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Cochlea Implantat nach Morbus Menière

Cochlea Implantat nach Morbus Menière

Von Claudia Henneke

Ich erlitt 2012 den ersten Hörsturz, verbunden mit Druck im Ohr sowie Drehschwindel. Der Besuch beim HNO-Arzt ergab das übliche: Cortison. 

Gebracht hat es nichts, in den folgenden Monaten erlitt ich etliche Hörstürze, mein Gehör verschwand von Mal zu Mal mehr. Kein HNO-Arzt machte sich die Mühe, die Ursache zu erforschen. 

Bei einem erneuten Hörsturz, verbunden mit stärkstem Drehschwindel sowie Gleichgewichtsausfall links, brachte mein Mann mich in ein Krankenhaus mit Fachabteilung HNO. Ich hatte das Glück, dass der Chefarzt selbst Dienst hatte und mich gleich stationär aufgenommen hat. In den folgenden Tagen liefen dann viele Untersuchungen und die Diagnose stand fest: Morbus Menière mit Taubheit im Tieftonbereich sowie an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit bei den anderen Frequenzen.

Als Nebenbefund wurde noch eine Vestibularisparoxysmie festgestellt. Um meinen Gleichgewichtsnerv sowie um den Hörnerv hatten sich Kollaterale gebildet, sog. Umgehungskreisläufe. Die dafür notwendige Hirn-OP fand dann in Karlsruhe statt.

Wir testeten intratympanale Injektionen, Betahistin, Vasomotal usw. ... nichts half und Menière sowie die Hörstürze machten munter weiter. Dann wurde mir das erste Mal zu einem Cochlea Implantat (CI) geraten, was ich aber zunächst ablehnte, da ich ja erst die vorherige Hirn-OP hinter mir hatte.

Dann war ich plötzlich komplett links taub und entschied mich endlich dieses Jahr für das Cochlea Implantat. Der Chefarzt, der damals den Morbus Menière diagnostizierte, operierte mich. Die größte Angst hatte ich vor Schwindel nach der OP, leider trat auch genau das ein.

Der Schwindel dauerte nur wenige Wochen, dann stellte ich zu meiner großen Freude fest, dass der Tinnitus, der bei mir immer brummend war, so gut wie verschwunden war! Geblieben ist nur ein Hauch davon, das war so befreiend. 

Die Erstanpassung erfolgte fünf Wochen später, und es war so unglaublich schön, sich links nicht mehr so "abgeschnitten" zu fühlen. Das Erste, was ich hören konnte, war Vogelgezwitscher, zunächst hörte es sich so digital an, das legte sich aber nach einiger Zeit. 

Die ambulante Reha findet alle vier Wochen statt, Audiologe und Logopädie sagen, ich sei schon sehr weit in meiner Hörreise. Alles, was ins Ohr gestreamt wird, funktioniert mit einem Sprachverstehen von 96 Prozent, das wäre für vier Monate sehr viel, sagte man mir.

Von Anfang an habe ich das CI sehr viel getragen und auch viel zu Hause geübt, ich denke, dass das sehr wichtig ist. Mit dem Wissen von heute, hätte ich mich früher implantieren lassen. Es ist einfach ein anderes Lebensgefühl. 

Claudia Henneke
August 2025

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Ein Cochlea Implantat nach gescheiterter Mittelohr-Operation

Ein Cochlea Implantat nach gescheiterter Mittelohr-Operation

Von Suzanna

Hallo, mein Name ist Suzana, ich bin 55 Jahre alt und seit 2014 Trägerin eines Cochlea Implantats auf der rechten Seite. Ich bin an Otosklerose erkrankt, einer Verknöcherung im Mittelohr.

Meine Probleme mit der Schwerhörigkeit begannen schleichend. Bis ein Arzt endlich die Diagnose feststellte, vergingen viele Jahre. Der Schock war sehr groß. Man empfahl mir damals mich operieren zu lassen, denn sonst bestünde die Möglichkeit, dass ich taub werde.

Die Ärzte sagten damals, dass es eine Routineoperation wäre, bei der mir eine kleine Prothese eingesetzt wird, die meine Probleme beheben wird. Voller Zuversicht ließ ich mich operieren und hoffte endlich wieder besser zu hören!

Einige Tage nach OP, die alles andere als einfach war (ich hatte Schwindel und Übelkeit danach), hörte ich plötzlich gar nichts mehr auf diesem Ohr! Jeder Versuch mein Gehör dort zu retten war vergeblich, ich wurde taub.

Als einzige Möglichkeit wieder etwas zu hören, wurde mir ein Cochlea Implantat (CI) empfohlen und einige Monate später wurde ich wieder operiert. Dieses Mal bekam ich ein CI!

Das Hören mit CI war zunächst sehr unnatürlich, so richtig blechern, als ob jeder mit eine  Computerstimme mit mir sprechen würde und alles war für mich sehr schwer zu verstehen!

Leider änderte sich das auch nicht nach zehn Stunden Logopädie, eine richtige Reha hatte ich leider nicht. Ich versuchte immer wieder selbst mein Gehör zu trainieren und auch bewusst nur mit dem CI Gesprächen zu folgen und sowie zu telefonieren, aber leider wurde es nicht viel besser.

Ich ging auch regelmäßig zur Kontrolle und zu den Einstellungen. In einem isolierten Raum in der Audiologie waren alle sehr begeistert von meinen Fortschritten, aber im normalen Leben, umgeben mit vielen anderen Geräuschen, war das Verstehen oft unmöglich.

In der Zwischenzeit ist auch mein linkes Ohr sehr schlecht geworden und ich muss ein Hörgerät zur Verstärkung tragen. Meine Prognose ist, dass ich eines Tages auch auf der linken Seite ein CI brauchen werde!

Einerseits habe ich große Angst davor und andererseits frage ich mich, ob es nicht doch besser wäre, wenn man auf beiden Seiten ein CI hat?

Meine Erfahrung ist, dass Menschen, die kein CI haben, der Meinung sind, dass wir damit wieder super hören müssten, aber bei mir ist das leider nicht der Fall. Ich höre, aber verstehe nicht alles, außer es ist um mich herum alles ruhig und die Menschen sprechen laut, langsam und deutlich zu mir, aber wer tut das schon?!

Ich arbeite als Orthopädie-Technikerin und es ist um mich herum meist sehr laut! Meine Hoffnung besteht darin,  dass die CIs im Störlärm weiter verbessert werden, so dass man auch in alltäglichen Leben, wenn es eben oft laut ist, zurechtkommt!

Ich habe ein CI von der Firma MedEl, dort ist man sehr hilfsbereit und ich fühle mich gut betreut. Auch wenn es nicht perfekt ist, ist es trotzdem besser, als vollständig taub zu sein. Ich glaube und hoffe, dass die Entwicklung weiter geht und die CIs auch insgesamt weiter immer besser werden!!!

Die ersten sieben Jahre hatte ich den Sonnet 2 und danach habe auf den Rondo gewechselt, denn so bleibt mein Ohr frei für die Brille, die man im Alter auch braucht! Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass man nicht allein ist!

In diese Sinne alles Gute an alle CI-Träger und Trägerinnen und liebe Grüße aus Wien!

Suzana
August 2025

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Mein Weg zum Cochlea Implantat (CI)

Mein Weg zum Cochlea Implantat (CI)

Von Petra

Ich bin Petra, 64 Jahre alt und war bis Oktober 2024 normalhörend. Am 09.10.24 wachte ich morgens auf, stand auf und fühlte mich krank. Mir war übel, schwindlig, ich hatte ein komisches Gefühl. Irgendwas stimmte nicht. Außerdem hatte ich das Gefühl meine eigene Stimme komisch zu hören.

Ich wankte, musste mich übergeben. An diesem Tag habe ich den ganzen Tag nur geschlafen. Erst später stellte ich fest, dass ich links nicht mehr richtig hören kann. Am nächsten Morgen fuhr mich mein Mann zum HNO-Arzt. Ich schwankte immer noch, fühlte mich hundeelend. Nach langer Wartezeit die Hammer-Diagnose: Sie sind links taub. Fahren Sie jetzt in die Klinik nach Tübingen!

Ich konnte das gar nicht wirklich erfassen. Ich dachte zunächst, ich krieg im schlimmsten Fall ein Hörgerät und das war’s. Mit TAUB konnte ich so gar nichts anfangen. 

In der Klinik wurde ich in den nächsten Tagen in jede Richtung durchgecheckt. Zudem bekam ich Cortison. Ich war einerseits froh, dass man immer mehr ausschließen konnte als Ursache, aber es machte mich auch verrückt, nicht zu wissen, warum mir das passiert ist.

Sehr schnell kam ein Cochlea Implantat (CI) ins Gespräch, da die Cochlea sich schnell verknöchern könnte. Ich habe mich dann schnell dafür entschieden. (MedEl, Sonnet 3). Einseitige Taubheit wollte ich unbedingt vermeiden. Trotz Vorerkrankungen und Einnahme von Blutverdünnern bekam ich die Zusage und wurde von Prof. Dr. Löwenheim operiert (DANKE!).

Es gab noch „Nachwehen“ in Form von Nachbluten und Schwellung aufgrund des Blutverdünners, aber nach über drei Wochen durfte ich nach Hause und irgendwann durfte mein Mann mir meine Haare waschen. Das Highlight schlechthin! Ende November kam die Erstanpassung. Ich konnte sofort Laute und Geräusche, auch Zahlen hören. Zuhause habe ich mich mit Apps wie ReDi und Schallquelle beschäftigt und sehr schnell konnte ich Hörbücher hören bzw. verstehen, wenn ich mitlas.

Die ARD Audiothek bot mir auch viel interessantes Material. Die Erschöpfung bremste mich oft aus, aber ich war vom CI begeistert. Es wurde bunt und ich trage es sichtbar. Ich habe schnell gute Fortschritte gemacht. Die ambulanten Rehatage haben mir weitergeholfen, weil meine Psyche nicht so schnell verarbeitet hat, was mir passiert ist. Zudem war ich froh andere CI-Träger kennenzulernen, weil mir das Thema Taubheit eigentlich sehr fremd war.

Insgesamt geht es mir jetzt (Stand August 2025) gut. Es gibt immer mal schlechtere Tage, aber es ist ok. Natürlich muss man auch die Trauer über den Hörverlust zulassen. Mein „Öhrchen“ trage ich sichtbar und bunt. Es gehört zu mir wie meine Brille. 

Ich bin dankbar, dass mir so schnell geholfen wurde. Wie gut, in einem Land zu leben, das solche Versorgung bieten kann. Ich arbeite nicht mehr, orientiere mich neu in meinem Leben. Vieles, was ich früher als selbstverständlich angesehen habe, schätze ich jetzt viel mehr. Alles kann sich über Nacht ändern!

Mit Nebengeräuschen und in größeren Menschengruppen bin ich immer wieder ziemlich verloren, aber ich schlage mich durch. Wenn ich morgens Brille und CI aufsetze, fühle ich mich wie „angeschaltet“, es ist schon Routine.

Woran wir alle arbeiten sollten, ist die Mitmenschen mehr über CIs zu informieren.

Alles Liebe
Petra
August 2025

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Meine dritte Hörreise – die Reimplantation -

Meine dritte Hörreise – die Reimplantation -

Von Christel Premper

Die dritte Hörreise begann von jetzt auf gleich am 27. Oktober 2024, nachdem der linke Prozessor, der Sonnet 2 von MedEl, nach den Abendnachrichten einfach abschaltete ohne ein Signal. Ich versuchte alles Mögliche über Aus/Einschalten, Batterie wechseln, Seitenwechsel von Spulenkabel mit Spule (bei bilateral alles machbar), nach spätestens einer halben Stunde wieder der gleiche Stress. Irgendwie dachte ich, oh nein, der akzeptiert die Winterzeit nicht, ist wohl ein Sommer-Prozessor.

Nach drei Stunden war ich überdreht und erschöpft und versuchte zu schlafen. Am nächsten Morgen rief ich sofort im Hörstudio an und konnte mittags kommen. Der Prozessor wurde getestet und er war defekt, nach zwei Jahren schon. Leider war kein Ersatz vorrätig und ich bekam den neuen am übernächsten Tag. Er funktionierte wieder und alles war gut. Zwei Tage später machte er die gleichen Zicken, dazu kamen dann auch die verrücktesten Störgeräusche. Da reagierte mein Bauchgefühl und mir kam sofort der Gedanke, das Implantat hat sich jetzt nach knapp 18 Jahren verabschiedet. Der Gedanke war naheliegend, weil auf der Seite schon seit 12 Jahren zwei Elektroden defekt waren.

Die Odyssee ging unaufhaltsam weiter, trotz Austausch aller externen Komponenten, dann ging der Weg in die Klinik zu den Audiologen, nach drei Wochen. Der für die Klinik zuständige MedEl Manager Herr Randi wurde für die Messungen bestellt, um den Auslöser der Ausfälle und Störungen zu finden.

Ergebnis: Positiv – das Implantat ist nicht defekt -; negativ – ich weiß es nicht; so die Aussage. Da waren wir genauso schlau wie vor den Messungen, meine armen Nerven lagen schon fast blank. Herr Randi hat alle Messungen nochmal durchgearbeitet, rief mich drei Tage später an und sagte, es kann nur die Spule gewesen sein. Wie es bei der Technik oft ist, temporäre Fehler, nach fünf Wochen – brav über Weihnachten und Neujahr ohne Störungen, juhu -, ging es am 6. Januar 2025 wieder von vorne los. Ich wurde wieder vorstellig bei den Audiologen der Klinik. Prozessor getestet, war ok, wieder Programmierung verstellt. Die Tonqualität weder recht noch richtig schlecht, der Prozessor blieb mir längstens zwei Wochen treu, dann lief das ganze Störungs/Ausfallprogramm wieder ab.

Ende Februar war dann die Geduld zu Ende, auch bei den Audiologen, und es blieb mir nur noch der letzte Weg zu reimplantieren. Es wurde ein CT veranlasst, alle Hörtests durchgeführt, um den Hörstatus zum aktuellen Zeitpunkt zu dokumentieren. Zwei Wochen später hatte ich ein Gespräch mit dem langjährigen und mir sehr gut bekannten Oberarzt. So wie ich ihn kannte, seine zuvorkommende und hilfsbereite Art, erklärte er mir, was ihn dazu bewegte, das Implantat zu ersetzen. „Das ist wie bei einem Auto, ab und zu ruckelt es mal, dann kommen die ersten Aussetzer, wenn dann nicht reagiert wird, bleibt man mit seinem Fahrzeug liegen.“

Das Beispiel war sehr treffend, da ich seit gut einer Woche den Prozessor nicht mehr tragen konnte. Eingeschaltet, angedockt, piep, und aus war er, keine Chance, er bockte nur noch mit dem Implantat. Auf Grund dieser nochmal verschlechterten Veränderung schickte er mich nochmal zur Kontrolle des Prozessors zu den Audiologen.  Die Beiden ackerten rum, nach etlichen Versuchen ging er wieder mal, aber für mich war der Ton miserabel. Es klopfte an der Tür und der Oberarzt kam auch noch dazu. Er gab mir einen Flyer mit dem OP-Termin und weitere Veranlassungen.

Oh, das ging aber flott, OP-Termin schon sechs Tage später. Das Rumprobieren des Audiologen bekam er auch mit und schubste ihn etwas und meinte: „Hör auf damit, das ist genauso, wie wenn man zu viel Kohlenhydrate isst.“ Ich saß ganz entspannt vor den drei und sagte zum Audiologen: „Sie der Ingenieur und ich der Praktiker.“ Lautes Gelächter! Das Kapitel Rumstellen/Probieren war abgeschlossen.

Die Reimplantation führte die leitende Oberärztin durch, es lief optimal, keine Probleme beim Entfernen des alten Implantats, ebenso das Einsetzen des Neuen, alle waren sehr zufrieden mit dem Verlauf. Nach drei Tagen konnte ich die Klinik wieder verlassen, postoperativ auch alles bestens danach. Ich bat noch in der Klinik darum einen AHB-Antrag zu stellen. Leider lief die Antragstellung genauso ruckelig wie davor der Prozessor und es verzögerte sich.

Gemäß den Vorgaben für die AHB soll die Anpassung des Prozessors nicht später als vier Wochen erfolgen. Durch den schnellen OP-Termin wurde es zeitlich eng bezüglich der Antragstellung der AHB. Ich bekam die Anpassung des Prozessors genau vier Wochen nach der OP. Nach dem Anpassen konnte ich schon leise alles hören. Ich hatte Gänsehaut, als ich zuhause die Verkehrsinfos komplett verstanden hatte. Das war nach drei Stunden schon der Fall. Ich wusste, dass ich alles richtig gemacht hatte und war der glücklichste Mensch. Danach hatte ich noch Termine für Hörtests, alle waren erstaunt, wie schnell und gut ich wieder hören konnte.

Wie es so geht, Ausnahmen bestätigen die Regel, erklärte sich die Kaiserberg Klinik in Bad Nauheim doch noch bereit den Antrag zur AHB anzunehmen. Ich wartete, und wartete, es kam keine Mitteilung des Anreisetermins aus Bad Nauheim. Vier Wochen später kam überraschend  von der Krankenkasse eine Mitteilung, dass meine AHB genehmigt wurde, aber ich sollte in der Bosenberg Klinik in St. Wendel wegen dem Anreisetermin anrufen. Für mich war diese Entscheidung nicht nachvollziehbar und ich rief in der Kaiserberg Klinik und bei der Krankenkasse an.

„Wir haben keinen Platz in dem befristeten Zeitraum für Sie“, so die Mitarbeiterin in der Klinik, oder Sie stellen jetzt schon einen normalen Reha-Antrag für später. Nein, es war entschieden, ich nahm das Angebot der Krankenkasse an und rief in der Bosenberg Klinik an, um den Anreisetermin zu erfragen. Die Mitarbeiterin hatte meine Unterlagen schon fertig und sagte am 1. Juli 2025 kommen Sie zu uns in die AHB. Da mir die Klinik sehr vertraut war und in positiver Erinnerung von meiner letzten  Reha im Jahr 2008 dort, war die Entscheidung gefallen.

In der Klinik angekommen, gab es weiterte positive Überraschungen, meine Ärztin, die Logopädin und der CI-Einsteller waren noch im Haus beschäftigt und erkannten mich bei meinem ersten Termin wieder. Das Arbeiten mit allen Therapeuten lief sehr harmonisch, alle waren erstaunt, was ich als „Wiederholungstäter“ schon wieder nach gut zwei Monaten Anpassung an Verständlichkeit hatte.

Der Hörstatus bei der Aufnahme war schon sehr überraschend, beide Seiten 100 % nach Freiburger Zahlen mit jeweils 65dB und 80 dB. Die Einsilber schaffte ich mit 75 % beidseits bei 80 dB.  Es erfolgten unter der Woche drei CI-Einstellungen, tägliches Hörtraining in der Gruppe und zusätzlich dreimal unter der Woche Hörtraining einzeln dazu. Durch das intensive Hörtraining fanden wir schnell meine Schwachstellen heraus, die Vokale links, interessanterweise minimal die Konsonanten rechts.

Der Kopf hatte in den 15 Jahren bilateral schon ein Muster angelegt mit der Kommunikation der CIs und ich war schon vor der Reimplantation immer ein guter Hörer. Ich merkte schon nach einer Woche, dass ich so allmählich mich dem alten Hörstatus auf der linken Seite näherte. Mein intensives Training am Audiolog im Zimmer trug noch zur besten Unterstützung bei. Meine Ärztin beantragte eine Woche Verlängerung, welche mir von der Krankenkasse sehr schnell genehmigt wurde. Ich bemerkte immer mehr meine Fortschritte und so kam dann auch das Ende meiner AHB und die Tests zum Abschluss des Hörstatus.

Diese Tests setzten meinen CI-Einsteller, wobei mein vorheriger - Herr Bellagnech - mittlerweile im Urlaub war, meine Logopädin – Frau Zunino - in großes Erstaunen. Frau Zunino sagte zu mir, dieses Ergebnis habe ich die letzten Jahre hier im Haus bei keinem Patienten gesehen. Freude auf allen Seiten über das geniale Ergebnis meiner Hörreise. Dank meiner intensiven Mitarbeit, der hervorragenden Arbeit der Therapeuten konnte ich folgendes Ergebnis vorzeigen, was ich hier auch noch mitteilen möchte:

Freiburger Zahlen: 100 % weiterhin bei 65 dB und 80 dB beidseitig

Einsilber: Verbesserung von jeweils 10 % rechts und 20 % links bei 65dB und bei 80 dB, beidseitig 90 %

OLSA in Ruhe: 91 %; OLSA 50 % Schwelle -0,6 dB = 49,4 %, super!

Speechtracking:         mit Mundbild 90 rechts und 80 links
                                     ohne Mundbild 85 rechts und 74 links

Gesamtergebnis: CFG 96 % links;  CFG 94 % rechts = beidseitig 95 % !!

Ich kann aus meiner dreifachen Erfahrung jedem CI-Implantierten nur empfehlen unbedingt eine AHB bzw. Reha durchführen zu lassen. Je früher „die Kommunikation“ zwischen Kopf und CI beginnt, umso schneller kann man davon ausgehen, dass die Hörfähigkeit sich entwickelt.

Zum Schluss möchte ich mich bei allen Therapeuten und auch meiner Ärztin der Bosenberg Klinik an dieser Stelle nochmals ganz herzlich bedanken. Ohne diese hervorragende Zusammenarbeit wäre ich in knapp vier Wochen niemals auf so ein optimales Ergebnis gekommen.

Christel Premper
Biebertal
August 2025

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