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Plötzlich taub und dann Cochlea Implantat (CI)

Plötzlich taub und dann Cochlea Implantat (CI)

Von Lilly Krehhahn

Hallo, ich bin Lilly, 19 Jahre alt, komme aus dem Saale-Holzland-Kreis in Thüringen, ich bin frisch ausgelernte Physiotherapeutin und seit dem 22.03.2022 taub auf meinem rechten Ohr.

Ich bin an dem Tag mit meiner Freundin spazieren gegangen und verspürte plötzlich einen komischen Druck auf meinem rechten Ohr. Ich war leicht erkältet und dachte, ich bekomme vielleicht eine Mittelohrentzündung. Eine Stunde später habe ich mir einen Kopfhörer ins Ohr gesteckt, um zu testen, wie viel noch ankommt.

Der Schock saß tief, als da nix war. Kein Ton. Kein Bass. Nix. Die Musik war so laut, dass ich sie schon auf dem linken Ohr gehört habe. Meine Mutter ist mit mir sofort ins Krankenhaus gefahren. Es war ein Hörsturz. Die nächsten zwei Tage begleitete mich leichter Schwindel, doch am dritten Tag versagte mein Gleichgewicht komplett. Mein Wecker klingelte, ich stand auf, fiel sofort um und versuchte einfach so schnell wie möglich zur Toilette zu gelangen.

Ein 18-tägiger Krankenhausaufenthalt folgte. Nach anderthalb Wochen konnte ich wieder gerade laufen und etwas essen, ohne dass es wieder rauswollte. Dann bekam ich eine Diagnose: Herpes-Virus und Borreliose.

Die ersten Wochen danach wollte ich kein Cochlea Implantat (CI). Ich fand dieses „Ding“ einfach hässlich. Ich wollte nicht, dass man mir mein Problem ansieht. Doch die Welt war laut und leise zugleich, und je lauter meine Umgebung war, desto lauter war mein Tinnitus.

Ich habe mich dann recht schnell umentschieden. Nach sechs Monaten war es dann soweit… dachte ich. Ich hatte vor der OP so viel Angst, dass ich einen Infekt entwickelte und wir den Termin verschieben mussten. Der neue Termin war einen Monat später, und wieder war der Infekt da, doch ich konnte mich wieder aufpäppeln.

Der OP-Tag war für mich sehr schlimm. Ich konnte meine Angst einfach nicht abstellen, und so wurde ich weinend narkotisiert. Doch alles ging gut.

Am nächsten Tag wurde ein Test gemacht, der leider nicht so gut ausgefallen ist. Die Hoffnung, wieder hören zu können, war fort.

Einen Monat später war der Tag des Einschaltens. Ich wollte eigentlich gar nicht hin. Es erschien mir sinnlos. Doch dann war da ein Ton… es funktionierte. Und dann saß ich da und weinte schon wieder. Es war mir egal, dass es etwas komisch klang. Es war einfach nicht mehr still auf dem rechten Ohr.

Zu Hause fing ich sofort an, Musik über das CI zu streamen, und von Tag zu Tag verstand ich mehr Textstellen in Liedern. Mittlerweile höre ich den ersten Ton und weiß sofort, welches Lied läuft. Auch in der Schalmeienkapelle Rüdersdorf, in der ich seit 10 Jahren Mitglied bin, kann ich weiterspielen.

Mittlerweile habe ich die Reha in Erfurt abgeschlossen, die mir immer viel Spaß gemacht hat, und bin super zufrieden. Ich trage meinen Kanso 2 selbstbewusst und gerne und habe die OP seit Tag eins mit CI noch nie bereut.

Ich weiß, nicht jeder kommt aufgrund langjähriger, schleichender Schwerhörigkeit so gut mit dem Implantat zurecht, aber ich wünsche es jedem!

Liebe Grüße

Lilly Krehhahn
August 2025

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Im Watschelgang von Apparat zu Apparat

Im Watschelgang von Apparat zu Apparat

Von Marina Mattburger

Mit CIs quer durch den medizinschen Untersuchungsdschungel

Stephanie fragte mich, ob ich einen Artikel zu meinem Aufenthalt in der Günzburger Klinik schreiben würde. Denn das ganze Thema „Mit dem CI in medizinische Apparate“ verunsichert viele CI-Träger:innen. Gesagt, getan – aber etwas ausholen muss ich trotzdem.

Die Schraubzwinge beginnt

Der 23. März, ein Sonntag, war ein ganz normaler Tag. Wir waren schon früh auf, um bei uns in der Nähe an einem kleinen See ein paar Bilder zu machen, bevor alle Leute kommen, um einen Sonntagsspaziergang zu machen. Es war großartiges Wetter, obwohl der Wind noch sehr kalt war. Im Anschluss sind wir in der Nähe in eine kleine idyllische Gastwirtschaft und haben uns dort um die Mittagszeit mit Freunden getroffen.

Schwiegermutter wurde noch kurz besucht, damit ich mich noch verabschieden konnte. Denn am Mittwoch war der Abflug nach London gebucht. Abends waren wir noch verabredet zum Essen. Also nach Hause und noch schnell in den Wäschekeller, um Wäsche aufzuhängen. Drehe mich um und in diesem Moment dachte ich, der Kopf befindet sich in einer Schraubzwinge mitsamt Nacken- und Schulterbereich. Luft angehalten, Kopf gehalten ... irgendwann ließ es ein wenig nach und ich ging hoch in die Wohnung. Aufs Sofa, Brille, beide CIs runter vom Kopf, den Kopf gehalten und versucht, den Schmerz wegzumassieren.

Wie man so ist, stur ... meinem Mann gesagt: „Es wird gleich wieder besser und dann mach ich mich fertig fürs Ausgehen.“ Puuh ... habe ich auch gemacht. Wir wurden abgeholt, alles easy. Fuhren in die Pizzeria, um dort zu essen. Ja, zwei kleine Bissen und ich bin auf die Toilette, um mich zu übergeben. Mist, der Abend war gelaufen. Ich habe gefroren und war nur froh, ins Bett zu kommen. Mein Mann hat noch Tabletten in der Notfallapotheke geholt und danach habe ich komplett zwölf Stunden geschlafen.

Am Montagmorgen, nachdem mein Mann zur Arbeit gegangen ist, fiel mir auf, dass die Kopfschmerzen erträglicher waren, aber dass mit meinem Hören etwas nicht passt.

Liegt es an den Prozessoren?

Aus Verzweiflung habe ich meiner AB-Beraterin Sabine Guderitz geschrieben und konnte einen Termin zur Fernanpassung mit ihr machen, den dann Timo Böld für den Nachmittag übernehmen konnte. Kurze Rede: Er war sehr bemüht, allerdings kamen wir nicht wirklich weiter. Was halt auch stutzig machte, war, dass beide Ohren so anders waren. Die Einstellung, die wir dann hatten, wurde gespeichert und ich sollte es testen. Am folgenden Vormittag haben wir nochmal Fernanpassung gemacht. Er sagte auch, dass es nicht das Optimale ist und ich einen Termin in Tübingen machen sollte. Trotzdem war ich dankbar für die Bemühungen, schrieb gleich an die Tübinger Klinik und bekam einen Termin am 12. Mai.

London muss sein, egal, wie!

Trotz Kopfschmerzen, die ich mit Tabletten aushielt, bin ich auf und ab in den Urlaub mit meinen Kindern. Diesen haben wir lange geplant und es war mein Geburtstagsgeschenk von meinen Kindern. Ich wollte mir diese Zeit nicht vermiesen lassen, durch nix. Geht schon ... das kennt ja jeder. London war super, mit meinen Tabletten habe ich jeden Tag funktioniert. Das Hören war ziemlich schlecht. Körperlich ging es mir auch nicht gut. Am Schluss dieser Woche war auch der Bewegungsapparat eingeschränkt. Heißt, die Schmerzen waren nicht nur im Kopf, sondern es zog von der Wirbelsäule (LWS) bis in die Kniekehlen, was mir das Bild eines watschelnden Pinguins einbrachte.

Auch den Kindern entging es nicht. Trotzdem haben wir unser Programm durchgezogen, sind jeden Tag gute 12–15 Kilometer gelaufen, Bewegung tut gut. Allerdings, so schön es war, war ich doch auch froh, am Sonntag im Flieger nach Hause zu sitzen.

Es begann mit einem CT

In Stuttgart nahm mein Mann eine sehr blasse, watschelnde Frau in Empfang und wir beschlossen dann doch, am Montag zum Arzt zu gehen.

Der hat mich dann auch gleich mal zum Neurologen überwiesen. Zwei haben wir besucht, einer hatte schon gleich Aufnahmestopp, der andere einen Termin Ende Mai.

Dann hatte mein Mann genug und meinte, dass wir doch besser in die Notaufnahme ins Aalener Krankenhaus fahren. Stunden später wurde tatsächlich mit den Untersuchungen begonnen. Die Blutwerte waren okay, CT wurde gemacht, das war auch ohne Befund. Zum Glück hatte ich eine sehr nette junge Ärztin, ihr gefiel es nicht, wie ich gelaufen bin und dass ich über die starken Kopfschmerzen klagte. Auch die restlichen Symptome wie Übelkeit und das Frieren gefielen ihr nicht. Sie kam dann und meinte, sie möchte gerne eine Punktion des Nervenwassers machen. Naja, logisch. In der Hoffnung, dass da alles okay ist und ich endlich wieder heim kann in mein Bett – es war mittlerweile schon um die 22.00 Uhr und ich hatte keine Lust mehr auf Krankenhaus – willigte ich ein. Okay, also wurde die Untersuchung gemacht. Danach muss man eine gute Stunde auf dem Rücken ruhig liegen. Mein Mann kam, den schickte ich dann heim, um mal sicherheitshalber eine Tasche zu packen, da man mir sagte, ich werde wohl mindestens mal zur Beobachtung bleiben müssen. Also, nix heimatliches Bett.

Ab geht’s auf die Intensiv

Nach ca. einer Stunde kam die Ärztin und meinte: „Im Nervenwasser haben wir veränderte Zellen gefunden. Wir haben Ihren Mann angerufen, er soll sich beeilen, Sie werden nach Günzburg auf die Intensivstation in der Neurologischen Klinik gefahren.“ Super, auch das noch. Ruck, zuck standen in diesem Untersuchungszimmer fünf Leutchen mitsamt Trage, die ich aber wenigstens wieder alleine belegen konnte.

Dann ging es los. Gerade, als wir am Krankenwagen ankamen, kam mein Mann mit der gepackten Tasche, die er dann abgegeben hat. Noch ein Bussi und weg war ich auf dem Weg nach Günzburg. Dort angekommen (mittlerweile fast 23.30 Uhr), ging die Prozedur noch ein bisschen weiter, Blutabnahme usw. Auch musste ich erst mal Bescheid geben, dass ich ohne meine CIs nichts höre und die über Nacht geladen werden müssen. Intensiv ist definitiv eine andere Nummer, an irgendwelchen Strippen angeschlossen (Überwachung), suchte ich mir dann erst mal eine Steckdose, um alles laden zu können, was man so braucht. Eigentlich gut, dass man ohne CIs nix hört, kein Piepen, kein Stöhnen und keine Alarme.

Als Gehörlose vom DSA ins MRT

Morgens habe ich erst mal alle ausgebremst, weil logischerweise alle losgeredet haben. Zuerst meine CIs an den Kopf und das Handy in sichere Nähe gebracht. Da ich damit auch alles steuere und durch das schlechtere Hören immer erst mal in den Programmen umstellen musste. Schmerztabletten habe ich bekommen, aber außer den Kopfschmerzen, die sich noch immer im Körper verteilten, ging es mir natürlich blendend, am besten von allen anderen, die dort lagen. Darüber war ich echt froh, wollte auch niemandem zur Last fallen.

Die Blutabnahme auf der Intensivstation hat auch nicht viel an den Tag gebracht. Daher entschied man sich, eine Untersuchung der Blutgefäße im Kopf zu machen. Eine digitale Subtraktionsangiographie-Untersuchung (kurz DSA genannt) zeigte wahnsinnig tolle Bilder, aber auch bei dieser Untersuchung kam zum Glück nichts raus.

Es ist eine Untersuchung, die mit einem Katheter in der Armvene und ständiger Gabe von Kontrastmittel stattfindet. Für den behandelnden Arzt war es auch was ganz Neues, jemanden Gehörloses hatte er noch nie auf der Liege. Aber da er mir, so lange ich das CI noch tragen konnte, alles bestens erklärt hat, wusste ich Bescheid und habe mich keinen Millimeter bewegt, die ganze Sache auf dem großen Bildschirm etwas beobachten können und im richtigen Moment genau das getan, was er mir gesagt hatte.

Luft anhalten und erst wenn das Kontrastmittel dort ankommt, wo es sein soll (das merkt man sehr deutlich) wieder weiteratmen. Also, ich habe wohl alles richtig gemacht.

Am nächsten Tag wurde ich zum MRT gebracht, der Arzt hat sich mit Tübingen kurzgeschlossen und, da ich ja meine Ausweise der Implantate dabeihatte, grünes Licht für das MRT erhalten. Bedingt durch die CIs hat man auf den Bildern auch nicht wirklich was sehen können. Was mir schon klar war, im Nachhinein war auch wirklich nix zu sehen.

Langsam bessert es sich

So vergingen die Tage. Nachdem die Untersuchungen nichts weiter ans Tageslicht brachten, wurde ich dann noch weiterhin von Donnerstag bis Montag auf der normalen Station beobachtet. Endlich konnte ich wenigstens wieder etwas laufen. Man kam dann zum Schluss, da man nicht wirklich was Greifbares gefunden hat, dass mir ein Gefäß im Kopf geplatzt sein müsse. Deshalb die wahnsinnigen Kopfschmerzen, die sich langsam vom Wirbelbereich nach unten zogen. Durch die Schmerzmittel und die Zeit, die dann schon vergangen war, wurde es zum Glück von Tag zu Tag zumindest schmerzmäßig langsam besser. Mein Pinguin-Gewatschel ähnelte wieder einem normalen Laufen. Die anderen Symptome wie das schlechtere Hören, kaum Hunger, Frieren ließen auch langsam nach.

Der Klinikweg von März bis Mai

Am Sonntag, dem 23. März, ist das Gefäß geplatzt, im Krankenhaus war ich dann vom 31. März bis zum 7. April. Der Termin in Tübingen war am 12.5., dort haben wir alle möglichen Einstellungen erneuert und Programme wieder neu programmiert. So weit ist alles wieder okay, ich hoffe es bleibt so. Das Darüber nachdenken versuche ich einfach auszublenden. Weil – das Wenn und Aber und hätte ich ... bringt am Ende auch nichts mehr.

Es geht mir wieder gut, das ist die Hauptsache. Die Bilder zeigen Aufnahmen vom MRT und von der Subtraktionsangiographie. Ich hoffe, ich mache euch ein wenig Mut, keine Angst vor solchen Untersuchungen zu haben. Auch mit CI geht das!

Marina Mattburger
August 2025

Erstveröffentlichung CIVrund 86

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My Cochlear Journey: Rediscovering Sound and Redefining Identity

Cochlear Journey: Rediscovering Sound and Redefining Identity

By Kalaimathy S. L., Tamil Nadu, India

Hello, I’m Kalaimathy S L, 22 years old and proudly from Tamil Nadu, India. I was born deaf due to a genetic condition, and my life began in silence.

Not the peaceful kind, but a profound, unyielding quiet that shaped my earliest understanding of the world. While other children learned through sound, silence was my first language. Yet, my parents held a vision for me that transcended this reality. At the age of five, I received a cochlear implant, a tiny marvel that didn’t just give me access to sound but launched me into a lifelong journey of learning, resilience, and rediscovery.

The Sound of Struggle:

Hearing, at first, wasn’t magical. It was overwhelming, a storm of strange vibrations and unfamiliar noise. I tried to throw the device away, frightened by this sudden chaos. But my parents stood by me, patiently guiding me to make sense of this new world.

My early years were spent at Kasturba Gandhi Oral School for the Hearing Impaired in Coimbatore, where every word felt like a mountain to climb, but I learned to make friends with them. My father even used special techniques, speaking to me in the dark or over the phone to help my brain focus on sound alone. Our home became a place of daily therapy, filled with hope and determination.

A Classroom of Challenges:

After receiving my cochlear implant, I moved into mainstream education, which brought new challenges. My peers didn't understand what a cochlear implant was; some even thought it was a music device or mobile phone. I faced bullying, was pushed down, and once, my device was thrown away by a student. These moments left me hurt and questioning myself.

In school, teachers spoke too fast, turned away while explaining, or dictated notes at lightning speed. My brain worked twice hard to keep up, and by the end of the day, I was often mentally drained, a condition known as listening fatigue.

I missed announcements. I asked classmates for help, but some became irritated or avoided me altogether. I learned to mask, smile and nod even when I didn’t fully understand, just to avoid being seen as different. But inside, I felt the loneliness of being left out.

The only time I felt fully included in a classroom was during the pandemic, when online classes came with live captions. For the first time, I could follow every word. That moment showed me the power of accessibility.

Friendships and Isolation:

Beyond the classroom, friendships presented their own unique hurdles. In group conversations, people talked fast, laughed suddenly, or changed topics without warning. I often fell behind, and asking, "What was the joke?" sometimes annoyed friends or made them dismiss me with "Never mind." This led to a profound sense of isolation.

I remember the pain of seeing classmates I considered "close friends" go on trips without me, never inviting or even mentioning it. During the pandemic, many new classmates chatted with me online, unaware of my deafness. But after we returned to campus and they found out, something changed. They slowly distanced themselves and acted like strangers. These experiences taught me that true friendship isn't about convenience, but about effort and connection. While many connections felt fragile and based on superficial understanding, the two who truly understood me became my world. They showed me that friendship is about how deeply you care.

Expression Beyond Words:

Amid these struggles, I discovered my strengths. I found joy and freedom in art, dance, music, and performance. I trained in Bharatanatyam for over 15 years and performed at temples, colleges, and even Nehru Stadium, winning more than ten prizes. I explored drawing, playing the keyboard, acting, and public speaking. Indeed, when words failed, rhythm spoke.

But despite my achievements, I faced discrimination. I was denied entry into Scouts and Karate due to assumptions about my hearing. I struggled to obtain a driver’s license, even after being cleared by a medical board. At 15, during my 10th public exam, I was placed in a separate room without warning. The next day, my principal said, “You’re a special student, so you were given a separate room and one extra hour.” That was the first time I heard anything about extra time. No one told me before the exam. In the next paper, staff took my sheet before I could finish. I cried all day, but instead of taking responsibility, the principal blamed me.

Years later in college, a staff member removed my sound processor during an exam without asking. I couldn’t hear and had to wait until she confirmed with my advisor to get it back.

In both school and college, I wasn’t asking for special treatment — just basic respect and understanding. But I was often met with confusion, exclusion, and blame.

These experiences ignited a fire within me. In job interviews, I’ve been rejected simply because of my deafness, without even being given a chance.

From Hiding to Pride:

For a long time, I tried to hide my cochlear implant. I covered it with my hair, with shawls, anything to avoid stares and questions. But one day, my mother said something simple yet powerful: “People wear glasses to see. You wear your device to hear. There’s nothing wrong with that.” That moment changed everything. I began to wear my processor with pride, like a piece of jewellery, like a part of me. Silence taught me strength. It taught me to listen, not just to others, but to myself.

Life in Between:

I live in the space in between, not fully deaf, not fully hearing. It’s a unique place, full of challenges and wisdom, offering a perspective few truly grasp. I may struggle with fast conversations, noisy rooms, or unclear announcements. But I’ve learned to navigate the world in my own way, with adaptability, creativity, and quiet strength.

Today, I use my voice, one shaped by silence, to raise awareness through my platform, “Voice Within Silence” (https://voicewithinsilence1.blogspot.com/). I write, speak, and advocate for those who are still unheard. I want a world where every child with a hearing loss is given the same belief and support my parents gave me. Where inclusion isn’t an afterthought, but a mindset.

From My Heart to Yours:

I didn’t just learn to hear, I learned to survive, to express, and to shine. I trained myself to speak when silence was easier. I danced when the world doubted me. I kept walking, even when doors were closed.

Because I know now: I am not broken. I am becoming. I live in between, but I belong to both worlds. Art became my voice. Rhythm became my language. Struggle became my teacher. Every sound I hear, every word I speak, carries the strength of everything I’ve overcome.

So, to anyone who feels unheard, unseen, or underestimated: You don’t need to be perfect.

You just need to keep going.

Because your story, like mine, holds power beyond words. Let’s go beyond silence, together.

I am a SuperHEARo. And I’m ready to help the world hear differently.

With Hope,
Kalaimathy S L
July 2025

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Von 100 auf 50 und wieder zurück. 👂🏻 Durch einen Hörsturz zur CI-Trägerin.

Von 100 auf 50 und wieder zurück.👂🏻

Durch einen Hörsturz zur CI-Trägerin.

Von Ines Kasuch

Manchmal verändert sich das Leben nicht durch einen lauten Knall, sondern durch das abrupte Verstummen.

So war es bei mir. Es war Anfang November 2024. Wir verbrachten ein „ruhiges“ Wochenende mit den Kids - niemand konnte ahnen, dass es bald für immer ruhig auf einem Ohr bleiben wird.

Denn völlig ohne Vorwarnung, wurde mein linkes Ohr plötzlich still. Einfach so. Freitags abends hörte ich auf dieser Seite einfach plötzlich nichts mehr. Ich sagte direkt zu meinem Mann: „Irgendetwas stimmt nicht.“ Aber etwa eine halbe Stunde später hatte sich das Ohr wieder erholt und alles war wieder normal, deshalb verdrängte ich den Gedanken schnell, dass etwas nicht stimmen könnte. Ich dachte, es sei vielleicht eine vorübergehende Reaktion auf eine beginnende Erkältung oder so. Jetzt bin ich mir sicher, es war vermutlich ein erster „kleiner“ Hörsturz, den ich einfach ignorierte. Ich habe wohl nicht auf meinen Körper gehört - hätte ich etwas besser/anders machen können? Keiner weiß es. Aber auch diese Frage ist im Nachhinein überflüssig, denn, passiert ist passiert.

Am Sonntagmorgen des 3. November 2024 war das Gefühl aber plötzlich wieder da. Das Ohr war „zu“, als hätte jemand Watte ins Ohr gestopft. Und dieses Mal wollte es sich nicht nach 30 Minuten erholen. Es blieb einfach so.

Montagmorgen saß ich direkt beim HNO – die Diagnose: Hörsturz. Ich bekam Kortison-Tabletten und wurde mit den Worten entlassen, dass sich das vermutlich von alleine wieder geben würde. „Wir sehen uns in zwei Wochen wieder“, mit diesen Worten verabschiedete sich meine Ärztin. Und obwohl ich mir Sorgen machte, klammerte ich mich an diesen Gedanken.

Doch in der Nacht von Montag auf Dienstag änderte sich alles. Ich wachte auf und wollte nur kurz zur Toilette gehen – aber die Welt drehte sich. Ich konnte kaum stehen, kippte zur Seite, mir wurde schlecht, ich musste mich übergeben - das war eine 12stündige Tortur, in der ich die Kontrolle über meinen Körper einfach komplett verloren hatte. Mein Gleichgewicht war aus dem Lot. Am Dienstag wurde ich dann ins Krankenhaus eingewiesen.

Es folgten mehrere Tage mit Kortison-Infusionen, Medikamenten gegen Schwindel und Übelkeit, neurologischen Tests und Gesprächen mit Ärzt:innen. Die Diagnose wurde immer klarer: vollständiger Hörverlust links und ein Ausfall des Gleichgewichtsorgans auf derselben Seite. Was mir zu diesem Zeitpunkt tatsächlich mehr zu schaffen machte, war der Ausfall des Gleichgewichtsorgans, weil ich nicht mehr richtig laufen konnte und es sich einfach immer im Kopf drehte. Ich sagte zu diesem Zeitpunkt auch schon: „Ich werde gerne ein Hörgerät tragen, bitte lass nur diesen Schwindel wieder weg gehen.“ Noch wusste ich nicht, dass mir ein Hörgerät nicht mehr helfen kann.

Eine Woche später folgte noch eine Tympanoskopie, ein kleiner Eingriff am Innenohr, der vielleicht doch noch etwas retten sollte. Aber auch dieser brachte keine Veränderung. Und irgendwann hörte ich den Satz, den ich zu diesem Zeitpunkt nicht wahr haben wollte: „Wir können aktuell nichts mehr für Sie tun, bitte informieren Sie sich über die Möglichkeiten eines Cochlea Implantats (CI).“ Diese Aussage hat wirklich gesessen. Nach so kurzer Zeit hatte ich mein Gehör eigentlich noch nicht aufgegeben und wollte das Thema CI auch noch nicht an mich heran lassen.

In den folgenden Wochen stellte ich mir unzählige Male dieselbe Frage: „Kommt das Gehör vielleicht doch zurück?“ Viele stellten mir auch genau diese Frage. Und ich antwortete jedes Mal mit „Vielleicht“. Denn es hieß immer: Wenn es sich in den ersten sechs Monaten nicht erholt, ist der Schaden meist dauerhaft. Und obwohl ich wenig Hoffnung hatte, hielt ich an diesem kleinen „Vielleicht“ fest.

Sechs Monate später wusste ich aber definitiv: Nein, es kommt nicht mehr zurück. Ich bin einseitig taub. Und diese Erkenntnis tut trotzdem immer noch weh, auch wenn ich mich langsam daran gewöhnt habe.

Parallel begann ich trotzdem bereits, mich über das CI zu informieren. Denn für mich war eins recht schnell klar, diesen Zustand werde ich so nicht lassen. Ich hatte immer Angst davor, dass mein zweites, gesundes Ohr auch noch plötzlich aussteigt - was dann? Eine Lösung musste also unbedingt her. Ich wollte die Kontrolle über mich und meinen Körper wieder zurück.

Aber inmitten all dieser Verluste gab es auch Fortschritte. :-)

Ich habe mein Gleichgewicht wiedererlangt. Anfangs konnte ich nicht mal zwei Schritte geradeaus gehen – heute balanciere ich wieder, fahre Fahrrad, bin mit meinen Kindern Achterbahn gefahren. Es ist nicht mehr ganz wie vorher, aber es ist nah dran. Nur eben… stiller.

Und dann kam die große, finale Entscheidung ca. sechs Monate nach meiner Ertaubung: Ich lasse mich implantieren.

Ich war eine geeignete Kandidatin für das Implantat, nichts sprach dagegen und so war mein Entschluss schnell gefasst. Und dann, am 24. Juni 2025, wurde ich endlich operiert. Die OP lief ohne Komplikationen, ich hatte keinen Schwindel und die Schmerzen hielten sich wirklich in Grenzen. Ich war einfach glücklich über die Entscheidung und diesen Schritt gegangen zu sein. Bereits zwei Tage nach der OP wurde mein Prozessor zum ersten Mal aktiviert, um zu sehen ob die Elektroden funktionieren. Hier konnte ich einen ersten Eindruck bekommen, wie es sich anhört und auch wie es sich anfühlt, endlich wieder ein räumliches Hören zu haben. Zwei Wochen später begann meine Hörreise mit einer Erstanpassungswoche, die von meiner implantierenden Klinik organisiert wurde. Das war wirklich toll, denn ich konnte mich nicht nur mit weiteren 15 frisch Implantierten austauschen, sondern auch ein erstes Hörtraining machen und bekam drei Anpassungen in dieser Woche und auch die Möglichkeit mit den Mitarbeitern des Herstellers meines Implantats zu sprechen und technische Fragen zu klären.

Die Entscheidung für das CI war nicht leicht, aber sie war richtig und wichtig für mich. Ich wusste, dass ich mit dem Implantat kein 100% normales Hören zurückbekommen würde – aber ich würde wieder hören können. Und das zählt.

Schon jetzt, wenige Wochen nach der OP, kann ich erste Worte und Sätze verstehen, nehme wieder Geräusche wahr, orientiere mich besser im Alltag. Es ist ein langer Lernprozess und ich weiß auch, dass der Weg meiner Hörreise gerade erst gestartet ist – aber diesen Weg gehe ich mit Dankbarkeit. Dankbar über die technischen und medizinischen Möglichkeiten, die es mittlerweile gibt. Dankbar über das „wieder-hören-können“.

Ich bin stolz auf meinen Körper. Stolz darauf, wie er sich nach dem Hörsturz so langsam wieder aufgerichtet hat. Und ich bin stolz auf die Entscheidung, diesen Weg gegangen zu sein. Mein CI ist für mich kein Makel – es ist ein Stück Hoffnung, ein Stück Normalität. Und ein Symbol für die Stärke, die ich auf diesem Weg in mir gefunden habe.

Diese Geschichte ist noch nicht zu Ende. Aber ich teile sie – für alle, die sich in ähnlichen Situationen befinden. Vielleicht, um Mut zu machen. Vielleicht, um zu zeigen, dass es auch nach einem Schicksalsschlag weitergehen kann.

Mein Ohr ist zwar still, aber ich bin es nicht. Ich gehe offen mit meinem Hörsturz, der Ertaubung und der Entscheidung für das CI um und mein ganzes Umfeld weiß, was passiert ist und welche Folgen dies alles für mich hat. Eine Hörschädigung sollte man nicht verstecken müssen. Wir alle sollten damit einfach offen umgehen und darüber reden - denn nur die Aufklärung darüber schafft Verständnis, Akzeptanz und Integration.

Viele Grüße,
Ines Kasuch
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@insta_of_ines
Juli 2025

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