu meinen Voraussetzungen für den Verlauf der Anpassung gehört.
 
Die OP im Mai verlief völlig komplikationslos: kein Schwindel, kein Erbrechen. Nur das Restgehör war weg.
 
 
Anpassung mit dem Auria-Prozesor von Clarion
 
Jetzt am 30. Juni 2003 hatte ich Erstanpassung. Ich hatte mich für Clarion entschieden, die schnelle Strategie mit HiRes war ausschlaggebend. Vor der Anpassung schon die erste Überraschung. Ich hatte mich zunächst auf den Taschenprozessor eingestellt, doch dann war der Auria- HdO schon da. Sehr spontan entschied ich mich quasi ungeprüft gleich den Auria zu nehmen.
 
In 15 Minuten war die Erstanpassung gelaufen, alles klang noch sehr nach monotoner und verzerrter Computerstimme, aber ich konnte (mit Absehen) praktisch gleich alles verstehen. Hier wurde eigentlich schon deutlich, dass es ein sehr guter Anpasserfolg werden würde. Zweifel hatte ich allerdings, ob ich mich schnell an den verzerrten Klang gewöhnen könnte. Eine Anfechtung war auch die erste Übung zum Erkennen von Instrumenten. Mehrmals verwechselte ich Xylophon mit Trommel oder Glocke und Rassel. Jedoch ein Lichtblick: die Blockflöte klang natürlich und frequenztreu. Zunächst hatte ich im Alltagsgespräch Schwierigkeiten, weil ich nicht mehr wusste, welchen Kanal ich denn nun eigentlich verwende: CI, Absehen oder Restgehör. Aber trotz des ungewohnten Klangbildes konnte ich das CI auf Anhieb ohne Probleme tragen, ein enormer Unterschied im Vergleich mit meinen Versuchen mit den Power-Hörgeräten. Nach zwei Stunden Anpassung machte ich den ersten (verrückten) Telefonversuch mit meinem Handy. Zwar konnte ich vom Klang nicht erkennen wer spricht, aber immerhin erkannte ich einzelne Sätze und Wörter, eher besser als mit dem Hörgerät. Ich wusste von diesem Moment an, dass ich bald wieder telefonieren können werde. Am „Betthörer" hörte ich Nachrichten und konnte dem Inhalt weitgehend folgen. Schon am ersten Tag hatte ich soviel erreicht. Die totale Rührung blieb jedoch noch aus, da der Klang noch sehr ungewohnt war. 
 
Am nächsten Tag war ich sehr verwundert wie Autos nun klangen: herannahende Raumschiffe mit Sphärenklang, aber kein Motorengeräusch. Die eigene Stimme klang aber jetzt schon besser. Ich freute mich am Knistern von Kies, an meinen Schritten, am Schnalzen mit der Zunge, auch am Schlucken und Schmatzen. Alle einzelnen, einfacheren Geräusche waren super, sobald jedoch ein Geräusch komplexer wurde, wurde es äußerst merkwürdig. Aber im Laufe des zweiten Tages blitzte hie und da das erste natürliche Klangbild auf. Im Hörtraining hatte ich wohl so 60 – 70 % Einsilber ohne Absehen richtig (kein echter Test). Im Alltag war dieser Erfolg zwar so nicht umsetzbar, die Störgeräusche irritierten noch sehr stark. Aber als ich dann wieder Vögel hörte, meine eigene Stimme schön klang, ich auch Spaß an Popmusik im Radio entwickelte, auch wenn's noch komisch klang, setzte dann doch ein ziemliches Glücksgefühl ein.
 
Am zweiten Tag nach der Anpassung war der Höreindruck noch klarer. Dies bestätigte sich bei der Austestung: 100% Zahlen, 60 % bei den Einsilbern, 96% im Satztest. Das Nachsprechen eines Textes ging fast automatisch, hier wurde mir dann die frühere harte Denkarbeit bewusst, die einen ja manchmal in die Erschöpfung treibt. Da ich nachmittags nichts zu tun hatte, aber so am Herumexperimentieren mit dem Hören war, verordnete ich mir im risikobereiten Überschwang einen Kinobesuch quasi als Hörtraining. Am Anfang ging es eigentlich ganz gut, dann war ich doch müde und konnte nicht mehr ganz folgen. Ich wusste aber auch, dass dies eigentlich ja hirnrissig war. Aber als im Kinosessel Jazzmusik meine Gebeine wieder in Tanzlaune versetzten, kullerten dann doch einige Tränen der Freude herab. Auch in der Straßenbahn musste ich aufpassen nicht laut loszujubeln, da ich die Ansage absolut klar verstanden hatte.
 
In diesen paar Tagen bin ich auch viel lockerer im Umgang mit Leuten geworden, kann wieder reagieren ohne erst innerlich überlegen zu müssen, was könnte der oder die gesagt haben. Eigentlich hat sich seither alles nur weiterentwickelt. Versuche mit unterschiedlicher Elektrodenzahl und Stimulationsraten hatten keine großen Unterschiede zur Folge. Da ich so gute Fortschritte gemacht hatte, wurde ich schon nach einer Woche wieder nach Hause geschickt. Morgen werde ich meinen Unterricht wieder aufnehmen.
 
Auch jetzt noch muss ich mich an manches gewöhnen, klingt manches fremd, fließende, klassische Musik geht gar nicht. Kurze Schlaggeräusche hallen nach. Meine Kinder klingen noch sehr blechern, hier hoffe ich schon, sie in einiger Zeit noch besser zu verstehen. Aber ich weiß auch, dass ich in einer Woche sehr, sehr große Fortschritte machen durfte. Dies ist für mich ein unwahrscheinliches Geschenk, zu dem ich selbst willentlich nichts beitragen konnte. Und wenn ich hier recht unverfroren meine Testergebnisse bekannt gebe, so nur, weil es mir darum geht die Möglichkeiten (und Grenzen) des CIs aufzuzeigen. Mit meiner Person hat dieser Erfolg nur insofern zu tun, da er an gewisse Voraussetzungen gebunden ist. Aber auch diese Voraussetzungen sind ja vorgegeben und nicht selbst beeinflussbar. Über die Grenzen und Möglichkeiten des CIs (oder von Prozessoren, Firmen….) wird ja teilweise hitzig diskutiert, Basis hierfür können nur authentische Erfahrungen sein, seien sie positiv oder negativ. Darum habe ich mich bemüht. Dass dies so positiv ausfällt (ich kann es nicht anders sagen), erfüllt mich mit großer Dankbarkeit.
 
       
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Mein toter Hörnerv lebt ....

Vor ca. 45 Jahren hatte ich Masern, eine Kinderkrankheit, die mich im Alter von 19 Jahren befiel...
 
....plötzlich hörte ich viele hohe Töne nicht mehr. Also erster Arztbesuch mit anschließender großer Untersuchung in der Uni in Frankfurt. Dort wurde ich zum Röntgen auf eine runde Scheibe geschnallt und mein Kopf wurde von allen Seiten durchleuchtet.
 
Das Ergebnis: Beginnende Schwerhörigkeit auf beiden Seiten, bedingt durch gelähmten Hörnerv. Totale Taubheit bereits in 5 Jahren zu erwarten, mit Hoffnung aber erst mit zunehmendem Alter. Völlige Verzweiflung....., aber dann verbesserte sich plötzlich meine Hörfähigkeit und ich konnte meine neue Stelle an der Kreissparkasse Lauterbach/H. antreten. Zuvor war ich an der Stadtsparkasse in Frankfurt/Main tätig. Ich bin in Frankfurt/Main geboren. Bedingt durch den Krieg aber im Vogelsberg, der Heimat meiner Mutter aufgewachsen. 
 
Aber mit zunehmendem Alter verschlechterte sich meine Hörfähigkeit und ich musste deswegen meinen Dienst nach 21 Jahren aufgeben und beantragte Berufsunfähigkeitsrente ab 1982. Ich musste mich aus diesem Grund einer gründlichen Untersuchung durch einen Amtsarzt in Frankfurt zur Verfügung stellen. Es kam nun wieder die Bestätigung: „der Hörnerv ist tot". Dr. Brandstätter sagte damals zu mir: „Ich würde Ihnen so gerne helfen, aber ich sehe keine Möglichkeit. Vielleicht sind unsere Wissenschaftler in 30 Jahren so weit, dass sie was erfunden haben, aber ich glaube es nicht."
 
Damals tröstete mich noch mein lieber Mann und versprach für mich mitzuhören. Wir hörten nun keine Musik mehr, gingen nicht mehr in die Oper, Operette, in Musicals und Theateraufführungen.... alle Melodien waren in mir gespeichert und ich wollte sie nicht verzerrt erleben, meinen Klavierdeckel klappte ich für immer zu... und ich weinte um das Schönste im Leben, meine geliebte Musik, Abschied von „Beethovens 9." und die Unvollendete von Schubert erklangen nur noch „in" mir... Mein Mann legte nur noch Platten auf, wenn ich nicht zu Hause war... er wusste, wie weh mir ums Herz war. Auch das geliebte Vogelkonzert war für immer verstummt – mein Mann kannte alle Vögel samt ihren Stimmen... und ich bat, mach doch mal was für mich lauter nach, dann weinten wir zusammen...
 
Aber er half mir unendlich in Gesprächen mit Freunden und im täglichen Leben. Er gab für mich Antwort und übersetzte – seine Stimme war für mich unendlich vertraut und wir wurden des öfteren gefragt: „Ist ihre Frau Ausländerin?" 
 
Wir waren ein wunderbares Team in allem und ich wusste, was er dachte und er sprach aus, was mir gerade durch den Kopf ging... Aber wie es so im Leben ist, alles hat ein Ende, alles geht vorbei, nichts bleibt wie es ist, es fließt fortwährend, ändert sich...
 
Mein geliebter Mann starb im Januar 2000 und für mich brach nun die totale Stille an. Und erst jetzt kam mir zu Bewusstsein, wie entsetzlich ich behindert bin... und ich erinnerte mich an seine Frage „Wie willst du nur allein leben?" – Ja, wie sollte ich weiterleben?
 
Meine Tochter fuhr mit mir zu Frau Dr. Reinwald nach Gedern und sie veranlasste eine Untersuchung mit dem Ergebnis, dass in ihrer Praxis noch nie so eine schlechte Hörkurve aufgetreten ist... Ich hörte von den damals in 1982 bestehenden 40% nicht mehr als die Hälfte und sie verordnete mir Hörgeräte, die ich von Herrn Gensler bei Fa. Trabert in Gedern anpassen ließ. Zuerst war alles viel lauter, aber richtig Worte verstehen konnte ich damit auch nicht und so ging es 2 Jahre weiter. Ich übte mich weiter im Lippenablesen, aber es wurde immer schwieriger... und mein Freundeskreis zog sich so langsam aber stetig zurück. Ich wurde zu kompliziert für sie – man musste vieles aufschreiben – man tat es voller Mitleid, was mich am meisten ärgerte, denn ich bin ein ziemlich ungeduldiger Mensch und konnte verstehen, wenn meine Freunde nicht mehr allzu gern kamen. 
 
Meine ganze Einstellung, geprägt von Verzweiflung wurde immer aggressiver... ich zog mich von allen zurück. Was sollte ich auch auf den von mir genannten „chinesischen Veranstaltungen", wenn ich doch nichts mitbekam? Einmal erinnerte ich mich an eine Weihnachtsfeier unseres Landfrauenvereins, den ich mit gegründet hatte. Es kam ein Nikolaus mit vielen Päckchen und hatte für jede von uns ein Witzchen und alle bogen sich vor Lachen. Nur ich saß erstarrt in mitten dieser fröhlichen Schar und hätte so gern mitgelacht, denn mein Leben mit meinem Mann war von Humor, Frohsinn, Heiterkeit und viel Lachen geprägt. 
 
Der Nikolaus erkundigte sich über mich, was er verkehrt gemacht hätte... nichts... die ist taub! Mein Lachen war verstummt, mein tägliches frohes Singen... in mir war nur noch Weinen und eine große Sehnsucht, auch tot zu sein. Ich konnte diese Stille einfach nicht mehr ertragen... sie erstickte mich einfach.
 
...dann las ich eine Abhandlung über Cochlear Implantate in einer Zeitschrift aber es stand dabei, der Hörnerv muß in Ordnung sein... aber meiner war gelähmt oder schon tot... Aber ich fuhr nun wieder zu Frau Dr. Reinwald und bat um Hilfe. Die Hörgeräte waren für mich keine Hilfe und sie meinte, dass wir es mit einer Untersuchung an der Uni in Frankfurt/Main probieren sollen.... vielleicht.... vielleicht gab es doch eine winzige Hoffnung für mich.
 
...und so begannen im Oktober 2002 meine diversen Untersuchungen. Ich fahre zwar sehr gern Auto, aber die Innenstadt von Frankfurt/Main war mir nicht mehr vertraut und so fuhr mich mein Schwiegersohn und er saß all die langen Stunden des Wartens in den Fluren in der Uni bei mir und ich war ihm von Herzen dankbar.
 
...und ich erfuhr dort auch, dass es Ärzte gibt, die wissen, wie es Menschen zumute ist, die nicht hören, die ungefragt alles aufschreiben .... und das tat Oberarzt Dr. Kiefer und ich freute mich über seine so liebenswerte Art. Und am 17. Dezember, ein Vorweihnachtsgeschenk, eröffnete er mir: „Ihr Hörnerv lebt – wir können ihnen helfen – mit CI" und er erklärte mir in allen Einzelheiten diese OP. 
 
Ich hörte alle Engel im Himmel singen und wäre am liebsten gleich dort geblieben. Aber es war erst am 27.01. soweit... und meine DAK gab, nach langem Ringen mit dem Medizinischen Dienst genau einen Tag vor der OP ihre Zusage, die Kosten zu übernehmen. Ich war überglücklich, aber auch voll Angst... und nach der OP war, wie schon vorher erklärt, weiter tiefe Stille, bis auf die LKW`s, die Nachts in meinem Kopf brummten. Montag OP, Donnerstags zu Hause... und WARTEN auf HÖREN... bis zum 25.02.03!!! Dem Tag der Wiedergeburt
 
...und ich verkündete im Zimmer allen Mitpatientinnen ... „wenn am 25.02. in der Uni eine Explosion stattfindet, dann bin ich Schuld, ich springe dann vor Freude an die Decke !!!" Aber als ich dann von Prof. Dr. Stürzebecher die Außenteile angepasst bekam, war ich total erschüttert, ich hörte nur lautes GEQUAKE!! Der Professor sagte, dass ich froh sein soll, dies zu hören... Worte kämen dann später... ich weinte von Frankfurt bis Salz. 
 
Dann merkte ich täglich, dass er Recht hatte, es bildeten sich Worte und im Gegenüber mit Lippenablesen kann ich HÖREN und dann die Therapie in Friedberg im CIC bei liebenswerten Therapeutinnen wie Frau Bumann und Frau Michels lernte ich auch ein bisserl blindhören, aber das soll noch verbessert werden. Wir lachten dort viel und meine innere Spannung fiel ab... und ich danke ihnen für alle Mühe... danke vor allem unserem Herrgott, dass er Menschen erschaffen hat, die Erfindungen zum Wohle von Behinderten erfinden und Ärzte, die in Operationen diese dann vollenden. 
 
Meine größte Freude war am 10.03., die erste Amsel sang... am 25.05. hörte ich, wieder in meiner Wahlheimat angekommen, meine geliebte Gail in Kärnten, rauschen, sie floß so still. Ich weinte vor Freude und danke allen von Herzen und singe nun alle meine Lieder wieder.
 
 
Ich danke allen Ärzten der Uni in Frankfurt/Main, die mir ein neues Leben mit CI geschenkt haben. Ein Leben, das zwar batteriegesteuert ist, aber das mich die Worte meiner Mitmenschen verstehen lässt, ein Teilnehmen an vielen Dingen und wenn ich auch im Schwimmbad nur still meine Runden drehen kann, weiß ich, dass ich wenn ich draußen bin, mein Gerät zur Verfügung habe und hoffe, bald alles verstehen zu können. Auch die Menschen, die wie Maschinengewehre losknattern und auch die, die am Telefon schon jetzt annehmen, ach, sie hört doch wieder!
 
...und danke allen Menschen, die jetzt behutsam mit mir umgehen, die mir helfen, mich im Leben der Normalhörenden zurecht zu finden. Denn ich muß mich noch sehr anstrengen und hoffe nur, dass mein toter Hörnerv am Leben bleibt und nicht doch noch erlischt. Ich bin froh über das WUNDER nach 20 Jahren totaler Stille hören zu können und danke für mein NEUES LEBEN.
 
 
 
Nachsatz
Ich schrieb diesen Bericht für Herrn Michael Schwaninger, der in seiner liebevollen, verbindlichen Art mir geholfen hat, Adressen in Österreich zu bekommen, an die ich mich im Notfall wenden kann. Herrn Schwaninger lernte ich über die VdK-Zeitung kennen, in der er sich als Leidensgenosse darstellte. Erst später erfuhr ich, dass er Schriftführer des CIV HRM ist. Ich verbringe seit 1987 die Sommermonate in Kärnten und bin also über 700 km vom CIC Friedberg entfernt. 
 
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Psychosomatic Hearing Loss?

My Cochlear Implant Story... 
 
I woke up deaf one morning. It was the Spring of 1971 in Anchorage, Alaska. No warning, no nothing, I was a 17 year-old high school student with perfectly normal hearing! I could hear fine when I went to sleep. Somehow during the night something happened, something broke or something that was perhaps very tentative and hanging by a thread, finally gave up.
 
Of course at that time I didn't know I was actually deaf. I went to the ear, nose and throat (ENT) doctor who said I had "fluid" in my ears, took home some ear drops and thought that was the end of the matter. Not so!
 
My hearing was not restored with the ear-drops and the next thing I knew I was on my way to Wilford Hall Medical Center in San Antonio, Texas. My father was a career Air Force man and I was flown from Alaska to Texas on a military medical transport plane.
 
Two weeks of testing provided no clue as to why I was deaf! It was determined that I had a "conversion reaction" or hysterical deafness! Yep, they basically could not find a cause, so it was all in my mind!
When I was young, I had many ear infections. I had been told that at one point, when I was in first grade, I lost my hearing and had surgery to clear out scar tissue and my hearing was restored. My parents chain-smoked. I once read a research article stating that children of parents who smoke had a higher incidence of ear infections.
 
When we lived in Biloxi, MS, my sister and I used to follow the mosquito trucks (along with all the neighborhood kids). Basically these were trucks that drove around releasing mosquito repellent in a thick white cloud. All the kids rode their bikes through this cloud of poison for "fun." Who knows how all this might have affected my hearing-but of course nobody wanted to listen to any of that. It was more interesting for me to have a "conversion reaction!"
 
Back home again, my family was told I needed to be put into the mental ward. If I refused the family "could" lose medical privileges! So off I went for a six week stay in the mental ward. This place came complete with barred windows and barred doors. I was considered a "flight risk" and confined to the floor. Interesting to say the least!
 
I was put on drugs, they tried to hypnotize me, put me into group therapy. I was newly deafened and did not yet have good lip reading skills. The people in my group had been told to treat me with hostility and to try to make me mad enough to "forget" I was deaf.
 
I also went through a week of shock treatment! I ended up screaming bloody murder and demanding to be discharged! They let me go home against recommendations and I was told to "come back when you are ready to hear again!"
 
Four years later, knowing full well I did not have a mental problem, I found a sympathetic doctor who was willing to review my medical records and see if there was something else that that could be done.
 
He called with the news that they had never bothered to do an evoked potentials test on me. The one test that would prove that my hearing loss was organic was finally done and the verdict was bilateral nerve damage of idiopathic (unknown) origin.
 
Yippee-I was not crazy, but I had to mourn loss all over again. I was sort of clinging to the hope that it would just come back if I tried hard enough. Now I knew it wouldn't!
 
By 1985, I was married with one daughter. My husband, who was at that time in the Air Force, got sent on a remote assignment to Iceland. I decided to stay in the states and go back to Connecticut to stay with my family for a year.
 
In September my sister Cheryl read a newspaper article about a man who had received a cochlear implant in a neighboring town. She immediately called the phone number given and before I knew it I was sitting in the office of Dr Keat Jin Lee, in New Haven, Connecticut.
I was tested and tested and tested and passed with flying colors. My cochlear implant surgery was scheduled! I was implanted with a Storz 4-channel cochlear implant on November 5th, 1985 during a 5-hour surgery. At that time, cochlear implants were still considered experimental and it was a definite leap of faith for me!
 
The operation was a big deal and so it was pretty much standing room only in the operating room that day. My surgery time was even postponed because one surgeon's flight from San Francisco was delayed and he was assisting! The night before the surgery I was being woken up over and over by smiling doctors who wanted to ask my permission to attend the surgery. It was one big party with a movie camera!
 
The first month after hook-up was amazing! After 14 years of silence I could hear environmental sounds--for example, the dishwasher changing cycles and the phone ringing. I could tell the difference between male and female voices, but not what they were saying. I could hear planes overhead and traffic sounds. Music sounded pretty bad--so I didn't really bother with it.
 
During the second month, I couldn't hear the phone ring anymore and other sounds disappeared. My audiologists tried in vain to keep it going, but one channel after another broke down and by the fifth month I had one channel left and every time I wore my speech processor I got an electric shock! I was told to take it off and not try to use it.
 
With the hope that they might come up with a "fix," I left the internal parts in my head for five years. I finally had the device removed in September, 1990 after a very nasty ear infection in the implanted ear left me at home with visiting nurses coming to the house to hook me up to IV's!
 
I was told when I had the implant removed that I could have another put in immediately. The company that made my Storz-4 channel had left the cochlear implant business and they had no replacement for me. I could have gotten a different brand, but I decided to wait until they had "perfected" the implants a bit more.
 
I knew for sure that one day I would have another implant. My failed cochlear implant gave me just enough taste of the future that I could wait and when the time was right I would do it again.
 
Life went on and I had moved to California, divorced and remarried. In September 2001, I was sent an e-mail from a friend about an entire family who had all received cochlear implants. I did a bit of digging around and found out that the implants had evolved to the point where speech discrimination was a given! My wait was over!
 
This time around I did a lot of research into cochlear implants and found it a fascinating subject! I signed up for CI forums on the internet and requested materials from all the CI manufacturers. I spent nine months researching them and made my decision about which device I wanted.
 
After some major insurance hassles, I was again in the operating room for a second cochlear implant! Dr. Dennis Maceri at USC hospital in Los Angeles, California, did the honors on June 18, 2001. My daughter Tara and husband John were there with me. Tara was a bit weepy and Dr. Maceri told her point blank--"Don't cry, your Mother is going to be able to hear again!"
 
One month later, we all met again at the hospital for the big "hook up" day. My audiologist Ki-Young Portillo, Tara, John, Tara's friend Kristen and my good friend (who had already had her CI surgery) Judy Wagner were all there to share the big day. It was a long day, but when I left the hospital I could hear--amazingly weird hearing, but I knew to expect that at first--the ducks and chipmunks and freakzoid Darth Vader voices--I was on my way!
 
Today is six months post hook-up for me and each day is a miracle! I was able to start talking on the phone three weeks after hook up! At first it was just short conversations, but as time goes on, I can talk for longer periods, and having a 45minute phone conversation with friends and family members is getting to be commonplace!
 
I am much more outgoing now and will just walk up and chat with absolutely anyone and everyone. During my deaf years I shied away from a lot of socializing because it was so stressful. There was a period of time (14 years) when I read an entire book every day, sort of a refuge from the solitary confinement of silence.
Today I listen to music like there is no tomorrow! It sounds very close to the way it used to sound. I have an excellent auditory memory and am very pleased with the way things have turned out!
 
For my birthday, Tara and her fiance Craig took me to the Paul McCartney concert at the Anaheim Pond Stadium. That was such a fairytale for me--sort of like going through a "rags to riches" story. I had never dreamed I would enjoy a rock concert again! She wanted to make it special--we took a limo and the 10 of us sat right up in front of the stage. I recognized almost all the songs and it was a fantastic teary-eyed event!
 
Things are getting better and better. My friends and family are constantly commenting on how my voice has changed! I am lucky enough that I was asked to participate in some clinical trials. The manufacturer of my implant is headquartered only a two hour drive away and Judy and I were both asked to be part of these trials. This is exciting and wonderful!
 
Thinking back to that girl I used to be and all that I went through to get to this point seems like a long ordeal. I wouldn't wish it on anyone. Hearing loss is such a traumatic thing to go through. I hope that anyone who might benefit from a cochlear implant will check into it. Life is too short to hang back when you could be listening to MUSIC!
 
CIAI member, Debra A. Hollingsworth, a homemaker and artist, resides with her husband, John and daughter Tara in Apple Valley, California.
 
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Meine Erfahrungen mit der Ertaubung und dem CI

Im Alter von 2 1/2 Jahren ertaubte ich infolge einer Meningitisinfektion und deren Behandlung durch das Antibiotikum Streptomycin.
 
Da es zur damaligen Zeit noch keine Spezialkurse (Absehen etc.) für Gehörlose gab, behandelten mich meine Eltern und Großeltern wie ein hörendes Kind. Sie schickten mich im Alter von drei Jahren immer zum Einkaufen, damit ich unter Menschen kam und sprechen musste und somit selbständig wurde.
 
Zu dieser Zeit gab es noch die „Tante Emma Läden“, keine Supermärkte. Ich bekam bei den Einkäufen nie einen Einkaufs-Zettel mit. Mir wurde immer gesagt, was ich holen muß, z.B. einen Liter Milch, ein Kilo Brot, etc., immer soviel, wie ich in diesem Alter tragen konnte. In den entsprechenden Läden musste ich dann meine Wünsche äussern. Wenn ich es falsch oder unklar ausgesprochen habe, haben die Ladeninhaber mich nicht verstanden und so musste ich es wiederholen. Das war eine gute Therapie für mich.
 
Auch das Verstehen meinerseits, was die Mitmenschen zu mir sagten, war nicht einfach, zumal sie vollkommen normal zu mir sprachen. Ich lernte so von den Lippen abzulesen. Auch die Vielfalt der unterschiedlichen Lippenbewegungen waren eine Herausforderung für mich. Vor meiner Einschulung erhielt ich eine private therapeutische Sprachbehandlung bei einem pensionierten Schuldirektor einer Gehörlosenschule, um meine Aussprache zu verfeinern.
 
Mit fast sieben Jahren kam ich dann in die August-Henze-Schule in Frankfurt am Main und machte dort später auch meinen Abschluß.
 
Nach dem Schulabschluß begann ich eine Lehre als technische Zeichnerin in der Mess- und Regeltechnik. Ich besuchte zeitgleich eine normale Berufsschule. In dem Beruf als technische Zeichnerin arbeitete ich, bis mein erster Sohn geboren wurde. Nach der Geburt meines zweiten Sohnes entdeckte ich meine Begabung zur Kunst. Ich machte eine Ausbildung bei namhaften Textil-KünstlerInnen im In- und Ausland. Nach kurzer Zeit habe ich so viel gelernt, dass ich ebenfalls Kurse und Seminare geben konnte. Auch an Ausstellungen im In- und Ausland war und bin ich beteiligt.
 
Nach einiger Zeit genügte mir diese Kunst nicht mehr und ich machte eine zusätzliche Ausbildung als Film- und Bühnencosmetologin. In diesem Beruf arbeitete ich 5 Jahre. Dann wollte ich mich verändern und suchte eine neue Herausforderung. Heute arbeite ich als Verkäuferin in einem Store für Damenoberbekleidung.
 
Ohne diese Wegbereitung, die ich als Kind erfahren habe, wäre es mir heute nicht möglich dies alles zu bewerkstelligen.
 
Meine CI-Implantation im Jahre 1988 sehe ich als eine Bereicherung in meinem Leben an. Zu dieser Implantation kam es durch einen Zufall. Ich hatte nie vorgehabt etwas gegen meine Gehörlosigkeit zu tun – kam ich doch wunderbar zurecht damit. Aber meine Neugier siegte – ich las in der Tageszeitung einen Bericht von der Universitätsklinik Frankfurt/Main über deren Erfolge, dass Taube durch eine Implantation wieder hören konnten. Da ich kurz vorher in einer anderen Zeitschrift von der gleichen Implantation - durchgeführt in Hannover- las, interessierte es mich genaueres zu erfahren.
 
Also schrieb ich an die Klinik in Frankfurt, und es dauerte nicht lange bis man mir einen Termin gab. Meiner Familie erzählte ich vorerst nichts von meinem Vorhaben. Ich sah auch keinen Sinn darin, da ich selbst noch nicht wusste, was auf mich zukommen würde. Ausserdem glaubte ich zu diesem Zeitpunkt nicht daran, dass eine solche Implantation bei mir durchführbar sein könnte. Als dann nach umfangreichen Untersuchungen feststand, dass eine Implantation möglich ist, entschloß ich mich spontan dazu und informierte dann meine Familie.
 
Am 26. Mai 1988 war es dann soweit und ich wurde in Frankfurt als dritte Patientin implantiert. Am 16. Juni 1988 wurde der Sprachprozessor angepasst und ich konnte hören. Oh, welch komisches Gefühl. Da ich keinerlei Erinnerung an das Hören hatte, war es schon ein Erlebnis für mich. Am Anfang war für mich das Hören ein undefinierbares Etwas von Geräuschen, bis sich nach und nach bestimmte Geräusche herauskristallisierten.
 
Es war eine harte Arbeit all die vielen Höreindrücke zu unterscheiden und ihrer Bestimmung nach zuzuordnen. Heute kann ich erstaunlich viel hören und unterscheiden. Die Sprache verstand ich anfangs überhaupt nicht, wenn, dann nur in Verbindung mit dem Mundbild. Später hatte ich manchmal Schwierigkeit ohne das CI - nur über das Lippenlesen - zu verstehen.
 
Rückblickend muß ich sagen, dass ich mehr erreicht habe, als ich für möglich hielt und habe es nicht bereut, dass ich mich habe implantieren lassen. Heute trage ich das Implantat nicht mehr so oft. Ich komme ohne es bestens aus. Ich kann wieder sehr gut Lippenablesen.
 
Das CI trage ich nur in wichtigen Situationen - wenn ich Seminare besuche und selber Seminare gebe, im Geschäft wenn Hören erforderlich ist und bei vielen anderen Gelegenheiten.
 
Nachdem ich implantiert wurde, hatte ich das Bedürfnis mit anderen „LeidensgenossenInnen“ Hör-Erfahrungen auszutauschen. Es gab keine Möglichkeit, es waren zu wenige Implantierte in ganz Deutschland. So kam mir die Idee die „Cochlea-Implantat Selbsthilfegruppe Hessen“ zu gründen, deren Vorsitzende ich 14 Jahre lang war.
 
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