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Meine Erfahrungen mit dem CP1000

Meine Erfahrungen mit dem CP1000

Das CI ist die Abkürzung für Cochlea Implantat. Dieses Implantat wird operativ hinter dem Ohr unter die Kopfhaut eingesetzt und die Elektrode wird direkt in die Hörschnecke eingeführt. Mit Hilfe dieser Technik haben ertaubte Menschen wie ich wieder die Möglichkeit zu hören. Mein Name ist Lutz Markwordt aus Sachsen-Anhalt. Seit etwa über 20 Jahren bin ich schleichend auf dem rechten Ohr taub geworden, ohne es wirklich zu merken. Ich habe nur gemerkt, dass ich zunehmend immer schlechter bis fast nichts mehr hören konnte. Im Verlauf der Jahre hatte ich mich daran gewöhnt von den Lippen meiner Gesprächspartner abzulesen. Waren es mehrere Gesprächspartner in der Runde, hatte ich ernste Probleme diesen zu zuhören. Die ersten Hörgeräte, die ich vor 12 Jahren bekommen hatte, halfen nicht wirklich. Das Fernsehen konnte und kann ich nur mit Untertiteln verfolgen. Musik habe ich nur noch Mono gehört. Mono? Auf dem linken Ohr habe ich noch ca. 40% Hörfähigkeit. In meiner Reha-Sportgruppe hörte ich die Anweisungen für das Training gar nicht mehr. Ich sah nur, was die anderen machten und machte das schnell nach. Sobald ich angesprochen wurde, konnte ich nicht reagieren, weil ich nur Laute gehört habe, ohne diese Laute ablesen zu können. Seit dem Sommer 2017 hatte ich mich entschlossen doch noch mal ein Neuanfang zum besseren Hören zu machen. Nachdem ich mich beim hiesigen HNO Arzt in Behandlung begab, wurden mehrere Hörtests bei mir durchgeführt. Am Ende war ich zur großen Untersuchung im AMEOS Klinikum in Halberstadt. Dort stellte der Chefarzt für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde fest, dass mir ein CI helfen könnte. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt keine Ahnung, was das überhaupt bedeutet... CI... Nach meiner Untersuchung bekam ich reichlich Informationsmaterial mit nach Hause. Jetzt wusste ich, worum es geht und was das mit dem CI bedeuten kann. Ich hatte mich für eine CI Operation am rechten Ohr entschieden. Ich gebe zu, dass der Heilungsverlauf für mich nicht so einfach war. Aber ich wollte endlich wieder besser hören. Seit Juni dieses Jahres trage ich das CP1000 (Nucleus 7 System von Cochlear) und kann endlich wieder Töne empfangen. Ich habe das Gefühl, ich kann von Tag zu Tag immer besser hören. Ich höre zwar immer noch Mickymaus oder auch Roboterstimmen...aber ich höre was. Und es kann nur noch besser werden. Vielen Dank dem gesamten Ärzte – und Schwesternteam im AMEOS Klinikum Halberstadt und vielen Dank dem gesamten Team im CI Rehazentrum Halberstadt. November 2018 Lutz Markwordt

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Mein Weg zu zwei Cochlea Implantaten (1997 und 2012)

Mein Weg zu zwei Cochlea Implantaten(1997 und 2012)

Mein Name ist Tina und ich bin von Geburt (1964) an hochgradig, d.h. an Taubheit grenzend schwerhörig. Im Frühjahr / Sommer 1997 ließ ich mich auf Anraten meines Vaters in der Charité untersuchen, der gerade einen Bericht zum Thema „Cochlea Implantat“ im Fernsehen sah. Die Untersuchungen bei Dr. M. Dahm waren positiv und es wurde ein Termin zur Operation im September vereinbart. Nach der erfolgreichen Implantation war mir ein paar Tage richtig übel und ich hatte Schwindelanfälle als Nebenwirkung von der Narkose gehabt. Im Oktober 1997 war die Erstanpassung und bei der Aktivierung schauten alle gespannt auf mich und sagten irgendwas, was ich nicht verstanden habe. Daraufhin habe ich selbst etwas gesprochen und habe mich erstmal erschrocken, denn es klang blechern und piepsig wie die Stimme von Micky Maus. In der Regel waren die Anpassungen/Einstellungen für zweimal pro Woche geplant, aber ich war täglich dort, da ich ohnehin auf dem Gelände gearbeitet habe und habe nicht locker gelassen. Es folgte dann Logopädie mit Hörtraining zusammen und es wurde intensiv geübt. Die erste Erinnerung war das Rascheln der Zeitung, das Rauschen von Wasser sowie das Geräusch, wenn der Löffel ans Glas klopft. Nach kurzer Zeit wurden dann die Wörter geübt wie "Ana", "Apa", "Ata", "Aga" etc. Da hatte ich anfangs noch meine Schwierigkeiten und hatte den Ehrgeiz, alles halbwegs gut zu verstehen.

Ein halbes Jahr später haben wir es mit dem Telefon probiert - es ging zwar einigermaßen, aber ich war noch nicht zufrieden. Auch heute telefoniere ich nur mit meiner Mutter in kurzen Sätzen und nur wenige Minuten. Später wurde mir „gebeichtet", dass es während der OP einen Kurzschluss gab und zwei Elektroden kaputt gingen, einer im Tiefton- und der andere im Hochtonbereich. Das war beim Hören nicht bemerkbar und daher konnte man es vernachlässigen! Auf der Arbeit konnte ich meine Arbeitskollegen wesentlich besser verstehen ohne ständig nachfragen zu müssen. Zudem hatte ich mein Hörgerät auf der linken Seite weggelassen. Im Februar 2012 bekam ich das zweite CI wegen des Richtungshörens und der Erfolg kam viel schneller als beim ersten CI. Implantiert wurde das zweite CI im Vivantes Friedrichshain von Dr. Mir-Salim. Hier hatte ich keine Probleme mehr mit Übelkeit oder Schwindel, da schon im Vorfeld vorgesorgt wurde. Im Juli 2015 war die routinemäßige Kontrolle der beiden Implantate. Bei dem Check des linken Implantats (2012) lief alles wunderbar und auch bei dem rechten Implantat (1997) lief es für die ersten Minuten sehr gut… bis zu dem Zeitpunkt, als man eine Einstellung überprüfen wollte. Da ging nichts mehr. Die Audiologin und ich haben uns beide erstmal erschrocken. Daraufhin wurden sämtliche Kabel ausgetauscht - ohne Erfolg. Dann alle Prozessoren, die man im CIC zur Verfügung hatte - ohne Erfolg. Nun wurde in Hannover angerufen und diskutiert. Einige Tage später kam ein Mitarbeiter der Firma Cochlear und überprüfte mehrmals das Implantat. Nichts. Es wurde ein Bericht nach Basel an Cochlear geschrieben. Mehrere Tage später nochmal Kontrolle - nichts. Daraufhin wurde eine Reimplantation im Vivantes Friedrichshain vereinbart und ich bekam dann das neueste Implantat, mit dem ich bis heute sehr zufrieden bin! Ich werde immer wieder das CI empfehlen, auch eine Reimplantation (wenn sie denn notwendig ist). Tina Fricke November 2018

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Ich liebe die Musik (wieder)

Ich liebe die Musik (wieder) —dank meiner beiden Cochlea Implantate

Musik zu hören war mir immer wichtig! Auch in jener Zeit, als ich nur auf einem Ohr hören konnte, und dies mit Hörgerät. Nun trage ich aber seit acht Jahren zwei Cochlea Implantate. Seit kurzem höre ich mit dem Rondo 2 von Med El. Für mich ganz sensationell, da dieser mir besonders beim Musik hören hervorragend hilft. Diese Woche besuchten mein Mann und ich die Wiener Staatsoper. Wir sahen und HÖRTEN die wunderbare Oper: Madam Butterfly von Giacomo Puccini. Eine sehr schöne Inszenierung, ganz so wie ich sie von früheren Jahren kenne. Das bezaubernde Bühnenbild, der japanische Garten, das Teehaus, usw. Erstklassige Sänger und die herrliche Musik von Meister Puccini. Ich erkenne nun schon, wenn einzelne Instrumente spielen. Es ist einfach großartig! Dazu muss ich aber schon sagen, dass ich enorm viel Hörtraining gemacht habe. Wie man bei uns so sagt: „von nix kommt nix!“Wer nicht übt, wird auch nicht (gut) hören. Wer noch mehr über meine Geschichte mit dem Cochlea Implantat trotz eines 60 Jahren tauben Ohres wissen möchte, dem empfehle ich den folgenden Link: Meine Geschichte oder Bilaterales Cochlea Implantat trotz eines 60 Jahren tauben Ohres.

November 2018 Elisabeth Randa

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Feuerwehrmann sein mit Cochlea Implantat, geht das überhaupt?

Feuerwehrmann sein mit Cochlea Implantat, geht das überhaupt?

Ich habe es mir gerade auf dem Sofa gemütlich gemacht und schaue meine Lieblingssendung, als keine fünf Minuten später der Einsatzalarm per SMS mein Handy laut schrillen lässt. Erschrocken schaue ich eine Sekunde auf mein Handy, um das Einsatzstichwort abzufragen: F 1Y, Dachstuhlbrand, Personen in Gefahr. Ich springe auf, verlasse das gemütliche Sofa, schlüpfe in meine Schuhe, rufe meinen Eltern „Einsatz!“ zu und brause mit dem Auto zu unserem Feuerwehrhaus im Ort. Meine Feuerwehrkameradinnen und -kameraden und ich sind sehr aufgeregt, trotzdem laufen alle erforderlichen Schritte geordnet und koordiniert ab, um die Gefahr an der Einsatzstelle möglichst schnell zu beseitigen.

Ich heiße Jan Röhrig, bin 23 Jahre alt und von Geburt an Taubheit grenzend schwerhörig. Im Alter von 4 Jahren habe ich mein erstes Cochlea Implantat bekommen. Fortan trage ich auf dem linken Ohr ein Hörgerät und auf dem rechten Ohr das CI, welches 2016 wegen eines Ausfalls reimplantiert werden musste. Ich bin ehrenamtlicher Feuerwehrmann bei der freiwilligen Feuerwehr in meinem Ort und im Besitz des goldenen Rettungsschwimmscheins. Um den Rettungsschwimmschein aktuell zu halten, gehe ich regelmäßig ins Schwimmtraining und lege alle zwei Jahre eine Wiederholungsprüfung ab. Als Feuerwehrmann nehme ich an zwei bis drei Lehrgängen im Jahr teil, um auf dem aktuellen Stand von Rettungsstrategien zu bleiben. Jetzt könnten sich einige fragen: “Wie kann man denn als Schwerhöriger Feuerwehrmann sein?! Auf Einsätzen ist doch so viel Lärm, da versteht man ja gar nichts!“. Das ist gar nicht mal so weit von der Realität entfernt. Es stimmt, ich habe eine Menge Hürden zu überwinden, was mich allerdings nicht davon abhält, anderen Menschen in ihrer Not zu helfen.

Es beginnt beim Sprechen über die Funkgeräte. Die Sprachqualität ist tatsächlich so miserabel, dass selbst meine guthörenden Kameradinnen und Kameraden oftmals nur die Hälfte verstehen. Sie können sich allerdings etwas damit behelfen, dass es beim Sprechen über Funk bestimmte Vorgaben bzw. festgelegte Ausdrucksweisen gibt, an die sich jeder halten muss. Ich allerdings verstehe nahezu 0 %, maximal ein Wort pro Meldung. Mit einem solch schlechten Sprachverstehen über Funk ist es mir auch nicht möglich, selbst zu funken. Da bei der Feuerwehr die kleinste taktische Einheit, der Trupp, aus zwei Einsatzkräften besteht und nur ein Funkgerät bekommt, funkt immer mein Truppkamerad und übersetzt das Wichtigste für mich. Viele Informationen werden auch über Handzeichen übermittelt. Sind die Entfernungen klein, kann teilweise auch auf den Funk verzichtet werden und der Einheitsführer kann mir direkt lautsprachlich Befehle erteilen. Trotzdem kommt es natürlich auch vor, dass ich einen Befehl nicht wahrnehme und für einen Moment nicht weiß, was ich tun soll. In diesem Fall versuche ich entweder, nochmal nachzufragen oder ich sehe, was die anderen Kameraden/innen tun und ich unterstütze sie dabei. Neben der schlechten Funkqualität ist auch der Lärm an der Einsatzstelle eine große Herausforderung für mich. Es laufen die Fahrzeugmotoren, Stromerzeuger und Feuerlöschkreiselpumpen auf Hochtouren. Außerdem zischt auch das aus dem Schlauch spritzende Wasser sehr laut. Dummerweise liegt der Frequenzbereich dieses Zischgeräuschs sehr nah am Frequenzbereich von Sprache, sodass mir in dieser Situation deutliches Sprechen allein nicht hilft. Hier hilft tatsächlich fast nur sehr lautes Sprechen und Rufen sowie ein halbwegs erkennbares Mundbild. Ich bin also sehr auf die Sprachqualität meiner Kameradinnen und Kameraden angewiesen und bin ihnen sehr dankbar, dass sie selbst in dieser Ausnahme- und Stresssituation – wie sie jeder Einsatz darstellt – an meine Schwerhörigkeit denken und Rücksicht nehmen. Noch schwieriger wird die Kommunikation bei Nachteinsätzen. Zwar wird die Einsatzstelle ausgeleuchtet, aber wir können nicht jeden kleinsten Winkel mit Licht fluten. Wo Licht ist, ist auch Schatten. Mundbilder im Schatten sind praktisch nutzlos für mich. Hinzu kommt, dass die Mundbilder im stroboskopartigen Aufleuchten des Blaulichts der Feuerwehrfahrzeuge noch schwerer zu erkennen sind. Bei Nachteinsätzen bin ich also umso mehr auf Handzeichen und Blickkontakt zu meinen Kameraden/innen angewiesen. Da die Empfängerspule des Cochlea Implantats bei der Operation an verschiedenen Stellen am Kopf platziert werden kann, bin ich froh darüber, dass diese Spule bei mir an einer Stelle sitzt, wo der Feuerwehrhelm nicht drückt und zu Schmerzen führt. Ich freute mich auch darüber, dass ich als Erster einen der neu eingeführten Feuerwehrhelme mit Kopfweitenschnelleinstellung bekam. Zum Aufsetzen stelle ich den Helm ein wenig weiter, damit die Sendespule (Headpiece) nicht abrutscht. Anschließend kann ich dank der Schnelleinstellung den Helm soweit festziehen, dass er gut sitzt und nicht drückt oder schmerzt! Das war mit den alten Helmen ohne Schnelleinstellung nicht möglich, sodass entweder beim Aufsetzen die Sendespule abrutschte oder der Helm viel zu locker war. Allen CI- und Hörgeräteträgern dürfte bekannt sein, dass CI´s und Hörgeräte nicht gerne baden gehen. Es gibt zwar schon Lösungen, ich allerdings habe keine wasserdichten Geräte. Zum Glück muss ich mir darüber im Einsatz auch keine großen Gedanken machen, da es quasi einer der obersten Leitsätze bei Einsätzen ist: „Bleib trocken!“. Denn wer sich mit durchnässter Einsatzkleidung dem Feuer zu sehr nähert, wird sprichwörtlich gekocht. Einsatzkleidung schützt nur vor Feuer und Hitze, wenn sie trocken ist! Im Einsatz bedeutet das: Unbedingt darauf achten, dass man andere Kameraden/innen und sich selbst nicht nass macht, sonst heißt es zunächst Game Over. Entweder muss man die Einsatzstelle verlassen oder bekommt Ersatzklamotten. Auch bei Regen muss ich mir keine großen Sorgen machen, da der Feuerwehrhelm meine Blechohren gut schützt und sie somit nicht nass werden. Zum Glück ist es mir noch nie passiert, dass während des Einsatzes die Batterie vom Hörgerät oder der Akku vom CI den Geist aufgegeben hat. Aber ich denke auch mit einer solchen Situation würde ich mehr oder weniger gut klarkommen. Da an der Einsatzstelle sowieso viele Informationen visuell übermittelt werden, würde ich so lange warten, bis ich kurz nichts zu tun habe, um dann den Akku oder die Batterie zu wechseln. Im Notfall würde ich jemanden anfordern, der mich z.B. am Schlauch ablösen kann. Wir bei der Feuerwehr achten aufeinander und gehen kameradschaftlich miteinander um, sodass wir für alle Probleme auch eine Lösung finden! ALLE BRAUCHEN DIE FEUERWEHR BRAUCHT DICH An dieser Stelle möchte ich gerne darauf aufmerksam machen, dass der Großteil aller Feuerwehren in Deutschland freiwillige Feuerwehren sind und nur allein durch ehrenamtliche Feuerwehrfrauen- und Männer überleben können. Ich freue mich darüber, dass es so viele Menschen gibt, die sich freiwillig für andere Menschen in Not einsetzen und keine Gegenleistung dafür erwarten. Umso wichtiger ist es, dass das so bleibt! Deswegen ist die Feuerwehr ständig auf der Suche nach neuen Kameraden und Kameradinnen. Feuerwehrmann oder Frau kann fast jeder werden, selbst eine Behinderung wie bei mir muss kein Ausschlusskriterium sein. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg! „Feuerwehrmann sein mit CI, geht das überhaupt? – JA, auf jeden Fall!“ Abschließend würde ich mich besonders über Rückmeldungen von CI- oder Hörgeräteträgern freuen, die ebenfalls Einsatzkräfte bei der Feuerwehr, THW, DLRG, Malteser, Rotes Kreuz oder Polizei sind. Ich glaube, ein Erfahrungsaustausch für Hörgeschädigte ist in diesem Bereich echt selten und darum umso wertvoller, um seinen Einsatzalltag noch erfolgreicher meistern zu können! Rückmeldungen gerne an meine Emailadresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!! November 2018Jan Röhrig

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