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Wenn Du erwachsen bist, kannst Du HÖREN!

Auch ich bin seit Mai 2001 begeisterte CI -Trägerin und will Ihnen hier kurz meine Lebensgeschichte schildern. Ich bin fast 44 Jahre alt und seit meinem 4. Lebensjahr schwerhörig beiderseits. Wahrscheinlich hervorgerufen durch Masern. Die von da an (1961) allmonatlichen Besuche beim HNO-Arzt ergaben immer nur soviel: "Wenn Du erwachsen bist, kannst du hören." Für mich war damit meine Welt in Ordnung. Ich bin mit fünf normalhörenden Schwestern aufgewachsen und "gehörte dazu". Ich fühlte mich in keiner Weise behindert.
 
Die ersten vier Jahre in unserer kleinen Dorfschule waren für mich kein Problem. Vier Klassen in einem Raum, pro Schuljahr zwei bis sechs Kinder, ein Lehrer - ich hatte wohl alles gut "im Blick". Ab der fünften Klasse in unserer Mittelpunktschule (30 Schüler in einem Raum, verschiedene Lehrer) fingen für mich erstmals richtig Probleme an. Ich starrte die Lehrer an, bis ich sie vor Anstrengung manchmal doppelt sah, aber ich bekam den Unterricht nicht mehr mit. Meine Leistungen sanken rapide herab. Es hieß immer: "Sie kann mehr, aber sie hört zu schlecht." Auf Initiative meiner Eltern und Lehrer wechselten wir dann 1969 den HNO-Arzt und ich bekam erstmals Hörgeräte. Die Diagnose lautete damals schon:"An Taubheit grenzende Schwerhörigkeit beiderseits". Um eine optimale Schulbildung für mich zu erreichen, wurde in Erwägung gezogen, evtl. eine Behindertenschule in Bremen zu besuchen. Der Vorstellungsbesuch dort war für mich als Zwölfjährige ein schockierendes Erlebnis. Ich hatte vorher weder so viele Behinderte gesehen noch mit ihnen zu tun gehabt. Ich wollte auf keinen Fall dort zur Schule gehen. Ich kam doch nun richtig gut mit im Unterricht und blieb in meiner vertrauten Umgebung. Das Lernen brachte mir Spaß und ich gehörte bald mit zu den Besten in unserer Klasse. 
 
Naiv wie ich war, glaubte ich immer noch an den Satz meines früheren Arztes und es dauerte ja nicht mehr lange, bis ich erwachsen war. Bei einem meiner regelmäßigen Arztbesuche bekam ich dann auf meine Anfrage hin zu hören, dass sich mein Gehör niemals bessern würde, denn die Hörnerven seien nicht in Ordnung. Für mich als 16-jährige brauch eine Welt zusammen. Ein Leben nur mit Hörgeräten konnte und wollte ich mir nicht vorstellen. War ich bisher doch immer sehr darauf bedacht, dass nicht jeder von meinem "Handicap" erfuhr. Ich konnte es mir ja selbst nicht einmal eingestehen, aber mein unbändiger Wille, zu den Normalhörenden dazuzugehören, war ungebrochen und ich fand Halt in meinen Büchern und in meiner Familie. Ich konzentrierte mich nun verstärkt auf Schule, Berufsausbildung und Führerschein. Stenographie und Englisch in der Handelsschule brachten keine Probleme, ebenso meine Ausbildung zur Bürokauffrau. Alle Prüfungen konnte ich erfolgreich ablegen. Meine Arbeit in der Finanz- und Lohnbuchhaltung machte Spaß und ich war nebenbei noch als Betriebsrätin tätig. Inzwischen verheiratet und mit zwei Kindern, führte ich ein ganz normales Leben nur unter Normalhörenden. 
 
1990 wurde dich dann auf Anraten meiner HNO-Ärztin in eine große Klinik zur evtl. Cochlear-Implantation verwiesen. Mit nun 33 Jahren hatte sich mein Gehör weiter verschlechtert und neue Hörgeräte würden wohl nicht mehr viel bringen. Voller Optimismus und neuer Hoffnungen fuhr ich in Begleitung meines Mannes zum Vorstellungstermin. Innerhalb von fünf Minuten war das Gespräch beendet, es hieß nur: "Ihnen geht es so zu gut, da können wir nichts machen." Nicht die Aussage des Arztes, sondern die knappe Abfertigung ließen mich in ein tiefes Loch fallen. Meine Bücher, meine Familie und meine Freunde gaben mir wieder den nötigen Halt. Ich konnte ja hören, nur eben anders, wie ich heute weiß. Durch Lippenlesen und Körpersprache konnte ich "hören", nicht zu vergessen die Power-Geräte, die mein Restgehör verstärkten. Mir kam dann irgendwann die Erkenntnis, dass jeder Mensch sein "Päckchen" zu tragen hat, und damit hatte die Aussage des Arztes auch etwas Positives für mich.
 
Durch meinen Mann und unsere Kinder hatte ich gelernt, mit meinem "Handicap" offener umzugehen und scheute auch weiterhin nicht den gesellschaftlichen Umgang. Unsere Töchter trugen dazu bei, dass ich an Freizeitaktivitäten rege teilnahm. Nach der letzten Babypause hatte ich einen Job im Sortierdienst bei der Post angenommen, wo ich auch heute noch tätig bin. Mein Alltag war also ausgefüllt und ich merkte nicht, wie es immer stiller um mich wurde. Ich spürte nur eine ständige Abgespanntheit und Müdigkeit vom Zuhörenwollen und nicht mehr hören können. Mein Mann bekniete mich in dieser Zeit immer wieder, noch einmal einen Versuch zur CI-Versorgung zu starten, doch ich lehnte kategorisch ab. Warum längst verheilte Wunden aufreißen? Seinen Eifer, mich doch noch umzustimmen, konnte ich nur belächeln. Mit fast 43 Jahren gab ich schließlich im Sommer 2000 seinem Drängen nach, denn ich fühlte mich nun standfest genug, eine erneute "Abfuhr" entgegenzunehmen. Auch mein HNO-Arzt, Dr. Mammes, Bremerhaven, sprach mir Mut zu. Er empfahl, unbedingt noch einmal einen Versuch zu wagen und verwies mich ans HNO-Zentrum Oldenburg. Diesmal kam dann auch alles anders.
 
Dr. Plotz konnte mich in unserem ersten Gespräch durch seine ruhige, behutsame und einfühlsame Art über mein "Andershören" erreichen. Ich fühlte mich zum ersten Mal richtig verstanden und fasste Vertrauen. Ich spürte: Der Arzt kann und will mir helfen. In einem weiteren Termin wurden wir zu den notwendigen Voruntersuchungen bestellt. Auch hierbei ging es geduldig und liebevoll zu. Ich fühlte mich in den besten Händen. Die Untersuchungsergebnisse waren positiv und einer OP stand nun nichts mehr im Wege. Dr. Plotz gab uns sehr ausführlich Informationen über das CI. Er empfahl das HdO-Gerät der Firma MED-EL und erklärte die technischen Details. So von kompetenter Stelle informiert, entschied ich mich zur OP. Ich wusste: Ich konnte nur gewinnen, ich hatte nichts mehr zu verlieren. Der OP-Termin wurde dann auf den 28. März 2001 festgelegt, und zwar im St. SalvatorKrankenhaus, Halberstadt. Wir bekamen noch die Adresse einer CI-Trägerin und konnten dann später mit ihr in privater Atmosphäre gemütlich plaudern. In der langen Wartezeit bis zur OP quälten mich nun doch oft die Gedanken, ob meine Entscheidung richtig war.
 
Endlich war es dann soweit, mein Mann fuhr für drei Tage mit. Dort angekommen, musste ich zunächst einmal eine Reihe von Untersuchungen über mich ergehen lassen. Ich war aufgeregt und hatte Angst. Doch ich spürte sofort die menschliche und warmherzige Atmosphäre des Krankenhauses. Mit Streicheleinheiten wurde nicht gespart. Am nächsten Morgen bekam ich dann die Beruhigungsspritze vor der OP. Davon war ich schon so benebelt, dass ich alles Weitere kaum noch wahrnahm. Professor Begall sagte nach der OP, er hätte die ganze Technik hundertprozentig und ohne Komplikationen in meinen Kopf einsetzen können. Als ich aus der Narkose erwachte, spürte ich kaum Schmerzen, keine Übelkeit, keinen Schwindel, nur eine unendliche Erleichterung machte sich in mir breit. Mein Mann war da und es ging mir schon richtig gut. Vor meiner Entlassung war ich bei Herrn Hey, um ein paar Höreindrücke zu testen. Herr Hey verkabelte mich mit seinem Computer und siehe da, es funktioniert, ich hörte die ersten Töne. 
 
Nach zehn Tagen endlich wieder zu Hause, musste ich mich zunächst in Geduld üben. Nach fünf Wochen war ich dann für fünf Tage im CIC Halberstadt zur stationären Rehabilitation bestellt, mein Mann begleitete mich auch diesmal. Nach der Erstanpassung durch Herrn Hey vernahm ich zunächst ein sehr lautes Gewirr von Klingeln, Knistern, Zischen und Piepen. Herrn Heys Stimme klang wie aus einer Blechdose, hatte einen enormen Nachhall und zischte fürchterlich. Trotzdem konnte ich schon nach ein paar Minuten, sehr zu seinem Erstaunen, Zahlen ohne Mundbild herausfiltern. Mein Hörnerv war also aus dem Koma erwacht. Der Aufenthalt zu den Mahlzeiten im Speisesaal war der reinste Horror. Es umgab mich eine undefinierbare Geräuschkulisse. Ich konnte dort rein gar nichts heraushören, während ich beim Spaziergang im Park ein wahres Vogelkonzert vernahm, als wäre es nie anders gewesen. Doch mein Mann wusste es besser: Ich habe zuletzt wohl nur noch die Tauben gehört. Im Laufe der Woche machte ich enorme Fortschritte, auch sehr zum Erstaunen der Logopädinnen. Nach jeder Neueinstellung des SPs verbesserte sich mein Sprachverständnis, was mir in den einzelnen Übungsstunden auch bestätigt wurde. Ich konnte am Ende schon einige Mehrsilber und einfache Sätze ohne Vorlage und ohne Mundbild nachsprechen. Aus verschiedenen Musikstücken konnte ich das jeweilige Musikinstrument, was besonders hervorkam, herausfiltern. Es war zwar schwer, aber es klappte auf Anhieb. Nun war mein Interesse an Musik geweckt. Ich besorgte mir eine CD, lieh mir einen Disc-Man und probierte das FM-Kabel. Ich hörte den Rhythmus und sogar den Titelsong. Insgesamt krächzte alles ein bißchen, aber ich war keineswegs enttäuscht, hatte ich mein CI doch erst ein paar Tage. Die stationäre Reha war nun zu Ende und ich habe mich auch hier sehr wohl gefühlt, so wie in einer Großfamilie. 
 
Auf dem Heimweg, im Auto, machte ich sofort die Erfahrung, dass ich Wortfetzen bei Nachrichten aus dem Autoradio und sogar manchmal ganze Sätze beim Verkehrsfunk mitbekam. Ich trage allerdings weiter links mein Hörgerät, denn zusammen mit dem CI rechts erscheint mir alles ausgewogener und volltoniger. Selbst von der Musik im Radio, ließ ich mich nur so berieseln, hatte ich das doch jahrelang als unerträglich empfunden. Mein Mann war emotional völlig überwältigt, nur ich nahm alles ganz selbstverständlich hin, als wäre ich nur etwas wach geworden. Ein wahnsinniges Glücksgefühl übermannte mich. Und das alles nach erst fünf Tagen.
 
In der jetzt folgenden Zeit werde ich ambulant von Dr. Plotz und meiner Logopädin, Frau Stindt, betreut. Nach jeder Neueinstellung des SPs durch Dr. Plotz kann ich neue Hörerfolge verbuchen. Zahlen verstehe ich hundertprozentig, bei den Einsilbern hapert es noch ein wenig. Aber ganze Geschichten mit anspruchsvollerem Text, die Frau Stindt mir vorliest, kann ich ohne Mundbild Satz für Satz wiederholen. Nur mir völlig unbekannte Worte verstehe ich nicht. Telefonieren mit mir vertrauten Personen klappt wesentlich besser als vorher mit Hörgerät. Mein besseres Sprachverständnis wird auch deutlich bei Unterhaltung im Auto, im Familien- und Freundeskreis, am Arbeitsplatz, einfach überall im Alltag,. Nebengeräusche und den noch etwas hohlen Klang ignoriere ich einfach. Auch Geräusche, die mir undefinierbar erscheinen, akzeptiere ich so, denn im Alltag hat man doch fast immer das entsprechende "Bild" dazu. Mein "neues Hören" wird mir gar nicht richtig bewusst. Ganz automatisch höre ich und es hat "nur" ein großes Erwachen begonnen. Ich verspüre ein anhaltendes Glücksgefühl, ein körperliches und seelisches Wohlbefinden. Die Uhren ticken, die Grillen zirpen, die Fahrradklingel und die Bremsen der LKWs ertönen deutlich aus dem Straßenlärm hervor, ich wusste bisher nicht, dass man Selterswasser hören kann oder dass mein Dampfbügeleisen schmatzt, klassische Musik erinnert mich an mein Elternhaus, als dort manchmal "Wiener Walzer" im Radio erklang, ein Straßenmusikant mit Akkordeon versetzt mich ebenfalls in Kindertage, beim Fernsehen kann ich deutschsprachigen Sendungen auch ohne Untertitel folgen. Musik ist z.Z. meine Lieblingsunterhaltung geworden. Mit FM-Kabel hört sich alles so an wie früher aus einem Transistorradio. Höre ich Musik mit Hörgerät und CI über Lautsprecher, erklingt sie für mich so normal wie damals aus der Musikanlage. Mein Hörnerv bringt also alles in die richtige Bahn, und das innerhalb von vier Monaten in der sogenannten Anfangsphase. Ich glaube nun, dass mein "neues Hören" derzeit den Stand meiner Jugendzeit erreicht hat, nur mit dem Unterschied: Damals war ich todunglücklich, heute bin ich überglücklich. 
 
An dieser Stelle spreche ich nun meinen tausendfachen Dank an all diejenigen aus, die mir aus einer dumpfen, sonoren Welt zum "Besser hören mit CI" verholfen haben. Zum Schluss noch ein dickes Lob an die Firma MED-EL für den überaus hervorragenden Service.
 
Erika von Soosten
Am Knick 14
27619 Schiffdorf-Wehdel
 
Tel.: 04749/8190
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  • Erstellt am .

Aktionsradius

In Anlehnung an den Pantomimen Jomi, der diesen so hervorragend darstellen kann.
 
Ach, taub ist doch nur die zickige Alte, die immer misstrauischer wird und schlechte Laune hat, weil sie meint, wir Kinder reden über sie - naja, immer öfter trifft sie dabei ja ins Schwarze...
Oh ja: und mein lieber Bruder, ja, der Arme, schon mit 16 Jahren ein Hörgerät... ist doch was für alte Leute... aber wenn ich abends mit ihm und ein paar Kumpels in der "Kupferkanne" sitze, dann wird er nach 'ner Weile ganz still, säuft und am Ende sitzt er heulend in einer Ecke, weil er mal wieder nichts mitgekriegt hat... ich verstehe ihn - bei dem Krach fällt es mir auch ein BISSCHEN schwer... und den Wind höre ich in den Bäumen auch nicht mehr, so wie als Kind. Aber ich höre sonst noch alles! Ich wohl! Ja, und wenn ich beim Fahrradfahren die Lerchen nicht mehr hören kann, wenn sie in den Feldern aufsteigen, dann bringe ich mich um! Aber ich höre - und das Leben ge-hört mir, und ich drehe weite Kreise...
 
Jetzt bin ich fast 50 Jahre alt - und höre schon seit langem nicht nur die Lerchen nicht mehr. Viele immer kniffeligere und teurere Hörgeräte habe ich verbissen "ausgequetscht" - mich mit großem Kraftaufwand gegen die unerbittliche Verkürzung des Aktionsradius gewehrt. Bloß niemals wirklich akzeptieren, dass ich kaum etwas mitbekomme...! Es muss irgendwie gehen... Mit den vier Kindern, die ich alleine großgezogen habe, ging es ja auch ganz gut. Heute sind sie mir über den Kopf gewachsen in jeder Beziehung, und wenn ich vier einlade, dann kommt die doppelte Anzahl, futtert mir in fröhlich quatschender Runde die Ohren vom Kopf, die zu etwas anderem ja auch nicht mehr taugen. Ich beobachte ihre Gesichter, Mimiken, Körpersprachen, und mache mir so meine Gedanken über die Beziehungen meiner Lieben ... nein, Langeweile habe ich dabei nie. Ich habe es längst aufgegeben, durch Fragen am Gespräch teilnehmen zu wollen, denn die Antworten sind ja aus dem Zusammenhang gerissen, und meist verstehe ich sie doch nicht, störe nur den munteren Gesprächsfluss und das Barometer sinkt zum Mitleid-Tief...
 
Andere Gruppenteilnahmen und Veranstaltungen habe ich seit Jahren aufgegeben, auch die Leitung einer christlichen Frauenarbeit mit öffentlichen Treffen. Intensiviert haben sich aber meine Einzelbeziehungen, und so fühlte ich mich innerhalb meines eingeschränkten Aktionsradius noch lange ziemlich wohl. Auch telefonieren ging mit Induktion und vertrauten Gesprächspartnern recht gut. 
 
Bis ich in den letzten drei Jahren die Grenzen nicht mehr leugnen konnte, da ich sie buchstäblich vor der Nase hatte, wo das Kombinieren ohne Mimik und Körpersprache und Ablesen mir vor Anstrengung Schweißausbrüche zu bescheren begann, die dann eindeutig nicht klimakterisch einzuordnen waren. Beruflich blieb mir als später Wiedereinstieg nur die ambulante Krankenpflege - mit einzelnen Menschen konnte ich noch kommunizieren, wenn auch unter wachsenden Schwierigkeiten. Meine Universitätskarriere hatte ich schon vor langer Zeit den Ohren, aber auch den Kindern geopfert - und es nie bereut.
 
Mein letztes High-power-high-tech-Hörgerät, ein "Multi-Digital" von Interton wurde nur noch am rechten Ohr angepasst, und auch da war es schon teuer genug. Das war vor zwei Jahren. Die Stunden beim Akustiker waren unendlich mühselig, da ich sie in die Berufstätigkeit einbauen musste. Am Ende spielte er mir Musik vor - und ich hörte nur Tonmatsch... Als ich erfuhr, dass er mir die früher so von mir geliebten "Brandenburgischen Konzerte " von Bach vorgespielt hatte, ja, da weinte ich das erste Mal um den Verlust meines Gehörs... erst im Himmel würde ich wieder Musik hören können... Der Leidensdruck wuchs stetig. Im Büro wusste es jeder - und doch gab es immer wieder Verärgerung und Unmut, Ungeduld und Missverständnisse, weil ich Dinge nicht mitgekriegt hatte oder auch nach dreimaligem Wiederholen noch nicht wusste, worum es ging. Dienstbesprechungen mit 15 Leuten waren blutdrucktreibend, aber nutzlos, und schlechte Protokolle halfen nicht weiter ... alles war Kampf.
 
Aber das Schlimmste war für mich, dass ich keine Lieder mehr in der Kirche hören konnte, nicht mehr mitsingen konnte, weil ich meine eigene Stimme nicht mehr hörte trotz Hörgeräts. Der einzige Trost blieb mir: Die Wandlungsworte "hörte" ich mit meinem Herzen - sie waren dort eingraviert ... aber meine Sehnsucht nach den Liedern ließ mich jedesmal weinen, und ich mochte auch nicht mehr zur Kirche gehen... 
"Mama: Hör auf zu singen! Du singst FALSCH!" kam es platt von meiner 16-Jährigen...
Weihnachten 2003 trieb mich diese Quälerei dann ins Internet... mal surfen, ob es nicht irgendeine Info gibt über CIs - ich hatte im Jahre 2000 in Hannover gehört, ich sei noch nicht so weit, und solange es mit Hörgeräten irgend ginge, wäre CI die schlechtere Wahl... aber ganz am Rande hatte ich da erfahren, dass es eine Vereinigung gäbe von schon Implantierten... ich suchte danach und wurde fündig...
 
Dann fand ich die "Ohrenseite"... noch nie habe ich so viele Stunden im Internet verbracht, die Zeit vergessen ... Ja! Die Erfahrungsberichte drückten ja so genau aus, was ich so alleine für mich alles durchlebt hatte, ich fühlte mich total verstanden. Und es eröffneten sich Möglichkeiten... auch noch nicht ganz Ertaubte erzählten von ihrer Implantation - ganz meine Situation!... Ich wählte Frankfurt aus - Wiege des CIV HRM und der "Ohrenseite", um mich vorzutasten: Meine Mails wurden auch prompt sofort beantwortet von Dr. Adunka, der als Operateur in einem Bericht erwähnt worden war. Schnell bekamen die Dinge eine Eigendynamik, die ich nur noch willig unterstützen konnte: Terminvorschläge, die auch ganz gut passten, Voruntersuchungen... Fehlplanung! Ärgerlicherweise war Dr. Adunka in Amerika, als ich in der Ambulanz war... und so konnte ich mich an dem Tag nicht so umfassend informieren, wie ich gewollt hätte. Aber ich hatte erfahren, dass ich wirklich ein CI-Kandidat war anhand der Hörprüfungen. Ich nahm vorerst die sehr informative Mappe über verschiedene CI-Anbieter und Beschreibungen des gesamten OP-und Reha-Verlaufs mit nach Hause. Da war guter Rat teuer - jedes CI schien gut zu sein, die Vorteile wurden immer gut herausgestrichen, und die Argumente schienen vernünftig - bei allen Anbietern. Das Modell von Cochlear reizte mich wegen eingebauter T-Option und wegen der Akkus reizte mich Clarion, da Akkus kosten- und umweltfreundlich sind. 
 
Aber wieder halfen mir die Ohrenseiten-Berichte, meine Entscheidung zu fällen: Jeder CI-Träger hatte mehr oder weniger die gleichen Probleme zu bewältigen gehabt und schien sich dann so gut wie die äußeren Bedingungen es erlaubten, mit seinem nun mal gewählten System angefreundet zu haben. Also kam es letztlich wohl auf das gleiche heraus... Ich entschied mich bauchmäßig: wegen der sehr sachlichwissenschaftlichen Beschreibung des Systems und der einleuchtenden neuen stochastischen Impulsverteilungen der benutzten digitalen CIS-Sprachkodierungsstrateigie mit sehr hohen Impulsraten (ca 18.000pps) neigte ich eher zum Combi40+ -CI von der Firma Med-El haben mit dem Tempo+ -Head-Set. 
 
Meiner Entscheidungszeit wurde kurzer Prozess gemacht. Dr. Adunka wollte per Mail ziemlich bald wissen, für welches Modell ich mich entschieden hätte, und er habe gleich schon einen OP-Termin anzubieten... Oh! Das ging schnell! Kaum war die bange erhoffte Kostenübernahmeerklärung der Krankenkasse da, sollte es auch schon über die Bühne gehen - ich hatte doch mit noch einem Vorgespräch gerechnet. Aber unbürokratisch und sehr geduldig beantwortete Herr Dr. Adunka alle meine Fragen per Email. Ich hatte ein wenig Angst, meinem Restgehör den Abschied zu geben, mich ganz in die Hände der Technik zu begeben... aber zu meiner Freude schrieb Dr. Adunka, er wolle mir das linke, schlechtere Ohr implantieren, weil der Hörnerv noch nicht so lange inaktiv ist. Auf der rechten Seite bestünde dann weiter die Möglichkeit, das Hörgerät zu benutzen. (solange der Vorrat reicht...) Das hat mich sehr beruhigt: Mir konnte nichts passieren: Klappte es nicht mit dem CI, dann war die Situation für mich unverändert- ich hatte noch das rechte Ohr! Geduldig nahm Dr. Adunka mir auch meine Skrupel bezüglich einer diabetischen Entgleisung während der OP- ich bin nämlich seit fast 25 Jahren Typ I-Diabetikerin, also "voll auf der Nadel", was eine Operation immer ein bisschen kniffelig macht. Aber schließlich konnte ich mich ganz beruhigt in seine künstlerischen OP-Hände begeben...
 
Als ich denn am 26.04.04 in der HNO-Klinik angekommen war, gab es gleich eine gute Neuigkeit: ich sollte ein brandneues Implantat bekommen: die ganz neue Pulsar-Elektronik von Med-El namens PULSARci100, die eine sehr viel höhere Impulsrate (> 50.000 pps) hat als die herkömmlichen Systeme. Das heißt eine bessere Anpassung an die physiologischen Bedingungen des Hörens (von den natürlichen Bedingungen ist man ja noch Lichtjahre entfernt - unser Schöpfer ist eben doch genialer als aller CI-Firmen und Forscher!!). Aber immerhin! 
 
Der Sprachprozessor, der die Kapazität der Pulsar-Elektronik voll ausnutzen kann, wird erst ab Dezember zur Verfügung sein. Bis dahin darf ich mit dem alten System üben - ich bin gespannt, wie es damit geht...
 
Die Operation ging super über die Bühne - ich glaube, es waren weniger als drei Stunden. Hinterher musste ich zwar bis spät abends erbrechen, aber ich glaube, das war eine verschleppte Migräne. Ich hatte eine vor der Operation, dachte aber, die würde durch eine Vollnarkose schon plattgemacht ... naja, da musste ich dann eben doch durch. Mein Zucker blieb aber ziemlich brav und am nächsten Morgen war ich ja noch nicht verhungert... Das Schönste war, dass ich gar keinen Wundschmerz verspürte! Da war ja eine Mandeloperation schlimmer! Und offensichtlich war Dr. Adunka eben doch ein Künstler: Ich hatte kaum Haare eingebüßt - der verbleibende Rest würde vollauf genügen, um den Operationsbereich zu überdecken. Am ersten Tag spürte ich hin und wieder leichten Schwindel, aber der war unerheblich. Wirklich gestört hat mich nur ein unverschämter kleiner Tinnitus, der sich heimlich eingeschlichen hatte und mich nun auf ziemlich aufdringliche Weise zu unterhalten versuchte. - Eine kleine Cortison-Bombe von 500mg, in die Vene gejagt, hat ihn fürs erste besänftigt. Das ließ für einen Tag allerdings meinen Blutzucker rebellieren, den ich wiederum mit einer Altinsulinmenge in seine Grenzen zurücktrieb, die vier mal so hoch war wie die gewohnte. Drei Tage nach der OP war ich aber wieder ziemlich im Lot. Jetzt gab es täglich nur noch die prophylaktische Antibiotika-Infusion und der Rest der Zeit blieb zum Wiederaufbau meiner Kräfte. 
 
Eine entscheidende Begegnung fiel in diese Zeit: Ich hatte Michael Schwaninger vom CIV HRM um einen Besuch in der Klinik gebeten. Das war eine spontane Idee gewesen, weil ich in Frankfurt ja auf meine Familie weitgehend verzichten musste. Und außer dem war ich CI-neugierig geworden, wollte so ein Ding mal in vivo sehen. Es war ein sehr anregender Besuch und Herr Schwaninger hatte mich per SMS vor und während der OP immer wieder sehr ermutigt... der Kontakt blieb erhalten.. Sechs Tage lang war ich in der Klinik, und dann war ich auch schon wieder fit genug, um mich bei meinem Bruder in Hofheim bis zur Erstanpassung verwöhnen zu lassen. Wie froh war ich, dass ich mein Hörgerät in der Zwischenzeit benutzen konnte! 
 
Herr Schwaninger zog mich aus dem so lieb gewordenen "Schnecken"-Haus heraus: 10 Tage nach der OP nahm ich, noch total verkrampft und voller Scheu, seine Einladung zu der in Frankfurt stattfindenden DCIG + CIV HRM -Tagung "rund um das CI" an. Ich war so überanstrengt hinterher, dass ich die ganze Nacht wach blieb, aber es war ein Erfolgserlebnis geworden: mit Induktion und hörbehindertengerechter Diskussionsführung, konnte ich doch noch manches mitkriegen, und das hohe Niveau der Tagung regte meinen etwas unterernährten Geist sehr an. Ich begann, mich zugehörig zu fühlen.
 
Aber ich begann, es öfters auszustellen, mich ganz ohne Ohren ins Gewühle zu werfen - und ich lernte, was ich bis dahin nie gekonnt hatte: ich verkündete jedem, mit dem ich reden musste, dass ich taub bin. Mitleid, Unsicherheit und Schrecken störte mich irgendwie kaum mehr. Ich hatte unmerklich gelernt, dazuzugehören: zu den Ertaubten, den Behinderten. Ich war eine von ihnen und kämpfte nicht mehr dagegen. 
 
Meine Kontakte zum CIV hatten einen wesentlichen Anteil daran. Mein Aktionsradius war eng, aber ich hatte akzeptiert. Vielleicht machte die große Hoffnung auf eine erträumte Erweiterung dieses Radius mich so versöhnlich gegenüber den Begrenzungen. 
 
Gestern war es soweit: vier Wochen nach der Op - Erstanpassung des Head-Sets! Ich fühlte mich wie Weihnachten, dabei war das Wetter fast sommerlich ... Oh, ich werde HÖREN! Fest entschlossen, es zu lernen gegen alle Widerstände. (Ich war ja vorgewarnt, dass da Drachen und Ungeheuer auf dem Wege lauerten...)
 
Herr Lehning, Te chniker von Med-El, zeigte mir aus dem Weihnachtsköfferchen erst mal den Sprachprozessor und die Spule, die magnetisch mit dem Sender unter der Kopfhaut zusammenhält. Ein sehr seltsames Gefühl, aber es sollte nicht das einzige sein, womit ich mich anfreunden musste: Erst mal:Töne! Es funktionierte zumindest! Da war was!! Aber das Biest schien sofort eine Antipathie gegen mich entwickeln zu wollen - es verbrüderte sich mit meinem Tinnitus, und sie sangen zusammen die gleiche Arie, nicht sehr harmonisch oder rhythmisch, aber laut. Alles klang gleichförmig falsch und pfeifend, und ich musste mich erst mal kaputtlachen. Die Welt schien verrückt zu sein um mich herum. Zur Übung musste ich zwei Stunden im Klinikgelände herumstreunen, um das Untier auf meinem Kopf einem ersten Zähmungsversuch zu unterziehen. Erst ging ich essen - das Besteck pfiff, und das Ablesen der Stimme hatte ich ja schon geübt. Eine Brotkruste klang so urig und fast wie Krachen beim Kauen, dass ich gleich viel zu viel Brot vertilgte, nur um das wundersame Geräusch zu genießen. Auch meine oder fremde Schritte pfiffen - rhythmisch, daran erkannte ich, dass es Schritte waren... als ich aber über einige Holzplanken ging, klangen die wie Holz!! Entzückt ging ich eine Weile hin und zurück - die Leute haben bestimmt ihren Spaß gehabt, aber den gönnte ich ihnen, ich hatte meinen ja auch! Das Faszinierendste war aber etwas, was mir fast magisch vorkam: Ich hatte Mühe gehabt, nur mit Ablesen Herrn Lehning zu verstehen (mein Hörgerät hatte ich in einem freudschen Vergesser zu Hause gelassen!). Aber MIT CI konnte ich fast alles richtig "ablesen". Also musste ich was gehört haben!! Ich hätte aber schwören können, dass ich NICHT gehört habe! Mein armer verwirrter Hörnerv hat den Unfug wohl einfach weitergeleitet ans Gehirn - und das hat kühlen Kopf behalten: es wusste, was es da serviert bekam! Sprache!
 
Heute ist der zweite Tag in meinem Leben...
 
Er begann damit, dass Zähneputzen mit CI sich anhörte wie eine Drahtbürste auf Steinplatten. Vor Schreck habe ich Zahnpasta aspiriert. (Manche unangenehmen Erfahrungen macht man aber auch mit CI nur einmal!!!)
 
Ich habe schon Stimmen unterscheiden gelernt, Schritte pfeifen auch nicht mehr, ich war in der Kirche und habe auch da einzelne Wörter wirklich gehört, habe dem Nachrichtensprecher peinlich genau auf den Mund gestarrt (gut, dass der das nicht merkt). Sogar mein Handy habe ich probeweise mal zu überlisten versucht: eine automatische Ansage angerufen - und tw. verstanden. OHNE Induktion! Ach, und Glocken habe ich wirklich läuten gehört! Ohne dass es mich genervt hätte als zu laut, so wie früher mit Hörgeräten...
 
Seltsamerweise höre ich Autos und Straßenbahnen noch nicht - da ist dann nur ein Knattern und Rauschen im Ohr. Und ich kann Geräusche in keiner Weise orten. Wenn ich nicht sehe, was ein Geräusch verursacht haben könnte, dann identifiziere ich noch gar nichts. 
 
Trotz all dem, was ich in diesen ersten 24 Stunden erobert habe, ist es noch recht jämmerlich. Und wenn ich nicht mit eigenen Augen gesehen hätte, dass CI-Träger HÖREN, auch in der geselligen Gruppe, dann würde mein Humor und meine Zuversicht doch auf eine harte Probe gestellt. 
 
Ich bin so dankbar für die Hilfestellung durch Menschen, die mir die Erfahrungen schon voraus haben und die sich zur Verfügung stellen, ermutigend weiterzugeben, was sie wissen... Und ohne die "Ohrenseite" stünde ich jetzt nicht als Bericht in eben dieser!!
 
Und das war nur der Anfang - ich werde hören lernen und dann das Abenteuer in Angriff nehmen, mein Leben wieder umzugestalten, meinen Radius zu verlängern, den Kreis zu erweitern ... das Leben wird diese Geschichte also weiterschreiben, und ich hoffe, sie wird manchem ein bisschen mehr Mut geben können, die Schritte zum CI zu wagen... 
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CI-Erfahrungen (N. C. Hembach)

Ich war bis zu meinem 28. Lebensjahr guthörend und habe im Rahmen eines sechswöchigen Komas (wegen eines ARDS), nach der Kaiserschnittentbindung meines ersten Kindes, auf Grund einer ototoxischen Reaktion wegen einer Antibiose gegen einen oxacillinresistenten Staphilococcus aureus, mein Gehör über 2,5 Jahre hinweg immer mehr verloren.
 
Schlussendlich war ich an Taubheit grenzend schwerhörig und nach dem ich noch zwei Kinder bekommen habe und endlich im Frühjahr 2003 (nach 8 Jahren) soweit, mich mit der CI-Implantation auseinander zu setzen.
 
Im September 2003 wurde ich in Hannover von dem Team um Herrn Prof. Lenarz operiert. Ich habe mich auf Grund der MED-EL-Studie zu einer bilateralen CI-Implantation (auf "einen Rutsch") mit Cochlear Nucleus ESPrit 3G Geräten entschieden. Im November 2003 war die Anpassung meiner CI und ich bin nur glücklich - endlich kann ich wieder so leben, wie ich es mir so lange gewünscht hatte.
 
Alle anderen medizinischen, ob konservativen oder alternativen Versuche, haben leider nie etwas gebracht - und ich habe eigentlich nichts unversucht gelassen - bin durch die ganze Republik gereist, um Hilfe gegen meinen immer schlechteren Hörstatus zu finden. (Gegen eine ototoxische Innenohrschwerhörigkeit ist nun mal "kein Kraut" gewachsen).
 
Mit jeder Verschlechterung wurde auch meine psychische Verfassung nicht besser und ich war, trotz einer glücklichen Familie um mich herum, dann im März 2003 dann an einem Punkt angekommen, an dem ich nicht weiter konnte. Mir war klar, dass ich, wenn ich so weiterleben würde, auf dem besten Weg gewesen wäre, eine verbitterte Frau zu werden und damit das Glück meiner Familie zu gefährden und mich in eine große Isolation katapultieren würde.
 
Wie das Schicksal es dann so wollte, erfuhr ich durch einen hörgeschädigten Freund von uns, daß wiederum ein gemeinsamer Bekannter (dessen Ertaubung auf die gleichen Umstände wie bei mir zurückzuführen ist) von uns, sich zum CI entschieden hatte und damit ungemein glücklich sei, er sogar wieder telefonieren könnte und auch beruflich wieder zu alter Höchstform auflaufen sei. So nahm ich Kontakt mit diesem Bekannten auf und las seine Erfahrungsberichte mit Tränen in den Augen.
 
So glücklich wollte ich auch wieder werden!! Ich informierte mich maximal - bin mit meinem Mann alle positiven und negativen Aspekte einer CI-Versorgung und der OP durchgegangen- uns war sehr schnell klar, dass ich nur zu gewinnen hatte. Ein Vortrag von Prof. Lenarz bei der Einweihung des CI-Centrum Kölns gab uns dann letzte Gewissheit, dass wir den Weg gehen wollten und ich meldete mich nach allen bürokratischen Hürden dann in Hannover zur Voruntersuchung an.
 
Unser Bekannter hat uns während der ganzen Zeit immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden und ich bin ihm dafür sehr dankbar, denn seine Ermutigungen und Erklärungen haben uns viel Mut gemacht.
 
Heute, nach sieben Monaten mit CI fühle ich mich mit den CI nicht mehr hörgeschädigt - ich kann durch die bilaterale Versorgung auch in schwierigen Hörsituationen gut mithören und es gibt eigentlich keine Situation in der mir bewusst wird, dass ich taub bin. Die CI haben mir mein Leben gerettet - und das meine ich so. Und nicht nur ich bin glücklich, dass ich wieder hören kann - auch meine Familie.
 
Die Jahre meiner Taubheit und der damit verbundenen Einsamkeit, der Verzweiflung, der unerfüllten Hoffnungen "einfach wieder so" hören zu können, der Schmerz die eigenen Kinder nicht hören oder verstehen zu können, der Verlust meines Berufes als Übersetzerin, waren, wie wir wohl alle auf die ein oder andere Weise erfahren haben, sehr schwer - wie dankbar und glücklich ich bin nun wieder am Leben teilhaben zu können und mitLEBEN zu dürfen, können wahrscheinlich die meisten CI-ler verstehen.
 
Da ich die Hilfe unseres Bekannten als so wertvoll erfahren habe, habe ich mich entschieden für den Bereich Köln und Umgebung eine CI-SHG zu gründen. Ziel der Gruppe soll sein Mut zum CI zu machen, als Betroffene für Betroffene da zu sein. Wir treffen uns einmal monatlich (immer der 2. Mittwoch im Monat - nicht in den NRW-Ferien) in der Lupusstr. 22 in Köln in den Räumen des DSB, OV Köln, der uns freundlicherweise seine Räume für diesen Zweck kostenfrei zur Verfügung stellt. Jeder ist herzlich willkommen und die Beratung ist unverbindlich und kostenfrei. Die Gruppe arbeitet autonom und Mitgliedschaft ist nicht zwingend.
 
Ich stehe gerne für Fragen zur Verfügung und freue mich über Zuschriften unter folgenden Adressen:
 
Natascha C. Hembach
Wilhelm-Heidkamp-Straße 13
51491 Overath
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Und hier ein Foto von mir:
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