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Gipfelglück, Herausforderungen und besondere (Hör)Erfahrungen

Gipfelglück, Herausforderungen und
besondere (Hör)Erfahrungen

- Abenteuer Alpenüberquerung mit Cochleaimplantaten -

Von Adriane Schmitt

EIN WUNSCH WIRD ZUM VORHABEN

Eine Wanderreise „über alle Berge“ von Oberstdorf in Deutschland nach Meran in Italien war mein größter Herzenswunsch, seit ich im August 2021 in zwei Tagen zu Fuß mit einer Hüttenübernachtung, den höchsten Berg Deutschlands erklommen hatte, die Zugspitze. Diesen Herzenswunsch habe ich mir nun im August 2022 erfüllt. An dieser Stelle möchte ich Interessierte an dem Verlauf meiner Alpenüberquerung teilhaben lassen. Mein Name ist Adriane Schmitt. Ich trage seit 2020 beidseitig Cochleaimplantate.

Klar, ein Herzenswunsch allein reichte nicht aus, um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen. Es war einiges zu bedenken und zu entscheiden. Da es zahlreiche Anbieter und Möglichkeiten für eine Alpenüberquerung gibt, war es ein längerer Prozess, um herauszufinden, welche Variante am besten für mich passt. Bei der Zugspitztour hatte ich auf der Hüttenübernachtung in der Rheintalangerhütte die besonderen Herausforderungen eines Bettenlagers kennengelernt. Nachts taub zu sein in einem fremden Umfeld war dabei ein Thema. Aber auch Handy-Fernbedienung und Akkus meines CIs aufzuladen, bei einer einzigen Steckdose im Schlafraum für 12 Personen, birgt Unsicherheiten.

Und so fiel die Wahl auf eine Alpenüberquerung mit „Hotelkomfort“ statt Hüttenübernachtung zwischen den Etappen. Dies hatte den positiven Effekt, dass ich nur Tagesgepäck zu tragen hatte und das Hauptgepäck von Hotel zu Hotel transportiert wurde. Es hatte den negativen Effekt, dass ich wunderbare Hütten in herausragender Lage nicht kennenlernen konnte, die sonst auf der Route liegen.

Es geht los!

WANDERUNG IM KLEINWALSERTAL UND KENNENLERNEN DER GRUPPE - 1. Tag

Nachdem das alles entschieden war, ich die Gruppenreise schon allein gebucht hatte, schloss sich unverhofft meine CI-Freundin Marion an.  Wir teilten bei meiner zweiten Implantation 2020 das Zimmer in der HNO-Klinik - und nun gingen wir das „Abenteuer Alpenüberquerung“ gemeinsam an. Bei mir war die Hörminderung seit dem mittleren Lebensalter fortschreitend und Marion war bereits als Kind schwerhörig. Unsere Reise- und Wandergemeinschaft war für mich ein Glücksfall. Denn wer versteht die besonderen Herausforderungen schon so gut wie eine andere Hörbehinderte.

Zusammen fiel es uns leicht, sofort am 1. Tag der Gruppe und dem Bergführer mitzuteilen, dass wir taub sind. Ja, dies benötigt immer noch einen gewissen Anlauf.

Wir informierten darüber, dass wir beide für die Tour und für die Kommunikation auf unsere Hörtechnik angewiesen sind und erwähnten, welche Einschränkungen dies in besonderen Situationen mit sich bringen könnte. Unsere Offenheit fand interessierte Anerkennung und es entwickelte sich ein reger Austausch. Das Thema Hörminderung war auch anderen Teilnehmenden nicht fremd.

Trotz dieser insgesamt guten Voraussetzungen war ich besorgt und hoffte, dass die CI-Technik auf der Tour heil und funktionsfähig bleibt. Andernfalls hätte ich die Trekkingreise tatsächlich abbrechen müssen. Taub wäre mir die Tour zu gefährlich gewesen. Vorab, es lief bestens. Meine Akkus reichten zuversichtlich den ganzen Tag. Marion hatte unterwegs immer eine Batterie griffbereit, wenn der Wechsel nötig war. Stirnbänder schützten unsere Sprachprozessoren auf den stundenlangen Wanderungen erfolgreich vor Feuchtigkeit, Schweiß und Staub. Zudem gaben sie der Technik Halt.

An diesem ersten Tag begeisterte uns auf der Wildentalhütte das heftige Nicken und Glockengeläut einer Kuh, die uns offenbar begrüßen wollte. Ein erster HörGlücksmoment!

AUFSTIEG ZUR WIDDERSTEINHÜTTE (2015 m ü.d.M.) - 2. Tag

Die erste ganztägige Tour auf unserer Alpenüberquerung führte über das Kleinwalsertal 934 m, den Hochtannbergpass und hoch zur Widdersteinhütte, im Abstieg 875 m. Ungewohnt saftig grün war es um uns herum. Für den Tag und für die ganze Woche waren sinkende Temperaturen, Regen und Gewitter prognostiziert. So waren wir froh, dass wir „nur“ wolkenverhangene Berge vor uns hatten, ohne klare Sicht. Es war kühl und feucht, doch es regnete nicht. Nach den 36° zu Hause in Südhessen bewerteten wir dies als Glück in unserer Wandersituation. Wir schwitzten bereits jetzt ganz schön.

Auf der südlich des großen Widdersteins (2533 m) gelegenen Hütte angekommen, zog der Wind heftig. Wir zogen alles über, was der Rucksack hergab, um unsere Mittagspause im Freien verbringen zu können. Eine gute Flädle-Suppe wärmte uns von innen. 9 Personen, 3 Männer und 6 Frauen, machten auf dem langen Weg Bekanntschaft miteinander. Mit Pausen waren wir 8 Stunden unterwegs. Sollten wir ein Wanderteam werden? Ich war gespannt auf die Gruppendynamik und war ja selbst „mittendrin“. Eine Wandergemeinschaft Gleichgesinnter mit einem erfahrenen Bergführer gibt Orientierung, Zuversicht und Sicherheit, soviel steht fest. Jede:r von wollte die Alpenüberquerung schaffen und nicht unterwegs aufgeben. Dieses Ziel verband uns von Anfang an.

Nach der ungewohnten und langen Anstrengung waren abends die Beine unglaublich müde. Dabei waren wir noch am Anfang der Alpenüberquerung. Am nächsten Morgen sollte es pünktlich 8:30 Uhr wieder losgehen. Der Rucksack musste gepackt, die Hörtechnik einsatzbereit, das Zimmer rechtzeitig verlassen, Frühstück und Lunchpaket erledigt sein. An diesem Abend wechselten sich Vorfreude und Anspannung ab.

ÜBER DIE ANHALTER HÜTTE ZUM STEINJÖCHLE (2198 m ü.d.M.) - 3. Tag

Der Aufstieg zum Steinjöchle führte durch Latschenkiefern, über Blumenwiesen, entlang eines Baches, über ein grünes Almtal, ein Schotterfeld und weiße Kalksteinfelsen, vorbei an der Anhalter Hütte. Malerisch und einfach beglückend! Gestärkt durch die Einkehr auf der Hütte und das Nippen an einem Zirbenlikör, den der Bergführer empfahl, ging’s weiter bis zum Gipfel mit atemberaubenden Aussichten. Hier kommt man mit keinem Auto und mit keiner Gondel hin. Wem man hier begegnet, mit dem ist man per Du, vom gleichen „Geist“ beseelt. Unsere kleine Gruppe einte ein lauter oder stiller Stolz, gepaart mit Erstaunen über uns selbst. Nicht nur die Perspektive auf „die Welt“, sondern auch die Perspektive auf „sich selbst“ erweitert sich, wenn man hier oben angekommen ist.

Während der Aufstieg durch herrlich wilden Wald und farbenfroh blühende Almwiesen führte, auf denen Kühe und Pferde grasten, war es vier Stunden später ganz oben karg und felsig. Die Anhalter Hütte und das Steinjöchle waren nicht leicht zu erreichen. Balance, Trittsicherheit, etwas Schwindelfreiheit und dabei viel Ausdauer waren erforderlich. Tolles Übungsterrain für Bergbegeisterte. Erschöpft und glücklich machten wir die Gipfelfotos.

Die Vielfalt für Auge, Geist und Körper war ein Genuss. Und die „Ohren“? Knirschender Kalkstein, das Geräusch beim Halt suchen des Fußes, der Klang der Stöcke anderer Wanderer. Ich selbst genoss es, mich ohne Wanderstöcke frei zu bewegen. Hier kamen mir doch meine regelmäßigen Bergläufe zu Hause an der Bergstraße zugute. Immer mal wieder vorauszulaufen, abseits der Gruppe zu gehen, zu stehen und die Weite der herrlichen Landschaft zu genießen, war möglich und wichtig für mich. Gleichzeitig fühlte ich mich mit der Gruppe „im Rücken“ in Sicherheit, denn ich war nicht erfahren im Hochgebirgswandern. Zudem hatte ich somit Raum von vorne oder von oben manches Foto von der Gruppe zu machen. Dies brachte gemeinsame Freude abends beim Austausch der Bilder.

Die Kühe an unserem Weg bewegten sich eher ruhig und meditativ in ihrer Erfahrung und Weisheit, selbst wenn sie uns auswichen. Der Gedanke, ob mich meine Energie denn wohl so über mehrere Tage tragen würde, war flüchtig. Ich wollte die große Freude genießen, dass mir dieses Abenteuer mit meinen Cochleaimplantaten möglich war.

WASSERFALL AM WEG DURCH DAS ÖTZTAL - 4. Tag

Nicht nur Berge machen glücklich, auch Wasser. An einem ruhigen Strand über das weite Meer zu schauen, das sanft oder aufbrausend ist, berührt. So ähnlich ging es mir am Stuibenfall, dem mit einer Höhe von 159 Metern höchsten Wasserfall Tirols. Der Wasserfall liegt bei Umhausen an unserem Weg durch das Ötztal. Respekt vor den gewaltigen Kräften der Natur stellt sich ein, wenn man den Wassermassen über ein Treppen- und Plattformsystem näherkommt. 700 Stufen und eine 80 m lange Hängebrücke führen immer weiter an das großartige Naturschauspiel heran. Für mich als wieder hörende CI-Trägerin waren die donnernden Geräusche der in die Tiefe stürzenden Wassermassen wirklich atemberaubend. Sie lassen einen Schleier aus feinstem Sprühnebel entstehen, der das Sonnenlicht in Regenbogenfarben bricht. Die feine Abkühlung tat gut und ich war recht froh, dass meine Prozessoren mir diesen „Wasserrausch“ nicht verübelten.

Allerdings teilten wir den Aufstieg am Wasserfall mit zahlreichen anderen Menschen. Es war ein fröhlicher Trubel und wohltuend, als wir nach dem Besuch wieder in die einsame Bergwelt eintauchten. Der Tag war mit 650 m auf und ab weniger herausfordernd, als es der folgende Tag werden sollte.

ÜBER DAS TIMMELSJOCH (2474 m ü.d.M.) NACH ITALIEN - 5. Tag

„In meinen Ohren säuselt das Glück“, ist groß auf dem Timmelsjoch zu lesen. Ich könnte nicht treffender formulieren, wie es mir hier ging.

Den „besten Tag“ der Woche gibt es! Der ist naturgemäß für jeden Menschen ein anderer und unterschiedlich geartet. Mein bester Tag auf der Alpenüberquerung Oberstdorf-Meran war dieser 5. Tag. Nicht einmal unbedingt landschaftlich, denn die Strecke am 3. Tag über die Anhalter Hütte und der Weg hoch über dem Ötztal waren ja auch zauberhaft. Doch so wie ich diese Landschaft, diese äußerst herausfordernde Strecke, mich wandernd, kletternd mit und in der unendlichen Weite der Berge erfahren durfte, das war pures Glück.

Von Hochgurgel in Österreich aus ging es über das Timmelsjoch Richtung Moos in Passeier, Südtirol, Italien. Es war ein heißer Tag mit einem strahlend blauen Himmel. Nach dem steilen Aufstieg 700 m zum belebten Timmelsjoch gab es eine ausgiebige Pause mit Zeit für Einzel- und Gruppenfotos neben der „Kunst am Berg“, die hier zu finden ist. Das Timmelsjoch ist auch ein riesiges hochalpines Freiluftmuseum.

Auf einem Gipfel mit eigenen Füßen angekommen zu sein, das war immer wieder eine kleine Feier! Da man über die neue Hochalpenstraße mit Motorrädern und Autos recht weit an diesen Gipfel heranfahren kann, waren wir hier oben das erste Mal nicht nur unter uns. Vom Gipfel aus ging es nach der Pause z. T. extrem steil auf einem felsigen Weg 1100 m hinunter ins hochalpine Tal, weiter auf dem Europäischen Fernwanderweg Nr. 5. Der E5 soll sehr belebt sein, sagt man. Das war auch so. Doch begegnete uns unterwegs kein Mensch. Dafür trafen wir zahlreiche Kühe und jede Menge Ziegen. Mit ihnen „rangelten“ wir auf schmalen Pfaden um die Vorfahrtsrechte. Es schien eine richtige „Rush Hour“ zu sein, als wir in einen Stau kamen. CI-Freundin Marion zeigte der Ziegenherde beherzt und bestimmt, wer hier gerade Vorfahrt hat. Ich habe ein eindrückliches Video davon gemacht.

Am Ende des langgezogenen hochalpinen Tals qualmten uns förmlich die Füße. Manche in der Gruppe waren zu diesem Zeitpunkt an ihrem Belastungslimit, was nach und nach die Stimmung merklich beeinträchtigte. Nach einer kurzen Pause ging es unerwartet noch einmal bergauf zur Oberen Gostalm. Unterwegs kam es zu einer kleinen „Revolte“: Zu lange Tour, zu wenig klar kommuniziert, zu wenig Trinkpausen, so formulierte es ein Teil der Gruppe. Herausfordernd war es für unseren Bergführer und Reiseleiter dies wieder gut „einzufangen“.

Erleben ist unterschiedlich. Für mich war es der beste Tag, wie geschildert.

Die strapazierte Stimmung vermochte dann eine Runde Zirbenlikör in dem herrlichen Alpenambiente auf der Terrasse der Almhütte zu entspannen.

ÜBER DEN MERANER HÖHENWEG NACH MERAN - 6./7. Tag

Unsere letzte Strecke war anders als die Tage davor. Einmal, weil wir nun dem Ziel entgegen gingen. Zum anderen befanden wir uns auf dem gegen Ende recht belebten Meraner Höhenweg „nur“ auf einer Höhe von max. 1.364 m. Es gab einen sehr schönen, kurzen, doch herausfordernden Abschnitt. Der Weg verlief ansonsten gleichmäßig auf und ab durch grüne Wälder und blühende Hänge, bis wir zu den Weinbergen und Apfelplantagen kamen. Das Panorama zeigte sich lange in leichtem Dunst. Die Anstrengung der letzten Tage hatte Geist und Körper auf „mehr“ vorbereitet. Diese bereitgestellte Energie sollte dann auch eingebracht werden, weil die Strecke sich zog und zog - 20 km, fast 6 h reine Laufzeit. Es war sehr heiß.

In Dorf Tirol angekommen wurde erst einmal in einem Eiscafé erschöpft und glücklich gefeiert. Wir konnten es noch gar nicht richtig fassen, dass wir am Ziel der Alpenüberquerung angekommen waren. Mit der Sesselbahn schwebten wir anschließend beseelt hinunter nach Meran, Marion und ich in dem Bewusstsein, dass wir nun zwei weitere Tage in Meran genießen werden.

Die Gruppe reiste am nächsten Morgen nach dem gemeinsamen Frühstück mit dem Bus zurück nach Oberstdorf. Nach dem Abschied erkundeten wir einen Tag lang das zauberhafte Meran. Klar, hier kann man einige Zeit verbringen. Aber wir wollten an unserem letzten Tag nochmals „hoch hinaus“ auf den Berg zur Orbisell Alm. Wir wollten nochmals „pures Bergglück“ erleben!

EIN LETZTES MAL HOCH AUF DEN BERG (2.160 m ü.d.M.) - 8. Tag

Am Ende des Trekking-Abenteuers ging es hinauf zur einsamen Obisellalm. Malerisch liegt die hübsche Hütte über Riffiano in Südtirol neben dem kleinen Obisellsee, umgeben von steilen Berghängen. Dort oben war es kühl. Mit Decken konnten wir auf der Terrasse den Blick zum See genießen. Es gab hausgemachte Holunderschorle, besten Espresso und frischen Kaiserschmarren mit Preiselbeeren vom Berg und feinem Apfelmus. Fast unwirklich schön war der Eindruck in dieser Stille. Klar, dass hier keine Gondel hochkommt. Es gibt nur eine Seilbahn zur Versorgung der Hütte.

Als wir nach dem nebeligen Aufstieg auf der Alm ankamen, trafen wir nur einen weiteren Gast. Es folgten nacheinander noch vier Wanderer. Sonst gab es nur die nette, vierköpfige Betreiberfamilie und vier am See herumtobende, fröhlich quiekende Schweinchen. Herrliche Geräusche!

Diese Bergtour war nicht ohne Herausforderungen. Wir mussten uns streckenweise in jedem Moment konzentrieren. Es gab ausgesetzte Wege in steilem Gelände, das im Nebel lag. Etwas Mut und Zuversicht in die eigenen Fähigkeiten gehörten schon dazu, hier ohne Gruppe unterwegs zu sein. Das felsige Gelände mit einem Höhenunterschied von 859 m auf und ab bewältigen wir nach unserer Wanderwoche über die Alpen dann doch insgesamt problemlos, auch ohne Bergführer. Bei dem steilen, manchmal rutschigen Abstieg zeigte sich endlich die Sonne. Es boten sich so herrliche Aussichten ins Tal. Die hellen Glöckchen einer Ziegenherde begleiteten uns. HörGlück!

Abends feierten wir unsere Wanderung und den Abschied von Meran im hübschen Innenhof beim Italiener um die Ecke. Schön überdacht. Unglaublicherweise begann es stark zu regnen und große Hagelkörner fielen vom Himmel. - Der einzige Regen auf unserer Tour. Auch in Südtirol wurde er sehnsüchtig erwartet.

BILANZ MEINER REISE ÜBER DIE ALPEN

In Zahlen ist leicht Bilanz gezogen: 7 Wandertage, 34 Stunden, 88 km, 4625 hm, 8458 Wanderkalorien, 1 Blase links. Sonst alles bestens ... Streckenweise war die Alpenüberquerung recht herausfordernd und machte mir gerade deshalb richtig viel Spaß!

Wir hatten sehr schöne Gruppenerlebnisse mit intensiven Begegnungen. Alle haben das selbst gesteckte Ziel erreicht. Es gab im wahrsten Sinne des Wortes unterwegs auch Durststrecken. Jede:r ist ein Stück an den Herausforderungen gewachsen und miteinander haben wir viel gelernt.

Unsere Tour ging nur teilweise über den Europäischen Fernwanderweges Nr. 5. Oft liefen wir parallel zu dieser Hauptroute auf stillen Pfaden über die Alpen. Es verwöhnten uns unfassbar herrliche Wanderungen und Passübergänge am Alpenhauptkamm bis nach Meran mit seinem mediterranen Flair.

Die CIs haben zuverlässig funktioniert. Es gab fantastische HörGlücksmomente. Ich kann nicht dankbarer für diesen Reichtum sein! Die Gemeinschaft mit meiner lieben CI-Freundin Marion war stärkend und hat viel Freude gemacht! Wir erlebten beide ein unglaubliches Glücks- und Freiheitsgefühl! Beide sind wir stolz darauf, dass wir uns getraut haben, mit Cochleaimplantaten die Alpen zu überqueren! Taub und trotzdem hörend!

Die Planung für die 2. Etappe der Alpenüberquerung im nächsten Jahr beginnt - jetzt ...

 

 

 

Wenn Du selbst höreingeschränkt bist oder bereits ein Cochleaimplantat trägst, magst Du Dich durch meinen Bericht vielleicht ermutigt fühlen, eigene besonders herausfordernde Vorhaben zu verfolgen. Das würde mich sehr freuen! Und wenn Du vor einer Implantation stehst, verlierst Du vielleicht die Sorge, dass danach vieles sportlich nicht mehr möglich ist. Das Gegenteil ist nach meiner Erfahrung der Fall! Alles Liebe und Gute für Deinen besonderen HörWeg!

 

 

Adriane Schmitt
Zwingenberg, 26. August 2022
SHG-Leiterin CI-Treff Hessische Bergstraße
Selbsthilfegruppe im CIV HRM e. V.
Grundschullehrerin/Schulleiterin im Ruhestand
Systemischer Coach (Systemische Therapie und Beratung, SG)

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CI-Trägerin beim MUDDY ANGEL RUN 2022

CI-Trägerin beim MUDDY ANGEL RUN 2022

Von Leonie Rühl

Hallo, mein Name ist Leonie Rühl, ich bin 15 Jahre alt und bin seit meinem 7. Lebensmonat beidseitig mit Cochlear Implantaten versorgt.

Ich habe mich schon des Öfteren gefragt, ob ich auch alle spaßigen Sachen machen kann, die andere (Normalhörende) auch tun?

Die einzig richtige Antwort auf die Frage ist:

Ja klar, genieße dein Leben!

Das lass ich mir natürlich nicht zweimal sagen und versuche immer die verrücktesten Sachen mit meinen Freunden zu unternehmen.

So kam es auch, dass wir uns bei einen Schlammrennen für Frauen angemeldet haben, dem

Muddy Angel Run 2022

-> Der„Schauinsland Muddy Angel Run“ ist Europas 1. Schlammrennen für Frauen aller Fitnesslevel. Die Laufstrecke ist 5 km lang und voller spaßiger und schlammiger Team-Hindernissen.

Am Anfang waren wir zu viert und am Ereignistag waren wir insgesamt sieben Frauen, die sich als Team „Have MATSCH Fun“ anmeldeten.

Sieben Monate haben wir den Tag herbeigesehnt und am 02. Juli 2022 war es endlich so weit. In diesen Zeitraum habe ich mich immer gefragt, wie genau es laufen soll, wenn ich während des Lauf als Einzige im Team Nichts höre. Zuerst habe ich überlegt, ob ich vielleicht nicht einfach mit der Schwimmhülle fürs CI mitlaufen soll.

Das Risiko, die CIs im Schlamm zu verlieren, war mir dann doch zu hoch.

Am Ende habe ich diese bei einen Freund von mir gelassen, der nicht mit gelaufen ist. Meine Freunde kommunizierten mit mir anhand von Basic-LBGs (Basic Lautsprachbegleitende Gebärden) oder ich behalf mir durch Lippenlesen.

Letztendlich war es einer der besten Tage, die ich erlebt habe. Die Bedenken, die ich zuerst hatte, waren komplett unbegründet:

Es hat alles gut geklappt und wir hatten den Spaß unseres Lebens.

Das zeigte mir erneut, dass wir Alles machen können, wenn wir es wollen.
Klar, es gibt immer Menschen, die sagen, dass man das nicht könnte aufgrund der Behinderung, aber das stimmt nicht.

Es findet sich immer eine Lösung um Überall teilzunehmen, also genießt euer Leben in vollen Zügen.

Ich habe eine Lösung gefunden, dann findet ihr auch eine, um euer Leben in allen Bereichen zu genießen.

Hindernisse sind dazu da, sie zu überwinden. Das habe ich an diesem Tag in jeder Hinsicht geschafft!

Leonie Rühl
August 2022



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Meine Erfahrungen mit meinen beiden Cochlea Implantaten

Meine Erfahrungen mit meinen beiden Cochlea Implantaten

Von Michelle

Ich kam bereits schwerhörig zur Welt, aber das wusste zu diesem Zeitpunkt noch niemand am 25.06.1998.

Damals war das Neugeborenen-Hörscreening noch in den Kinderschuhen und ging leider an meinen Eltern und mir vorbei, sodass man nicht frühestmöglich erkennen konnte, dass ich schwerhörig bin.

Ich lebte ganz normal mit vielen Tönen und Geräuschen und wuchs mit anderen Kontakten auf, aber meine Familie merkte dabei, dass etwas nicht stimmte. Ich reagierte anders als andere Kinder und meine Familie musste oft laut mit mir sprechen, zudem waren Spielzeuge mit Tönen für mich uninteressant.

Meine Eltern ahnten schon langsam, dass es vielleicht mit meinem Gehör zusammenhängt. Sie gingen mit mir zum Kinderarzt, doch das blieb erstmal erfolglos, da der Arzt erzählte, dass ich nur schüchtern sei und meine Eltern sich keine Sorgen machen müssten.

Das passte meiner Familie aber überhaupt nicht und sie suchten weiter, bis sie Antworten bekamen. So kam es im Alter von 3,5 Jahren zu den Untersuchungen an der Uni-Klinik Frankfurt und dort stellte sich heraus, dass ich nicht gut hören kann. 

Es ging dann alles sehr schnell und ich bekam zunächst einmal Hörgeräte. Damit sammelte ich meine Erfahrungen im Kindergarten, aber das war leider nicht das Optimum für meine Situation.

Man sagte uns, dass man mit Cochlea Implantaten (CI) noch viel mehr rausholen könnte und somit das Leben noch einfacher wird. Somit kamen dann weitere Untersuchungen auf mich zu und ich bekam mit fünf Jahren auf der rechten Seite mein erstes Implantat.

Ich weiß nur noch, dass es für mich sehr komisch war, weil ich ja als Kind nicht genau verstanden hatte, was passiert, aber ich habe in der Zeit auch andere Kinder kennengelernt, die genau dieselbe Operation hatten wie ich und hatte nebenbei gleichgesinnte Spielkameraden.

Nachdem das CI eingestellt war, änderte sich die Welt für mich. Durch hartes Training, Reha und Logopädie erreichte ich ein gutes Sprachverstehen. Meine Eltern mussten nebenbei viel mit mir trainieren und mich unterstützen, wo es nur ging.

Dadurch konnte ich direkt mit sechs Jahren in die 1. Klasse gehen und habe mit 9 Jahren auf dem linken Ohr mein zweites Cochlea Implantat erhalten. 

Damit konnte ich noch viel mehr verstehen und erreichte somit auch meinen Schulabschluss. Danach begann ich direkt mit meiner Ausbildung als Hörakustikerin, weil ich schon immer gerne Menschen helfen wollte und meine Erfahrungen als Selbstbetroffene mit anderen teilen möchte.

Seit nunmehr fünf Jahren bin ich in diesem Beruf tätig und freue mich immer wieder den Kunden zu helfen und ihnen neuen Mut schenken zu können, sei es mit modernen Hörsystemen oder eben mit Cochlea Implantaten, je nach Hörstatus.

Ich möchte den Menschen gerne mit auf den Weg geben, dass man alles schaffen kann und man an sich selbst glauben muss. So lebe ich mein Leben frei nach Albert Einstein: „Genieße Deine Zeit, denn Du lebst nur jetzt und heute. Morgen kannst Du gestern nicht nachholen und später kommt früher als du denkst.“

In diesem Sinne reise ich sehr gerne, treffe mich mit Freunden, gehe ins Kino, höre Musik und gehe auf Konzerte. Ich mache zudem gerne Sport im Fitnessstudio, dabei trage ich auch stets meine Sprachprozessoren und höre beim Sport Musik, nur beim Schwimmen schütze ich zusätzlich die Prozessoren mit den wasserdichten Schutzhüllen.

Ich lebe mein Leben mit den Cochlea Implantaten im Wesentlichen so, wie es andere junge Menschen in meinem Alter auch tun.

Michelle
Juli 2022

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Wellness at the Office – von Trockensaunen und Hamburgs ältestem Dorf

Wellness at the Office
Von Trockensaunen und Hamburgs ältestem Dorf

Von Claudia L.

So, hier bin ich wieder… der immer noch überbezahlte und unterbeschäftigte Westerwälder Basaltbrocken… teilzeitgeparkt, behindert (Ich darf das!) und neugierig auf euch.

Bei dem Wetter liegt es nahe, ein wenig Urlaubsfeeling zu verbreiten. Gut, Balkonien steht sicher auch dieses Jahr auf der Hitliste ganz oben, umso schöner, wenn die Basalttante nicht nur von den hier im Übermaß vorhandenen gesundheitsfördernden gebrannten Tröpfchen berichtet (Die Winter sind ja bekanntlich kalt und lang hier…), sondern auch noch ein paar Bröckchen bezüglich der Palette der Wellnessmöglichkeiten am Arbeitsplatz einwirft.

Nun klingt die Kombi ja für viele schon ganz schön schräg, Wellness – Arbeitsplatz – Wiedereingliederung -Chefs… Paralleluniversen, die diametral auseinanderstreben und höchstens durch schwarze Löcher in Verbindung treten. Aber nein! Weit gefehlt… ich bin angetreten, ein Exempel zu statuieren… einer muss den Job ja machen und den Advocatus diaboli geben.

Jetzt stelle mer unsma janz dumm: Wat is en Wellness …im Shopping-deluxe-Alltag, alles ist käuflich, je mehr desto pleasing…? Als Jäger und Sammler in diversen „Das- brauchst- du - alles- Geschäften“ schreien einen Dinge an, nach deren Verwendung du wahrscheinlich aus einem Jungbrunnen steigst, schön wie Helena, fit wie der Duracel-Hase, entspannt wie der Dalai Lama nach einem Zehn-Gänge-Menü und überhaupt und sowieso crunchyknackig auf Wolke 7… natürlich nur, wenn du an übersinnliche Phänomene glaubst, alle anderen haben Portemonnaie leeer. Mineralwasser, Socken, Müsli- gebt den Dingen ein Zuhause, glaubt an Wunder und folgt dem Trend!

Kann man natürlich schwach werden- muss man aber nicht. Viel wichtiger als der käufliche ist doch der Umgang mit dem täglichen Wahnsinn, für manche Job, Affenzirkus, Arbeit or Alptraum, Brutstätte des Herzinfarktes, bezahltes Hobby… für mich meine geliebte Anstalt. Und da wird`s doch eigentlich spannend, wenn`s um die Frage geht, wie well fühle ich mich… mit meinen CI… mang der Normalis?

Ja, das wird `n fundamentales Love-Bombing heute, gegen den Stream, gegen den Mainstream… weil sie es wert sind, die Spa-Verantwortlichen…die da hocken und brüten und denken… und die die Quadratur des Kreises versuchen, so gut sie können. Und jetzt sind wir schon mitten drin im Thema, denn ich berichte heute aus meinem persönlichen Wellnesstempel, ganz exklusiv und unzensiert. Ich kam im Dezember mit banger Buxe, wie ihr wisst, es war arschkalt wie es sich gehört im Westerwald, im Wellnessressort an. Wie das so ist, bei allen ersten Malen im Leben, drei totgesagte Schmetterlinge im Bauch, Hummeln im Hintern, Hände so klebrig wie ein alter Handkäs` und keinen Plan, ob der Plan, den es nicht gibt, auch funktioniert. Als Zusatzverstärker, Händchenhalter und Lebensversicherung hatte ich Begleitung vom Fachdienst für Hörgeschädigte mit an Bord… und dann checkten wir zwei Beiden ein… der Raum war bekannt, die Spa-Betreiber ebenso, nur der Ablauf und die Frage der Bekömmlichkeit lagen im Dunkel des Ruheraumes. Herzschlag so schnell wie die Flügelschläge eines Kolibris, Pokerface… jahrelanger Übung sei Dank.

Wie das so ist in einem guten Ressort, gab es ein kleines Vorgeplänkel, Käffchen, Smalltalk. „Komm klar Mädel, du bist kein junger Hüpfer mehr- eisgehärtet-rostfrei-Wilkinson Sword“- mein Mantra. In der Tat, Kinderkriegen hat nachhaltigen Nutzen, das Wegatmen klappte perfekt. Und dann saß ich dem „am Wasser gelegenen“ ältesten Dorf Hamburgs gegenüber…meinem Kollegen und Chef… und er machte seinem Namen alle Ehre. Plötzlich war da der Flow…, das Comimg-home-Feeling, irre und so nicht erwartbar. Ich war nicht mehr am Tresen zur Anmeldung, ich sank ganz tief und langsam in meine persönliche Badewanne mit Schaum bis fast zum Firmament. Es war unglaublich. Ich kam mit keiner Idee, wie ich ohne Technik und Raum eine Sekunde überleben könnte, ich hatte allenfalls Survivalstrategien, was ich in den kommenden Wochen machen wollen würde. „Ep“ selbst war im beruflichen Umgang mit `ner Tauben auch ein Greenhorn. So saßen wir drei, keine Ahnung von der Richtung des „new way, new life“ und den Kopf doch voller Pläne. Meine Wünsche, die nur so heraussprudelten, wurden angenommen, ich wurde angenommen, die Dinge verloren ihre unnötige Schwere, ein getanzter Dialog.

So begann ich, mir meinen Stundenplan selbst zu klöppeln, völlige Freiheit und Entscheidungsgewalt, was tut mir gut in der entsprechenden Situation. Ich begann und stellte mich in allen Klassen und bei allen Kollegen vor, teilweise ein Home-run, ich kannte sie noch als Dreikäsehochs, inklusive Loch im Bauch wegen der kindlichen wunderbaren Neugier, Begrüßung in Gebärdensprache, die Technikbegeisterten erhielten eine Kurzeinweisung. Wie klingt das Ding? Was machst du im Schwimmbad? Gibt`s die auch in fancy Farben? Und schnell, ganz schnell war ich wieder drin…, das Schaumbad wurde nicht kälter, kam immer warmer Input hinzu. Und es bewahrheitete sich die Tatsache, für Kinder ist das alles easy-going, wenn man sie nah ranlässt, an das, was man ist, was man fühlt und auch an das, was einen kirre macht.

ICH BIN BEHINDERT- UND ICH DARF DAS SAGEN- SHOCKING!!!

So ging es los und zack, es funzte. Gesprächsregeln, Party im Raum, Videotrailer auf Festival-Lautstärke, Düsenjet-Stimmen der Kollegen und Mäppcheninhalte, die ihre Ausbreitung stringent und nach dem Prinzip der größtmöglichen Verteilung zelebrierten… da ist noch Luft nach oben, das ist quasi das Eisbecken in meinem Spa…, a little bit schmerzhaft, aber gehört dazu. Nach Wochen des „Erhörens“ jedes Raumes ging ich dann gezielt mit einigen Kollegen und Klassen mit, die Stundenzahl oblag noch immer meinem eigenen Ermessen, ich erhöhte aber kontinuierlich, da die Rogeranlage noch nicht mal Quark im Schaufenster war. Das Gefühl, überflüssig zu sein, verflog beinah sofort, zu sehr wollte ich wieder Rampensau sein. Besonderes Highlight, tauber Musiklehrer im Musikunterricht, Schroedingers Katze… ein Objekt kann sich gleichzeitig in unterschiedlichen Zuständen befinden… bin ich taub oder nicht oder was? Mein Kollege und ich wurden zum Dreamteam, ich erzählte und er soufflierte mir die Fragen der Kinder in mein CI, wenn die Mucke spielte, ging ich ins Off…Symbiose für Bio-Profis.

In guten Spas gibt`s nach dem Aufguss in der Sauna ein Hefeweizen, auf der Schaukel, an der frischen Luft…und der erste Schluck muss zischen, meine Schaukel stand da, wo ich sie haben wollte, in Bad Marienberg, prädestiniert als Luftkurort… inklusive Tablett mit dem vollen Glas und Massagegutschein.

Wer von euch kennt noch Robert Lembke? „Welches Schweind`l hätten`s gern?“  Oder anders, wie soll sie denn sein, die eierlegende Wollmilchsau, respektive die, die uns begleiten bei unserem Comeback, in diesem Fall meine beiden Chefs?

Ich hab lang überlegt. Zu einfach machen wir es uns zu oft, zu kritisch sehen wir die vermeintlichen Mankos, zu sehr in Schubladen sind wir verhaftet. Und… weil`s Spaß macht, hab ich Tante Google mal nach Werbesprüchen befragt. Ein Freund meinte ja, es gibt nichts, was man nicht findet dort- das halte ich für ein Gerücht, aber hier hat die Taube was gefunden…. „Engagement, auf das Sie zählen können!“   (West LB). Jaaa, das trifft den Nagel auf die Birne…zum einen ist da der „Großmeister der Kakteen“, Zweitwohnsitz in seiner Trockensauna im Garten, Sieger über jeden blühunwilligen Kaktus, Wissen to go dazu in zehn Sekunden on point, eine meiner zuverlässigsten Konstanten in den vergangenen zwei Jahren. Motto: Wenn du einmal traurig bis, schick ich dir`n Kaktusbild, und wenn du dann noch traurig bist, dann schick ich dir`n Kaktusbild, und wenn du DANN noch traurig bist… dann, ja dann schick ich noch die „Königin der Nacht“. Zum anderen der „Großmeister der Worte“, zweite Konstante in dieser langen Zeit, der im Fluss ist zu jeder Tageszeit und zugewandt ohne jede Attitüde, der die Verbandsgemeinde wegen meines Raumes x plus Null mit ins Boot geholt hat und Vertrauen darauf, dass ich das gemanagt bekomme, wie Kamelle verstreut. Und bald wird der nächste Schritt in Angriff genommen, eigener Unterricht mit Anlage im eigenen Raum, kleinstes Ritzel erstmal, mit Absprachen und dem Gefühl: „Wir schaffen das.“ Unkompliziert waren beide in der Zeit des Neubeginns und das hat`s mir mehr als leicht gemacht, das Day-Spa zu genießen, finale Hymne:

Back in black

I hit the sack

I've been too long, I'm glad to be back

Yes, I'm let loose

From the noose

That's kept me hanging about

I've been looking at the sky

'Cause it's gettin' me high

Forget the hearse 'cause I never die

I got nine lives …

Was sind denn nun gute Chefs? Was sie nicht sind, fällt uns oft leichter zu formulieren. Was man nicht will, weiß man schneller. Und ganz im Vertrauen…, wir gehen mit unserer Kritik oft nicht zimperlich um. Ich kann nur für meine Spa-Betreiber sprechen. Ein exemplarisches Beispiel, wie´s sein kann, wenn´s sein darf, wie es sein soll. Ohne Anspruch darauf, dass es für andere auch passt.

Ein Chef ist ein Chef ist ein Chef…, souverän, vorausschauend, empathisch, klar, strukturiert, Grenzen setzend, ein Korrektiv, loyal, fordernd und fördernd, das ist mir wichtig.

Ich will euch Mut mitgeben, es kann klappen, es kann richtig geil werden, mit Kamelle, Blasmusik und Feuerwerk. Und es gibt sie, die Wellnesstempel, in denen Arbeit natürlich Arbeit ist, keine Frage, in denen aber auch am bescheidensten Tag ein klitzekleines Glücksgefühl mitschwebt…gemessen in der Einheit der Größe eines Kolibris.

Nu bin ich feddisch , aber es wäre toll, wenn ihr schreibt, was ist euch wichtig für euren Gang zurück in den Alltag im Beruf? Wie soll sie sein, die eierlegende Wollmilchsau? Welches Schweind´l…;-)))?

Denn das find ich wichtig, Austausch und das Gefühl, verbunden zu sein, in einer Community, ehrlich und ohne Theaterschminke. Lasst mal hören…, vielleicht finden sich ja noch mehr Mutmach- Geschichten. Ich würd´ mich freuen.

P.S. Die gesundheitsfördernden Tröpfchen sind nicht vergessen smile

Hui Wäller euer Basaltbrocken
Claudia

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